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Herzblatt-Geschichten : Einen Deutschen hat sie gebraucht

Endlich einer, der sie versteht: Heide Klum mit ihrem Freund Tom Kaulitz Bild: dpa

Heidi Klum erklärt ihre Schwäche für Tom Kaulitz, britische Steuerzahler fürchten eine Wiederholung der Hochzeit von Harry und Meghan und Gwyneth Paltrow muss für ausgebliebene Orgasmen blechen. Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

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          Manchmal werden in den Herzblättern, die noch jede Nichtigkeit hochjazzen, die spannendsten Geschichten unter Wert verkauft. Zum Beispiel jene, die „Gala“ ihrer Leserschaft als 15-Zeilen-Meldung verkauft: Gwyneth Paltrow habe „Vaginal-Eier (ca. 60 Euro“) vertrieben und „damit bessere Orgasmen“ versprochen. „Doch die blieben aus. Ihre Kundinnen klagten. Nun muss die Schauspielerin rund 125.000 Euro Entschädigung zahlen.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dieser kurze Text wirft unzählige Fragen auf: Blieben nur die besseren Orgasmen aus oder generell welche? Wie lässt sich, zumal von der Justiz, prüfen, ob jemand einen – guten – Orgasmus hatte? Und kann man, da sich Orgasmen bekanntermaßen vortäuschen lassen, auch vortäuschen, keinen Orgasmus gehabt zu haben, um Geld herauszuschlagen? Damit hätte „Gala“ locker drei Seiten füllen können.

          Und dabei auch die Frage behandeln können, ob alle Männer, die sich gegenüber ihren Sexualpartnerinnen fälschlicherweise als tolle Liebhaber verkauft haben, nun ebenfalls mit Schadensersatzforderungen rechnen müssen.

          Weil er es nicht so mit Namen hat, benennt Carsten Maschmeyer die Menschen in seiner Umgebung gerne nach ihrer Funktion: Hier mit seiner „Frau Begleitung“

          Maschmeyers Kosenamen

          Mehr geschäftlichen Erfolg als Paltrow scheint Carsten Maschmeyer zu haben, Investor in der Show „Die Höhle der Löwen“, der aber andere Schwächen zeigt. Maschmeyer, lesen wir, „hat’s nicht so mit Namen. Der Milliardär zu Bild: ,Deswegen nenne ich alle liebevoll nach ihrer Funktion: Herr Eingang, Herr Linse, Frau Tuch, Frau Pinsel.‘“

          Da hoffen wir für Maschmeyers Gattin Veronica Ferres, dass er zumindest ihren Namen weiß, statt sie, je nach Funktion, Frau Begleitung, Frau gutes Gespräch oder Frau Bett zu nennen. Naheliegende Funktionsnamen für Maschmeyer selbst – Herr Fernsehnase oder Herr Raubtierkapitalist – sind indes auch nicht leichter abzuspeichern als der Name Maschmeyer.

          Sind Harry und Meghan etwa auf der Suche nach dem Grabstein ihres gemeinsamen Vorfahren?

          Von Harry und Meghan zu Adam und Eva

          Bei den Royals müssen wir uns immerhin nur die Vornamen merken, jeder weiß, wer gemeint ist – und jeder erschrickt ob der Schlagzeile „Harry & Meghan – Schock in England! Ist ihre Ehe ungültig?“, die uns „Meine Freizeit“ vorsetzt. Die Vorstellung, dass all der Pomp wiederholt werden muss, mit den gleichen Gästen und mit noch einer Kutschfahrt, dürfte nicht nur Englands Steuerzahler frösteln lassen. Warum aber sollte die Ehe ungültig sein? War Meghan noch gar nicht geschieden? Stand Harry, was dank Videobeweis erst jetzt herauskam, bei der Trauung im Abseits?

