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Herzblatt-Geschichten : Ich mag Männer auch als Menschen

Kennt das Geheimnis einer guten Ehe: Nicole Kidman Bild: AP

Schlechte Geschenke für Sylvester Stallone, guter Rat für Eltern von Julia Roberts und eine Geheimwaffe gegen George Clooney: die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Da würden wir uns hübsch bedanken bei der Bunten, wenn wir, wie die Schauspielerin Julia Malik, in einem Interview den nachdenklichen Satz äußerten: „Vielleicht ist die eine romantische Liebe für das Leben gar nicht so ein Erfolgsmodell, wie wir glauben“ – und Bunte daraus dann die Schlagzeile macht: „Vielleicht ist die Monogamie überholt“. Hätte aber auch noch schlimmer kommen können für Malik, etwa mit der noch etwas mehr zugespitzten Bunte-Schlagzeile: „Ich möchte gern mit ganz vielen Männern zusammenleben“.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Viele finden das ja schon schwierig, wenn es nur um einen einzigen Mann geht. Wie man das ganz gut hinbekommt, erläutert in Bunte Nicole Kidman: „Der Hauptgrund, warum es zwischen uns funktioniert, ist, weil ich ihn als Menschen mag.“ Mancher Leserin dürfte es da wie Schuppen von den Augen fallen: Deshalb also läuft es mit meinem Kerl so schlecht – weil ich ihn als Menschen nicht ausstehen kann!

          Minuten wie Jahre

          Zufrieden mit ihrem Ehemann hingegen ist Kidmans Kollegin Julia Roberts, die im Neuen Blatt mit den Worten zitiert wird: „Die Zeit mit ihm verging wie im Flug. Jedes Jahr fühlte sich wie eine Minute an.“ Über ihre demnach achtzehnminütige Ehe mit Daniel Moder sagt Roberts weiter: „Wenn nicht ab und zu ein Kind auf der Bildfläche erschienen wäre, dann würden wir gar nicht begreifen, wie viel Zeit verstrichen ist.“ Da würde es uns interessieren, wie viele Sekunden nach Roberts’ Zeitgefühl eine Schwangerschaft dauert. Wer nun freilich glaubt, eine Hochzeit sei angesichts all dessen kein gar so großer Schritt, der sollte gewarnt sein: Es dürfte umgekehrt auch genug Ehen geben, wo sich jede Minute wie ein Jahr anfühlt.

          Kann auf viele Minuten Ehe zurückblicken: Julia Roberts
          Kann auf viele Minuten Ehe zurückblicken: Julia Roberts : Bild: AP

          Für Leute, bei denen ebenfalls Kinder auf der Bildfläche erschienen sind, hat Roberts einen Rat. Sie, in deren Garten Kopfsalat, Kohl und Karotten wachsen, empfiehlt: „Wenn du willst, dass dein Kind Gemüse isst, dann lass es das Ganze selbst anbauen.“ Na großartig: Als wäre es nicht nervenaufreibend genug, dafür zu sorgen, dass der Nachwuchs sich ab und an Brokkoli reinquält, sollen wir ihn nun noch dazu anhalten, sich das Zeug selbst zu pflanzen. Seltsam allerdings, dass unsere Kinder säckeweise Bonbons und Schokolade futtern, obzwar sie die gar nicht selbst hergestellt haben.

          Geheimwaffe für die Kinder

          Nicht ganz rund bei der Kindererziehung läuft es bei George Clooney, der sich laut der Aktuellen in einer Talkshow beklagt hat, dass seine kleinen Zwillinge fließend Italienisch sprächen: „Wir haben etwas sehr Dummes getan. Ich spreche kein Italienisch, und meine Frau spricht kein Italienisch. Also haben wir sie mit einer Geheimwaffe ausgestattet.“ In diesem Fall steht „wir“ vermutlich für die italienischen Kindermädchen des Paars in dessen Anwesen am Comer See. Es dürfte jedenfalls nur eine Frage der Zeit sein, bis die Zwillinge von der Geheimwaffe Gebrauch machen und sich vor ihren ratlosen Eltern auf Italienisch absprechen: „Los geht’s: Ich simuliere einen Hustenanfall, und du plünderst die Dose mit den Amarettini.“

          Schenkt man so einem Mann nur eine Unterhose? Sylvester Stallone
          Schenkt man so einem Mann nur eine Unterhose? Sylvester Stallone : Bild: AFP

          Mancherlei falsch gemacht hat offenbar auch Sylvester Stallone. Laut Bunte hat er für seine Familie ein Strandhaus in Florida gekauft – und von seinen drei Töchtern, 24, 22 und 18 Jahre alt, als Weihnachtsgeschenk erhalten: „eine Unterhose, auf der ‚Lazy one‘ stand. Das bedeutet auf Deutsch in etwa ,der Bequeme‘...“ Allerdings scheint uns, wenn drei erwachsene Töchter dem Vater eine Unterhose schenken, die Bequemlichkeit in dieser Familie durchaus verbreitet zu sein.

          Zwei Jahre vor der Toilette

          Leicht irritierend fanden wir auch folgende Schlagzeile des Neuen Blatts: „Günther Jauch – Er wartete zwei Jahre vor der Damentoilette“. Wir wären da ja längst zu den Herren gegangen, wo es meist eh viel schneller geht, Jauchs Absicht aber war eine andere: Wie er in einer Show verriet, postierte er sich einst in einer Kneipe regelmäßig an diesem „taktisch klugen Ort“ zwischen WC und Zigarettenautomat, um die Frau für sich zu gewinnen, die er später heiraten sollte. Zwei Jahre Wartezeit scheinen uns dennoch ungewöhnlich lang: Womöglich rauchte seine Angebetete ja gar nicht, oder sie hielt ihn für die Reinigungskraft.

          Flotter geht das Kennenlernen anscheinend bei Andrea Kiewel, die dem Neuen Blatt zufolge dazu neigt, bei Dates „Geschichten zu erfinden“: Einem „heißen Israeli“ habe sie „erzählt, ich sei Tierärztin aus Erfurt“. Nur, so Kiewel, „weil man nicht die Wahrheit sagt, ist es keine Lüge“. Kann man durchaus so sehen. Sollte aber besagter Herr sie dereinst mit Tränen in den Augen anflehen, sie möge seinen kranken Hund notoperieren, dann könnte die Sache so oder so übel ausgehen.

          Hoffentlich ohne böse Folgen bleibt, was Das goldene Blatt seiner Leserschaft in der Rubrik „Omas Tipps“ vorsetzt: „Milch erwärmen – Damit sie nicht anbrennt, Glasmurmel in Topf geben. Durch Bläschenbildung ist sie ständig in Bewegung und ersetzt so den Kochlöffel.“ Da sollte das Blatt kommende Woche besser noch einen Tipp nachreichen: „Vor dem Trinken warmer Milch bitte unbedingt die Glasmurmel entfernen.“

          So, bei uns gibt’s jetzt auch was Warmes, aber keine Milch, sondern einen schönen Eintopf mit Kohlrabi. Jedenfalls dann, wenn die Kinder endlich vom Acker zurückkommen.

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