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Herzblatt-Geschichten : Feuerlöschen mit Champagner

Ein kritischer Blick wandert gen Altkanzlerbauch. Soyeon Schröder-Kim hätte ihren Gerd lieber schlank und rank. Bild: dpa

Altkanzler Schröder wird wohl auf Diät gesetzt, bei Heino und Hannelore gibt es Ärger und zwischen Heiko Maas und Angelina Jolie knistert es. Das und mehr in den neuen Herzblatt-Geschichten.

          Schlechte Nachrichten begegnen uns pausenlos, zumal auf der Seite eins der „Bild“-Zeitung, und da ist man schon froh, wenn einem die Schlagzeilen nicht gar so schlimm vorkommen. Dort, wo sonst die Missetaten von Mördern oder Rentner-Abzockern angeprangert werden, lasen wir am Mittwoch: „Das nervt Heino an Hannelore“. Weiß auf schwarz, wie bei allen bösen Nachrichten, wir aber dachten: Wenn Deutschlands Schuh nur da drückt, dann sind wir ein glückliches Land. Wobei wir das Schicksal Heinos und seiner Gattin nicht bagatellisieren möchten: Hannelore, klagt Heino, sei „nach dem Aufwachen immer schon auf Tempo 180“ und komme vor Aktionismus „erst zum Frühstücken, wenn ich schon zu Abend esse“. Immerhin treffen sie sich überhaupt am Esstisch. Und wenn Hannelore später erst ins Bett kommt, wenn Heino gleich wieder aufstehen muss, können beide zumindest kurz miteinander kuscheln.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Hannelore selbst ist auch genervt: „Ich kann mich darüber aufregen, dass Heino sein Hörgerät immer rausnimmt, wenn ich ihm meine Standpauke halte“, sagt sie. „Heino steckt sein Hörgerät erst wieder rein, wenn im ZDF Rosamunde Pilcher kommt. Da will er keinen Dialog verpassen.“ Wenn das so ist, liebe Hannelore, dann haben wir einen Tipp: Versuchen Sie doch mal, mit dem Gatten zu reden wie in einem Pilcher-Film. „Spürst du, wie der Thymian duftet, Gregory? Der Gärtner müsste mal wieder die Kletterrosen schneiden. Tee, Darling?“

          Freunde selbst erschaffen

          Möglich, dass Heino sich nun fragt, wer zur Hölle Gregory ist, aber wenigstens hat er zugehört. Dass die Taktik, das Gegenüber zu verwirren, funktioniert, zeigt auch das Beispiel von Céline Dion. „Manchmal sitzen meine Kinder zu Hause und starren auf ihre Handys. Wenn ich dann mit ihnen rede, kommt nur ein kurzes Ja oder Nein zurück, und sie rollen mit den Augen. Um ihre Aufmerksamkeit zu ergattern, ändere ich manchmal ihre Namen“, berichtet sie „Gala“. „Ich rufe dann laut ,Robert‘ statt ,Eddy‘.“ Möglich, dass Céline Dion einfach die lautere Stimme hat, aber bei unseren Töchtern scheint die Strategie nicht zu fruchten. Mehr als zwei Stunden haben wir sie jetzt mit allen möglichen Namen gerufen, ohne dass sie vom Handy aufgeschaut hätten, weil sie offensichtlich dachten, sie seien nicht gemeint, und weitere Vornamen fallen uns jetzt keine mehr ein.

          Es läuft nicht alles rund in der Beziehung von Sänger Heino und seiner Ehefrau Hannelore.

          Auf die Familie mögen wir dennoch nichts kommen lassen. Der Künstler Julian Schnabel, von „Bunte“ auf das Thema angesprochen, antwortet: „Es ist eine rauhe und gemeine Welt da draußen. Vielleicht ist es am besten, man erschafft sich seine Freunde selbst?“ Kann man natürlich probieren. Es kann aber auch gründlich schiefgehen, wenn nicht mal die eigenen Kinder mit einem befreundet sein wollen.

          Mit sechs Kindern ziemlich viele potentielle Freunde um sich geschart hat Angelina Jolie, und ein weiterer Freund könnte nun hinzugekommen sein: „Die Luft knisterte“, behauptet „Die Aktuelle“ über Jolies Begegnung mit Heiko Maas am Rande der UN-Vollversammlung in New York. „Wie sie ihn ansah! Und er schien in diesem Blick förmlich zu versinken. Hielt er ihre Hand nicht eine Spur zu lang? Dann saßen sich die beiden gegenüber, grinsten sich wie zwei Honigkuchenpferde an.“ Da würde uns interessieren, ob die amerikanische Presse das Aufeinandertreffen der zwei honey cake horses in vergleichbare Verzückung versetzt hat. Doch Obacht, Herr Minister: Zum einen sind Sie ja bereits an eine deutsche Kollegin Jolies vergeben, zum anderen versucht die Dame über die private Schiene womöglich nur, dem ungeliebten Trump-Land zu entfliehen. Spätestens beim Thema Familiennachzug wird die „Bild“-Zeitung dann wieder mit ganz strengem Blick berichten.

          „Organspende ist an den Tod denken“

          Weit glücklicher scheint uns die Beziehung zwischen Gerhard Schröder und Soyeon Schröder-Kim, die laut „Bunte“ „echte Naturliebhaber“ sind: „Am liebsten radeln sie durch ihr privates Glück.“ Was in diesem Fall Kleve am Niederrhein bedeutet und einer Radtour durch fremdes Unglück gewiss vorzuziehen ist. „Ich hätte ihn auch heute gern noch so schlank“, sagt Schröder-Kim „Gala“ über ein Jugendfoto des Gatten. „Aber ich arbeite daran.“ Da wünschen wir ihr, dass sie mit ihrer Agenda nicht an den traditionell sozialdemokratischen Beharrungskräften scheitert, die es weiter nach Currywurst und ’ner Flasche Bier verlangt.

          On fire: Ohne die Rettungstat von Jürgen Drews wären Bonnie Tylers Haare wohl deutlich kürzer.

          Um seinen eigenen Körper sorgt sich „Bild“-Kolumnist Franz Josef Wagner, der das Thema Organspende fürchtet: „Organspende ist an den Tod denken.“ Dabei sollte er eigentlich entspannt sein: Zumindest der Ansturm auf seine Leber und Lunge dürfte begrenzt sein. „Ich bin ein Mensch, der zu Lebzeiten kein Testament macht“, teilt er noch mit, und wir sind gespannt, wie genau er seinen letzten Willen dereinst postum übermittelt.

          Dem Tod von der Schippe gesprungen ist vor einiger Zeit Bonnie Tyler: „Jürgen Drews rettete mein Leben“, sagt sie dem „Echo der Frau“. Bei einem Essen mit dem Mallorca-König sei ihre Mähne den Kerzen zu nah gekommen und habe Feuer gefangen: „Jürgen hat mich gelöscht, doch nicht mit Wasser, sondern mit Champagner.“ Denn „er schnappte sich einfach das, was er zu fassen bekam“. Von nun an werden wir Drews mit anderen Augen betrachten – hätten wir doch geschworen, dass er brennende Kollegen am ehesten mit einem Eimer Sangría löscht.

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