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Herzblatt-Geschichten : Mode soll man nicht nackt anschauen

Hier ganz ordentlich zugeknöpft: Elyas M’Barek Bild: dpa

Gab es Michael Jackson wirklich? Worüber streitet Jan Hofer mit seiner Frau? Und welche Knöpfe sind bei Elyas M’Barek offen? Die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Mit Komplimenten ist das manchmal so eine Sache. Der Musiker Giovanni Zarrella zum Beispiel mag sich für einen großen Charmeur halten, wenn er in Gala über seine Frau sagt: „Ich liebe Jana Ina deutlich mehr als noch vor zehn oder 15 Jahren.“ Er sollte sich dann aber nicht wundern, wenn sie beim Betrachten gemeinsamer alter Fotos demnächst in Tränen ausbricht: „Was ist los, Schatz? Unser Mallorca-Urlaub 2010 war doch traumhaft.“ – „Aber damals hast du mich noch gar nicht so doll geliebt!“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ebenfalls zwiespältig klingt, was Uwe Ochsenknecht in Bunte über den Freund seiner Tochter zu sagen hat: „Im Vergleich zu seinen Vorgängern ist Nino ein guter Typ.“ Von ganz anderem Kaliber ist das Lob, das Martin Semmelrogge im Gespräch mit Frau im Spiegel einfällt, und zwar, nun ja, für sich selbst: „Regine ist meine absolute Traumfrau – und ich finde, ich bin auch ein echtes, wertvolles Juwel. Wer mein Herz gewinnt, hat den Jackpot!“ Das würden wir nie in Abrede stellen wollen, würden aber doch gern auch die andere Preise betrachten – beziehungsweise Semmelrogge mit seinen Vorgängern vergleichen.

          Boris Becker, Kunstfigur

          Über sich selbst spricht auch Boris Becker gerne. Diesmal hat er laut Gala in seinem Podcast gesagt: „Jeder kann sich unter dem Namen Boris Becker etwas vorstellen. Fast wie eine Kunstfigur wie Coca-Cola oder Michael Jackson.“ Ähm, eine Kunstfigur wie Coca-Cola? Und unter uns, Herr Becker, das wird Sie jetzt verblüffen: Michael Jackson gab es wirklich.

          Von ihm hat jeder ein Bild: Boris Becker
          Von ihm hat jeder ein Bild: Boris Becker : Bild: dpa

          Tatsächlich etwas von Kunstfiguren haben die Sprecher der „Tagesschau“, die ein jeder kennt, ohne viel von ihnen zu wissen. Aus ihren Reihen verabschiedet hat sich Jan Hofer, der uns prompt private Einblicke gewährt und Bunte erzählt, wie sehr der fünfjährige Sohn stets litt, wenn Papa zur Arbeit musste: „Wir konnten ihn dann nur beruhigen, indem wir ihm erlaubten, mich im Fernsehen anzuschauen.“ Durchaus herzig, doch ist die „Tagesschau“ eine geeignete Sendung für einen Fünfjährigen? Hoffentlich haben sie wenigstens den Ton abgestellt.

          Ihr erster Streit

          Spannend aber wird es, wenn Hofer offenbart: „Meine Frau und ich fechten gerade den ersten Streit unserer sechsjährigen Beziehung aus.“ Wer nun jedoch auf saftige Enthüllungen über einen dramatischen Rosenkrieg hofft, wird womöglich enttäuscht von den Details, die Hofers Ehefrau verrät: „Mein Mann wünscht sich unbedingt einen Thermomix. Ich bin dagegen, weil unsere ganze Küche bereits voll ist mit Geräten.“ An Bunte geht hiermit der Appell, uns in der Sache unbedingt auf dem Laufenden zu halten; aus der „Tagesschau“ werden wir den Ausgang ja leider nicht erfahren.

          Wer gewinnt den Thermomix-Streit? Jan und Phong Lan Hofer
          Wer gewinnt den Thermomix-Streit? Jan und Phong Lan Hofer : Bild: dpa

          Mit einem ganz anderen Spielzeug beschäftigt sich Frank Zander. Er hat zu Weihnachten wieder seine Eisenbahn in der Wohnung aufgebaut, „worüber meine Frau nicht gerade glücklich ist“, teilt er dem Neuen Blatt mit, und wir spüren das Kind im Manne strahlen, wenn er fortfährt: „Meine Lokomotiven können auch Dampf machen und Geräusche machen. Das finde ich toll!“ Wie wird sich der Gute erst freuen, wenn er dann unterm Weihnachtsbaum das Bärchen entdeckt, das brummt, wenn man ihm auf den Bauch drückt. Veronica Ferres verrät derweil ihre Weihnachtspläne in Bunte: „Ein Sohn ist Veganer, deshalb werden wir ein Fondue machen.“ Das wird ein Hallo geben, wenn die Familie an Weihnachten erfährt, dass Veganer auch keinen Käse essen.

          Aufdringlich, aber geheimnisvoll

          Ferres’ Kollege Sabin Tambrea erzählt Gala von seiner akribischen Vorbereitung. „Dazu gehört auch, dass er zu jeder Rolle einen Soundtrack komponiert. Einfach für sich. Und er legt sich für jeden Charakter einen neuen Duft zu.“ Im neuen Beethoven-Film spiel Tambrea eine „Rampensau“, deshalb „war das Parfüm eher aufdringlich, aber zugleich auch geheimnisvoll“. Da fragen wir uns, wie beliebt er wohl unter den Kollegen ist, wenn sie sein aufdringliches Parfüm einatmen oder am Set auf ihn warten müssen, weil er den Soundtrack seiner Figur noch nicht fertig komponiert hat.

          Unter das Foto eines anderen Schauspielers schreibt Bunte: „Bei Film-Adonis Elyas M’Barek war nur das Oberteil zugeknöpft.“ Was will uns das sagen? War etwa das Unterteil aufgeknöpft? Man weiß es nicht, das Bild zeigt ihn nur ab der Brust. Dazu passt der Satz, mit dem Marcus Luft, Fashion Director bei Gala, digitale Fashion-Shows anpreist: „Ich finde es wichtig, dass man Mode angezogen sieht.“ Wer also die Mode-Seiten von Gala gerade nackt liest, sollte sich besser was überziehen.

          Gala lässt uns außerdem wissen, dass Designer Guido Maria Kretschmer sich einst in seinen Mann verliebte, „als er sah, wie fürsorglich der seinen blinden Cockerspaniel durch eine Kneipe führte“. Schön, aber wäre es nicht noch fürsorglicher, seinen blinden Cockerspaniel nicht durch Kneipen, sondern über blühende Wiesen zu führen? Dort freilich hätte er vermutlich Kretschmer kaum getroffen.

          Unbestritten jedenfalls ist, was unser Gala-Horoskop feststellt: „Ihr Lebenspartner ist nun vor allem ihr allerbester Freund.“ Das freilich gilt nicht nur für uns Fische-Geborene, sondern eigentlich für alle im Lande: Man darf ja ansonsten kaum jemanden treffen. Trotzdem allerseits ein frohes Fest.

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