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Herzblatt-Geschichten : Ohne Nacktfotos keine Rente

Helene Fischer schockiert mit Strasssteinchen auf der Stirn. Bild: dpa

Während Angela Merkel verschwunden ist, drängt sich Boris Becker vor die Kameras. Helene Fischer schockiert mit ihrem Gesicht und Desirée Nick lässt Nacktfotos machen: Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

          3 Min.

          Angela Merkel hat es echt nicht leicht, schon gar nicht mit den Leuten von der „Bild-Zeitung“. Die nämlich hatten Merkels Mann Joachim Sauer im Sommerurlaub gesichtet, wie immer in Sulden in Südtirol, wie immer in Wanderkleidung, allerdings ohne Gattin an seiner Seite. Die vermeintliche Suldenkrise hat „Bild“ in helle Aufregung versetzt: „Und wo ist SIE? Staatsgeheimnis. ,Privat‘, so der knappe Kommentar der Regierung.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was „Bild“ prompt spekulieren ließ, wo die Kanzlerin stecken könnte: „Auf der Datsche oder bei der Mutter (90) in der Uckermark? Ehekrise? Klinik? Geheim-Mission?“ Und das ist wieder typisch für die Lauselümmel von „Bild“: Über Monate versuchen sie tagtäglich, Mutti zu ärgern, mit immer neuen Schlagzeilen über die bösen, bösen Migranten und anscheinend dem einzigen Ziel, dass Merkel wegmuss – und wenn die dann wirklich mal weg ist, gibt es auch wieder Geschrei.

          Mittlerweile ist Merkel wiederaufgetaucht, sie war in der Oper, und „Bild“ darf sich wieder beruhigen. Und wenn irgendwann mal ein „Bild“-Reporter eine Woche lang verschwunden ist, fänden wir es reizvoll, ebenfalls mal zu spekulieren, wo er wohl sein könnte: in der Entzugsklinik? Im Puff? Im Schützengraben? So viele Möglichkeiten!

          Tipp für Boris: Nächstes Mal getrennte Kassen

          Wer ja eher selten so richtig verschwunden ist, das ist Boris Becker, gerade wegen der Trennung von seiner Frau und der Auflösung der gemeinsamen Wohnung mal wieder Dauergast in den Medien. Zu sehen war er zum Beispiel in einer Sendung von „Sat.1“, in der er laut „Bild“ die bemerkenswerten Sätze sagte: „Wenn man sich verliebt und heiratet, hat man natürlich vor, das auch ein Leben lang zu sein. Es hat nicht hingehauen. Ich bin leider nicht allein in diesem Spiel, das man Heirat und Ehe nennt.“

          Das ist in der Tat doof: Würde Becker beim nächsten Mal einfach sich selbst heiraten, bekäme er das alles sicher viel besser hin. Allerdings würden wir ihm selbst dann strengstens zu getrennten Haushaltskassen raten, mit dem Finanzgebaren seines Partners soll es ja nicht immer zum Besten stehen.

          Pfoten weg von Helene Fischer

          „Täuscht der Eindruck, dass Sie im Herzen Optimistin sind?“, will derweil „Bunte“ von Veronica Ferres wissen, und diese antwortet: „Das hört sich jetzt so an, als wäre ich naiv, dumm und blöd.“ Meine Güte, ist der Optimismus heute tatsächlich derart mies beleumundet?

          Lauschen nach dem Knall: Prinz Harry und seine Frau Meghan. Am 37. Geburtstag der Herzogin waren sie auf eine Hochzeit eingeladen.

          Wir selbst sind natürlich im Herzen Pessimist und sehen daher leider auch schwarz für Herzogin Meghan, die sich ein Kind wünscht, allerdings – wie „Bunte“ kritisch anmerkt – auch nicht jünger wird; am Samstag ist sie 37 geworden, und der 37. Geburtstag ist Bunte zufolge „eine biologische Schallmauer in Sachen Babywunsch. Ab da halbiert sich die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit dramatisch und liegt bei nur noch 13 Prozent pro Zyklus.“ Wenn also jemand am Samstag in England einen ganz lauten Knall gehört hat: Das war Meghan, die ihre biologische Schallmauer durchbrochen hat. Oder ist dieses Bild vielleicht doch nicht ganz glücklich? Womöglich, „Bunte“, hat sie auch einfach nur die Latte gerissen – oder gar den Rubikon überschritten?

          „Schock-Fotos! Helene – Was ist mit ihrem Gesicht passiert?“, bangt derweil „Das neue Blatt“, und die Antwort scheint eigentlich einfach: Auf dem Foto, das das Heft zeigt, hat sich Fischer anscheinend ein paar zierende Strasssteinchen ins Gesicht geklebt. Das aber meint „Das neue Blatt“ gar nicht, sondern Helenes angeblich zu straffe Gesichtszüge, die der plastische Chirurg Werner Mang aus der Ferne begutachten darf: „Sie ist ein Mega-Star – Hände weg vom Schönheitschirurgen!“, sagt er. Wir hingegen finden ja, dass Fischer so viele Schönheitschirurgen anfassen darf, wie sie nur möchte, solange die nur ihre Finger von ihr lassen.

          Jungmoderatorin Victoria Swarovski gibt der „Bunten“ auf die Frage, wie sie sich bei der Hitze abkühle, eine offenherzige Antwort: „Ich gehe am liebsten nachts nackt im Meer schwimmen, um mich abzukühlen!“, sagt sie. „Im Moment genieße ich das im türkischen Bodrum, urlaube dort gerade im ,Mandarin Oriental‘.“ Das ist doch mal ein schöner Service für alle Swarovski-Fans und alle Paparazzi, mit derart präzisen Informationen versorgt zu werden. Swarovskis nächste Nachtnacktbade-Session dürfte jedenfalls zu einem großen, fröhlichen Happening werden.

          Victoria Swarovski ist es zu heiß für lange Gala-Kleider. Der Zeitschrift „Bunte“ verriet sie, sie trage stattdessen im türkischen Bodrum lieber nichts.

          Nacktbild-Pflicht für deutsche Rentner

          Ebenfalls gern nackt zeigt sich Désirée Nick, 61, und zwar mit einem großen Foto in der „Bild-Zeitung“, der sie bei der Gelegenheit anvertraut, seit sieben Jahren ohne Sex zu leben. Das freizügige Foto soll indes nicht dazu dienen, sich wieder welchen zu beschaffen, denn das enthaltsame Dasein sei „eine körperliche Entlastung. Ich finde Sex oft sehr anstrengend und auch unbequem“, und die „konventionellen Positionen machen mich klaustrophobisch“.

          Durchaus unbequeme Position, die Frau Nick hier vertritt, die sich selbst aber als „flott, rüstig und agil“ bezeichnet und meint: „Und ich finde, kurz vor der Rente sollte jeder einmal Nacktbilder machen. Sie sind ein Nachweis für das Leben, das ich geführt habe.“ Da wollen wir hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, von den Deutschen vorm Renteneintritt eine Nacktbildpflicht zu verlangen als Nachweis, dass sie gelebt haben. Und dass diese Bilder nicht alle in der „Bild-Zeitung“ abgedruckt werden müssen.

          Hatte bislang keine Schönheitsoperationen: Désirée Nick.

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