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Herzblatt-Geschichten : Mach es wie der Honigdachs

Bleibt schlank und pflegt dabei ihre Zähne: Gitta Saxx Bild: dpa

Warum Wladimir Klitschko ein seltsames Tier verehrt, was Dana Schweiger von Tils Neuer hält und wie Bohlen von den Malediven grüßt: Die Herzblatt-Geschichten.

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          Kommen Sie auch immer durcheinander, wenn es ums Schreiben längerer Namen geht? Wir zum Beispiel können uns nur schwer merken, was richtig ist – Frank-Walter Steinmeier, Frank Walter Steinmeier, Frank Walter-Steinmeier oder Frank Walter Stein-Meier. Und dieser Maler, Caspar David Friedrich – nannte der sich vielleicht Caspar-David Friedrich oder Caspar David-Friedrich? Gala geht ganz auf Nummer sicher, indem sie schreibt, ein Foto von Céline Dion in Kanada „wirkt wie ein Gemälde von Caspar-David-Friedrich“. Irgendein Bindestrich wird schon stimmen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Schauspielerin Monika Baum-Gartner, pardon, Baumgartner, schwärmt in Das Neue von der Seelenverwandtschaft zu ihrer Schwester: „,Möchte ich sie anrufen, greift sie in der gleichen Sekunde zum Hörer und möchte mich anrufen. Wir fallen sogar am selben Tag, ich in Hamburg und sie in München, von der Treppe‘, erzählt sie mit einem Lachen.“ Das ist einerseits rührend, andererseits wäre eine weniger symbiotische Geschwisterbeziehung womöglich hilfreicher: Wollen die Schwestern einander anrufen, ist dann ja immer besetzt, und braucht die eine Hilfe nach einem Treppensturz, liegt auch die andere gerade unten auf dem Absatz.

          Wie in besten Zeiten

          Wladimir Klitschko, einer von zwei berühmten Brüdern, hat sich seine Fitness bewahrt, wie er Bunte versichert: „Ich wiege 110 Kilo wie zu meinen besten Zeiten. Acht Wochen Training, und ich könnte wieder in den Ring steigen.“ Gut, mit etwas Training könnten gewiss auch wir in den Ring steigen, würden dort allerdings binnen einer Sekunde ausgeknockt. Immerhin wiegen wir noch keine 110 Kilo, haben unsere besten Zeiten also noch vor uns.

          Bitte nicht näherkommen: der Honigdachs
          Bitte nicht näherkommen: der Honigdachs : Bild: Picture-Alliance

          Bei seiner Lebensphilosophie bedient sich Klitschko im Tierreich: „Mein Lieblingstier ist der Honigdachs“, sagt er. „Er wird von Klapperschlangen gebissen, aber steht immer wieder auf.“ Das haben wir gleich mal im Netz verifiziert und herausgefunden, dass es sich bei dem Tierchen mit dem süßen Namen um einen ziemlich harten Gesellen handelt. Der Honigdachs hat demnach nicht nur eine äußerst dicke Haut, weshalb ihn die Klapperschlangenzähnchen höchstens kitzeln. Er wird auch beschrieben als extrem aggressive Kampfmaschine, die sogar Löwen und Büffel angreift und im Zoo in einen Hochsicherheitstrakt gesteckt wird. Oft sei beobachtet worden, lesen wir, „dass Honigdachse ganz gezielt die Geschlechtsteile ihres Gegners angegriffen haben“, bei Angriffen ließen sie zudem „übelriechende Sekrete aus ihren Analdrüsen“ spritzen. Klar darf Klitschko sich solch eine Kreatur als Lieblingstier aussuchen; seine einstigen Gegner aber werden froh sein, dass er im Ring auf die Honigdachs-Kniffe verzichtet hat.

          Abnehmen dank Zähneputzen

          In andere Gewichtsklassen als Klitschko fallen jene Prominenten, bei denen Bunte sich erkundigt, wie sie „wieder zu Ihrem Idealgewicht“ kommen wollen. Gitta Saxx, die vorgestellt wird mit der schillernden Erwerbsbiographie „Jahrhundert-Playmate, DJ & Beauty-Expertin“, empfiehlt: „Wenn ich Lust auf Süßes bekomme, putze ich mir die Zähne, das hilft wirklich.“ Um auch unserem zusehends vom Homeoffice derangierten Körper Gutes zu tun, haben wir das mal ausprobiert: Haben wir zuvor dreißigmal am Tag die Kühlschranktür geöffnet, greifen wir jetzt dreißigmal zur Zahnbürste. Unseren Bauchumfang haben wir schon erheblich reduzieren können, unseren Zahnschmelz allerdings auch.

          Wieder vereint - jedenfalls räumlich: Dana und Til Schweiger
          Wieder vereint - jedenfalls räumlich: Dana und Til Schweiger : Bild: dpa

          Dana Schweiger, die wegen Corona vorübergehend wieder zu ihrem Exmann gezogen ist, berichtet in Frau im Spiegel vom Alltag mit Til und dessen neuer Freundin. Ein großer Vorteil sei: „Sie ist es, die sich jetzt mit den Ticks von deinem Ex rumschlagen darf. Ich kriege nur noch die guten Seiten ab. Ich muss nicht mehr ständig die Kappen auf die Zahnpasta-Tuben schrauben.“ Hoffen wir für Til Schweigers Freundin, dass er nicht ebenfalls die Zahnpasta-Diät macht, sonst müsste sie dreißigmal am Tag schrauben.

          Überraschung!

          Noch aufreibender stellen wir uns das Zusammenleben mit Hera Linds Ehemann Engelbert vor. Wie Lind Frau im Spiegel erzählt, hat das Paar viele Umzüge hinter sich: „Die hat mein Mann alle allein bewerkstelligt: als Überraschung, wenn ich von Lesereisen nach Hause kam!“ Einmal habe sie fünf Wochen lang „jeden Tag geweint“, nachdem der Gatte eine abgelegene Villa ausgesucht hatte. Seien wir also froh, wenn unsere Partner uns nur mit einem Strauß Blumen oder einem netten Abendessen überraschen – während die arme Hera Lind jedes Mal, wenn sie nur schnell zum Bäcker geht, bangen muss, ob hinterher ihr Name noch an der Haustür steht.

          Wesentlich weitere Trips wagen andere Menschen, was In ärgert: „Viele Promis urlauben, als gäbe es keine Pandemie. Dabei sollten wir doch jetzt an einem Strang ziehen.“ Zu denen, die lieber an einen Strand ziehen, zählt Dieter Bohlen, der sich von den Malediven an seine Follower wandte: „Ich weiß natürlich, dass viele von euch sich das nicht einfach so leisten können, auf solche Inseln zu fahren. Deshalb nehme ich euch mit.“ Sehr zuvorkommend, Herr Bohlen. Sollten Sie aber demnächst im Krankenbett landen, dann lassen Sie uns bitte zu Hause.

          Wir selbst werden in nächster Zeit garantiert nicht reisen. Und das gar nicht in erster Linie wegen Corona: Wir haben Angst, dass wir irgendwo auf den Honigdachs treffen.

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