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Herzblatt-Geschichten : Glück im Spiel, Pech in der Liebe

Die Öffentlichkeit schaut zu, also musste die Taufe des kleinen Prinz Alexander vorgeprobt werden. Wer weiß, wie das erst mit Beerdigungen aussieht? Bild: dpa

Die schwedische Königsfamilie muss zu jeder Taufe gleich zweimal antanzen, Angelique Kerber sollte vielleicht öfter Mal ein Tennisturnier verlieren und Kim Kardashian hat ein neues It-Accessoire.

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          Was sind wir wieder froh, dass wir keiner Königsfamilie angehören. Tauschen möchten wir nicht mal mit den meist recht entspannten Schweden, die gerade ein weiteres ihrer vielen Kinder taufen ließen. „Die zwei Mal, die ich Prinz Alexander kennengelernt habe, war er ganz brav und behaglich“, erzählt Erzbischöfin Antje Jackelén Bunte. „Wir haben den Gottesdienst vorab geprobt, weil er ja live im Fernsehen übertragen wird.“ Ernsthaft: Weil die Welt zuschaut, muss das gesamte Königshaus zu jeder Taufe zweimal antanzen? Werden etwa auch Hochzeiten vorher geprobt? Und, Gott bewahre, Beerdigungen?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und was hat man sich nicht alles ausgedacht, um die Rasselbande ruhig zu stimmen: „Um Oscar in Schach zu halten, hatte Chris – wie schon bei Oscars Taufe – eine elektrische Zahnbürste dabei“, lesen wir. „Später wurden Rosinen genascht, von denen einige in Richtung Altar kullerten.“ Nicht der kleinste Fauxpas bleibt unbemerkt, auch nicht jener von Leonore (2): „Die Kleine lupfte ihr Kleidchen und warf einen Blick auf ihre Windel.“ Skandal!

          Dauerbeobachtung gewohnt ist auch Sylvie Meis; vor ihrer Haustür, berichtet In, „campieren gern mal die Fotografen“. Mit etwas Glück werden sie Zeuge von etwas, das In ein „schlechtes Omen für die Liebe“ nennt: „Jedes Mal, wenn Sylvie ihren aktuellen Liebsten aus der ,härtesten Tür Hamburgs‘ führt, ist kurz darauf Schluss mit der Beziehung.“ Wir dachten eigentlich, eine Tür sei besonders hart, wenn sie verschlossen bleibt, durch Sylvies Tür hingegen sind ja doch einige durchspaziert. Sollte sie jedenfalls das schlechte Omen überlisten wollen, dann müsste sie mit ihrem Liebsten vielleicht mal das Haus durchs Fenster verlassen. Oder durch den Kamin.

          Jürgen Klopp träumt in Englisch und versteht sich selbst nicht mehr

          Regen Anteil nimmt die Nation auch am Privatleben Angelique Kerbers. „Warum unsere Tennis-Königin keinen Mann findet“, verspricht Bunte zu enthüllen und erklärt: „Je erfolgreicher sie spielt, desto länger hält sie sich im Turnier – und ist damit weg von zu Hause.“ Also öfter mal verlieren, dann klappt’s auch mit der Liebe. Übrigens scheint es uns, als verberge sich in den „Tennistraummaßen (173 cm, 65 Kilo)“, die Bunte Kerber bescheinigt, eine Beleidigung. Sind Tennistraummaße vielleicht weniger traumhaft als normale Traummaße? Wir zumindest wären etwas geknickt, wenn man uns, zum Beispiel, Sumotraummaße attestierte.

          Die „Bunte“ ist der Meinung, Angelique Kerber spiele zu erfolgreich: Wäre sie häufiger zuhause, könnte es vielleicht auch eher mit der Liebe klappen.

          Anderen Blättern zufolge ist für Kerber die Liebe schon ganz nah – in Gestalt von Tennis-Groupie Oliver Pocher. „Was läuft da mit Oli Pocher?“, fragt In und klebt des Komikers Konterfei auf den von Kerber geküssten Pokal. „Sie ist auch Pochers Nummer eins“, behauptet OK! und registriert, dass „er sie liebevoll ,Angie‘“ nenne – „jetzt muss sie den Matchball nur verwandeln“. Unter uns Fachleuten, OK!: Eine Liaison mit dem Lisicki-Ex Pocher wäre mit Sicherheit kein Matchball, sondern ein unforced error.

          Andere Sportart, gleiche Sprache: Jürgen Klopp hat kürzlich „das erste Mal in Englisch geträumt“. Woche der Frau zitiert den Trainer mit den Worten: „Ich wusste nicht mehr, worum es ging... Ich habe mein eigenes Englisch nicht verstanden!“ Dann wissen Sie ja jetzt, Herr Klopp, wie es Ihren Spielern in Liverpool geht.

          Kim Kardashian setzt auf die Kraft der Natur

          Auch wir aber verstehen manches nicht. Den Schauspieler Hinnerk Schönemann etwa, der der Frau im Spiegel von seinem Bauernhof berichtet: „Im Sommer mache ich Heu, im Winter Holz.“ Und wir als Städter dachten immer, das Holz machten die Bäume.

          Auf die Kraft der Natur setzt auch Kim Kardashian. „Ihr neues It-Accessoire? Brustwarzen“, teilt OK! mit. „Die trägt der Reality-Star neuerdings wie zwei Broschen vor sich her.“ Da werden sich jetzt viele freuen, dass sie unverhofft und kostenlos über zwei It-Accessoires verfügen, und zwar nicht nur Frauen, sondern auch Männer.

          Kim Kardashian setzt seit Neuestem auf ein „natürliches“ Accessoire: Ihre Brustwarzen. Und weist damit auf ein Schmuckstück hin, das wir alle tragen.

          Carsten Maschmeyer, Unternehmer und It-Accessoire von Veronica Ferres, fühlt sich dank der Geschäftsgründer-Show „Die Höhle der Löwen“ runderneuert. „Ich kann Gefühle mehr zeigen und bin offener geworden“, erzählt er Gala. „Als ich meinen ersten Drehtag hatte, wurde mir gleich erklärt, dass sich alle duzen. Nach drei, vier Drehtagen habe ich dann auf einmal den Mann umarmt, der mich immer verkabelt hat.“ Am Ende der Staffel wird Maschmeyer dann vielleicht keinen Millionär gemacht haben, aber den Kameraassistenten adoptiert und ein Kind mit der Maskenbildnerin gezeugt.

          Ist auch die Kanzlerin offener geworden? „Angela Merkel – Heimliche Treffen mit einem anderen Mann“, titelt Die Aktuelle. Sie hat aber nur im SZ-Magazin gelesen, dass Merkel mal beim Dirigenten Simon Rattle zum Abendessen eingeladen war. Rattles Frau war ebenso dabei wie ihr Sohn sowie Joachim Sauer. Richtig also wäre gewesen: „Angela Merkel – ganz und gar nicht heimliches Treffen mit einem anderen Mann, dessen Frau, beider Sohn und Angela Merkels eigenem Gatten“. Aber kriegen Sie das mal alles auf einer Titelseite unter.

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