          Die Wahrheit ist dramatischer: „Denn nun deckte der Ahnenforscher Gary Boyd Roberts auf, dass Prinz Harry (34) tatsächlich mit Meghan Markle (37) verwandt ist. Klingt erstmal, als müsste die Ehe schnellstens wieder annulliert werden“, schreibt das Blatt. Sollte Skandalvater Thomas Markle auch Harrys heimlicher Papa sein? Nein, die beiden „haben Glück: Ihr gemeinsamer Vorfahr Ralph Bowes lebte bereits von 1480 bis 1560 und macht die beiden damit zu Cousin und Cousine 15. Grades.“ Und soweit man weiß, wird Bowes gegen die Ehe auch keinen Einspruch erheben, ebenso wie Harrys und Meghans noch ältere Ahnen Adam und Eva.

          Ring-Uhus sind Ring-Elstern vorzuziehen

          Hochzeit gefeiert haben auch Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters: „Der Designer und der Künstler gaben sich in St.Severin auf Sylt das Ja-Wort“, schreibt „Gala“, „und Gala war natürlich exklusiv dabei.“ Das ist allerdings Unfug, denn auf den Fotos erkennt man deutlich zahlreiche andere Leute. „Frau im Spiegel„ wiederum will exklusiv bei der Hochzeit von Caroline Beil und Philipp M. Sattler gewesen sein und berichtet: „Ein Clou: Der zahme Uhu ,Sage‘ flog mit einem Säckchen die Eheringe ein!“ Offen bleibt, ob der weise Vogel auch noch die Predigt hielt. Wer nun mit dem Gedanken spielt, bei der eigenen Hochzeit die Eheringe ebenfalls einem Vogel anzuvertrauen, dem sei gesagt: Uhus sind gut geeignet, Elstern weniger.

          Zahlreiche Schaulustige bei der Hochzeit des Modedesigners Guido Maria Kretschmer mit Frank Mutters.

          „Mit welchen drei Promis würden Sie gerne mal dinieren?“, will derweil „Das neue Blatt“ von Kai Pflaume wissen, und der antwortet: „Den ,3 Fragezeichen‘.“ Pflaumes Antwort auf die Frage „Bei welcher Sünde werden Sie schwach?“ wiederum lautet: „????“. Wer oder was, fragen wir uns da, sind denn die „4 Fragezeichen“? Eine sündige Variante der „3 Fragezeichen“?

          Anita Hofmann ist wohl offen für eine neue Beziehung. Ob sie bei der Premiere des Glöckners von Notre Dame schon jemanden ins Auge gefasst hat?

          Stets zu zweit treten die Sängerinnen Anita und Alexandra Hofmann auf, mit denen „Das goldene Blatt“ aufmacht: „Wie schön! Liebes-Glück und Baby-Jubel“. Demnach „ist die brünette Anita wieder offen für einen neuen Mann im Leben“ und wünsche sich „einen Partner, mit dem ich über alles reden kann“ – und da, meint „Das goldene Blatt“, „kann es wohl nicht mehr lange dauern, bis Anita ihr Herz erneut verliert“ und auch bald ein Baby kriegt. Ach, aus reinen Wünschen würden wir auch gern mal Schlagzeilen machen: „Wie schön! Trump tritt ab“ oder „Ganz Deutschland jubelt – Gehaltserhöhung für Zeitungsredakteure“.

          Im ganz realen Liebes-Glück befindet sich Heidi Klum, die laut „Bild“ erklärt hat, was sie wirklich zu Tom Kaulitz hinzieht – nicht dessen Äußeres oder Jugend etwa, sondern die gemeinsamen Wurzeln: „Vielleicht war es immer diese eine Sache, die mir gefehlt hat – ich habe einen Deutschen gebraucht.“ Wahre Liebe gibt es demnach nur unter Landsleuten – worauf auch ein anderer Satz hindeutet, mit dem Klum in „Bild“ zitiert wird: „Vielleicht ist er der erste Mann, der wirklich versteht, was ich sage.“ Und wir hätten gedacht, dass nach all den Jahren in Amerika ihr Englisch doch etwas besser wäre.

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