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Herzblatt-Geschichten : Mit Schlüpfer zum Tanken

Behalf sich in der Not mit einem Schlüpper: Moderatorin Bettina Tietjen Bild: dpa

Wird Charlène von Monaco zur Punkerin? Welches Wäschestück half Bettina Tietjen aus einer heiklen Lage? Und was machen eigentlich Michael Wendler und seine junge Gattin Laura? Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Nippen Sie noch einmal an Ihrem warmen Tee, lieber Leser, kuscheln Sie sich in die Ecke Ihres Sofas, und freuen Sie sich auf wonnige Lektüreminuten, denn die folgenden Zeilen wurden von einem Pandabären verfasst. Also, eigentlich ist der Autor ein geborener Stier, aber die Astrologin von Frau im Spiegel hat zum Jahresbeginn einmal richtig quergedacht und in ihrem Horoskop für 2021 den Sternzeichen neue Tiere zugeordnet – in unserem Fall eben den Panda: „Die sympathischen Tiere sind Gemütlichkeitsprofis und wissen, wie man das Leben genießt.“

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aus der Sicht eines Kreativitätsprofis hätte das alternative Bestiarium ruhig noch origineller ausfallen können. Känguruh, Schimpanse und Erdmännchen sind aller Ehren wert, aber es fehlen die Astro-Äquivalente für schlüpfrige Nischenexistenzen (Silberfischchen), meinungsstarke Lautsprecher (Brüllaffe) und Liebhaber eigenwilliger Haupthaarschnitte (Alpaka).

          Aufregender Haarschnitt

          Zur letztgenannten Spezies gehört Charlène von Monaco. Zum Entsetzen der Fachpresse präsentierte sich die Fürstin kürzlich mit einem Sidecut, der den Anschein erweckte, Ihre Durchlaucht sei während eines langweiligen Charitydinners in Südafrika kurz weggenickt und dabei mit der linken Seite des Kopfes gegen einen Ventilator gefallen. „Das gab’s noch nie! Punkerin statt Fürstin“, trompetet In und offenbart damit profunde Unkenntnis der Historie europäischer Adelsfrisuren. Ein seriöses Organ wie Frau im Spiegel weiß den Vorgang hingegen korrekt einzuordnen und zieht sogleich die Parallele zu Gloria von Thurn und Taxis, auf deren wilde Zeit als „Punk-Aristokratin“ in dieser Woche auch das Neue Blatt zurückblickt – nicht ohne an das eher unpunkige Verhalten ihres Gatten Johannes (genannt Goldie) zu erinnern, der weiland vor der Verlobung einen Fruchtbarkeitstest befohlen habe.

          „Punkerin statt Fürstin“?: Charlène von Monaco trägt jetzt einen Under-Cut.
          „Punkerin statt Fürstin“?: Charlène von Monaco trägt jetzt einen Under-Cut. : Bild: AFP

          Noch unangenehmer waren manche Männerwünsche, mit denen sich Andrea Kiewel während ihres erfüllten Liebeslebens konfrontiert sah. In ihrer Autobiographie offenbart die „Fernsehgarten“-Moderatorin, dass einer ihrer zahllosen Lover versucht habe, mit ihr Pornofilme nachzuspielen. Offensichtlich fühlte sich Frau Kiewel im Verlauf dieser Inszenierungen nicht hinreichend wertgeschätzt: „Bei Sätzen wie ,Du musst jetzt schreien‘ flog mir die Sicherung raus“, zitiert In aus ihrem Buch. „Mein zaghaftes ,Hallo, ich bin’s‘ wurde überhört und stattdessen handfest auf meinen Po gehauen.“

          Maske vergessen? Ein Schlüpper tut's auch

          Ihre Leserschaft lässt die auf dem Bildschirm eher brav wirkende Unterhaltungskünstlerin zudem wissen, dass sie ein Faible für Reizwäsche habe: „Ich gebe unnötig viel Geld für Dessous aus. Ich trage sie, weil ich mich ungeheuer weiblich fühle mit Spitzenhöschen in wenig Stoff.“

          Andrea Kiewel plaudert in ihrer Autobiographie aus dem Nähkästchen.
          Andrea Kiewel plaudert in ihrer Autobiographie aus dem Nähkästchen. : Bild: dpa

          Dass man Unterbekleidung nicht auf die Funktion eines Fetischobjekts reduzieren muss, kann Frau Kiewel von ihrer Berufskollegin Bettina Tietjen lernen. Die verriet der Neuen Post, in welch heikler Lage ihr ein solches Wäschestück gute Dienste tat. Für den Fall, dass sie irgendwo übernachten müsse, habe sie immer ein „Notfallset“ dabei, zu dem auch eine Unterhose gehöre. „Neulich musste ich tanken und hatte keine Maske dabei. Also habe ich mir den Schlüpper umgebunden und bin damit in die Tankstelle.“

          900.000 Euro für ein Ekel-Souvenir

          Würde uns nicht wundern, wenn das eine oder andere Stück aus den Lingerie-Sammlungen der Damen Kiewel und Tietjen demnächst auf einer Wohltätigkeitsauktion auftaucht. Allerdings bezweifeln wir, dass sich damit ein derartiger – hihi – Spitzenpreis erzielen lässt wie mit einer Unterhose von Michael Jackson: Für die hat ein Fan einst 900.000 Euro gezahlt. Andere Ekel-Souvenirs von Prominenten waren ausweislich einer Zusammenstellung von In deutlich günstiger zu haben: ein benutzter Kaugummi von Britney Spears für 12.000 Euro, ein gebrauchtes Taschentuch von Scarlett Johansson für 4800 Euro, ein angeknabberter French Toast von Justin Timberlake für 2600 Euro.

          Kriselt es bei den beiden? Michael Wendler und seine Frau Laura Müller
          Kriselt es bei den beiden? Michael Wendler und seine Frau Laura Müller : Bild: dpa

          Mit einem Mindestgebot von 1000 Euro könnte demnächst die Versteigerung des Aluhuts von Michael Wendler beginnen, denn wenn In richtigliegt, braucht der Stimmungssänger und nebenberufliche Corona-Verschwörungsphantast bald Geld für einen Scheidungsanwalt. Seine Gattin Laura Müller sei sehr irritiert über des Wendlers Gebaren, heißt es in dem Fachblatt, das ihr entsprechende Konsequenzen nahelegt: „Wird sie einsehen, dass ihr Ehemann ihr blutjunges Leben ruiniert hat, und einen endgültigen Schlussstrich ziehen?“

          Vielleicht kommt Frau Müller infolge dieser traumatischen Erfahrung zu einem ähnlichen Schluss wie Stéphanie von Monaco, die nach einem Leben voller amouröser Enttäuschungen laut Neuem Blatt feststellt: „Ich vertraue Tieren viel mehr als Menschen.“ Sie habe sieben Hunde, „die wunderbar miteinander auskommen. Der größte wiegt 95 Kilogramm.“ Ihnen, Leser, sollte dieses Prinzessinnenschicksal als Mahnung dienen. Bevor am Ende neben Ihnen auf dem Sofa nur noch eine Dogge sitzt und Ihnen die Sonntagskuchenkrümel aus dem Gesicht leckt, festigen Sie die Beziehung zu Ihrem Humanpartner, etwa indem Sie einen Film nachspielen. Aber besser „Sissi“ als „Deep Throat“.

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