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Herzblatt-Geschichten : Ich bin so gern mit mir zusammen

Daniel Brühl, hier beim Auf-, nicht beim Austreten Bild: dpa

Können Bären lachen? Hat Meghan finstere Pläne? Wer hat Günter Netzer all die Jahre ferngesteuert, und welcher deutsche Star geht aufs „Klöchen“? Fragen und Antworten in den Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Immer wieder traurig mitzuerleben, wenn jemand seinen Beruf verfehlt hat. Nehmen wir den „Bild“-Autor Norbert Körzdörfer, den es in die Prominentenberichterstattung verschlagen hat, obwohl er viel lieber Biologe geworden wäre. Sein Lebensprojekt scheint der Nachweis zu sein, dass nicht allein Primaten lachen können: „Er lächelt und guckt wie eine Eule“ schrieb Körzdörfer über Robert De Niro, über Hugh Jackman: „Er lacht wie ein Adler“, und über James Franco hieß es: „Wie ein Bär fällt er schmunzelnd in den Sessel.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dass Bären nicht nur schmunzeln können, erfahren wir nun in Körzdörfers Text über Danny DeVito, dem er „ein Lachen wie ein Bär“ bescheinigt. Fiel es brummig aus, zeigte DeVito seine massiven Eckzähne, klebte ihm Honig am Maul? Körzdörfer hält sich da bedeckt.

          Nicht „Bild“ empfängt Daniel Brühl zum Gespräch, sondern „Gala“, die schreibt: „Er ist herrlich unkompliziert. ,Ich geh noch schnell aufs Klöchen!‘, ruft Daniel Brühl, 41, als er die Suite im Berliner ,Soho House‘ betritt, wo wir zum Interview verabredet sind.“ Wären wir, so fürchterlich kompliziert, wie es wir leider sind, der Interviewer gewesen, dann wären wir angesichts der Wortwahl aus dem Sesselchen gesprungen und ins Flurchen gerannt, aus Scham und aus Angst, dass Brühl noch mehr solche Sachen auf Lager hat: „Hallöchen Popöchen, ich geh aufs Klöchen. Tschüssikowski!“ Die „Gala“-Gesprächspartnerin bleibt aber sitzen und hört Brühl von seinen Erfahrungen als Vater berichten: „Die Probleme von damals betrachte ich nur noch als Problemchen.“ Und das Klo von damals als Klöchen?

          Königshaus in Schutt und Asche

          Von hier aus ein sehr weiter Schritt ist es zum britischen Thron, der immer stärker ins Wanken gerät. „Meghan – Ihr verzweifelter Hilferuf!“ titelt „Meine Woche“ mit Bezug auf das Fernseh-Interview der Herzogin, während „Die Aktuelle“ aufmacht mit: „Prinzessin Meghan – Die Gefangene im Palast!“ Bevor diese, lesen wir, „so unglücklich wie Diana wird, legt sie eher das ganze Königshaus in Schutt und Asche...“. Man sollte der Gefangenen dann wohl besser die Zündhölzer wegnehmen.

          Nehmt ihr die Zündhölzer weg: Meghan

          Eine von „In“ erwähnte Studie der sogenannten Knowledge Academy erfährt unter diesen Umständen besondere Brisanz: Das Institut hat berechnet, was die Mitglieder des Königshauses verdienen würden, müssten sie auf ihre royalen Privilegien verzichten. Topverdienerin wäre niemand anders als Meghan, die in ihren alten Job als Schauspielerin zurückkehren könnte, während Harry und William als einfache Angestellte ihrer Stiftungen (gäbe es die dann überhaupt?) nur 2000 Euro brutto bekämen.

          Charles, wenn wir das Szenario weiterspinnen, könnte sich als Gärtner durchschlagen, während die Queen selbst nach einer Ausbildung in der Armeezeit als Automechanikerin arbeiten könnte, spezialisiert auf Oldtimer; doch würde sie mit 93 Jahren noch jemand fest einstellen wollen? Allein Prinz Philip, 98, müsste sich um seine Zukunft keine Sorgen machen: Mit seinem frechen, politisch unkorrekten Humor könnte er jederzeit als Gagschreiber bei Dieter Nuhr einsteigen.

          Becoming Michelle Obama

          Eine glänzende Karriere auch nach ihrer Zeit im Weißen Haus legt Michelle Obama hin. Wie wir „Gala“ entnehmen, veröffentlicht sie nach ihren Memoiren „Becoming: Meine Geschichte“ nun „Becoming: Finde deine innere Stimme. Das inspirierende Ausfüllbuch“. Demnächst dann bestimmt im Handel: „Becoming – Das Malbuch für Erwachsene“, „Der große Becoming-Jahreskalender“ sowie „Becoming – Das Kochbuch“.

          Meghans verzweifelter Hilferuf bleibt diese Woche derweil nicht der einzige. „Andrea Berg – Verzweifelter Hilferuf! Kann sie ihre Freundinnen jetzt noch retten?“ fragt sich „Die neue Frau“ und meint Vanessa Mai, die unter Erfolgsdruck stand, und Maite Kelly, die ein Virus erwischt hat. Nicht mal mehr Andrea Berg kann einem weiteren Kollegen helfen: „Jetzt liegt alles in Gottes Hand – Florian Silbereisen – Dramatischer Hilferuf“ titelt „Neue Post“. Silbereisen nämlich hat in einer Show den Mireille-Mathieu-Schlager „Gott im Himmel“ gesungen.

          Netzer, ferngesteuert

          Den ultimativen Beweis für Gottes Existenz liefert Günter Netzer: sich selbst. „Es fällt mir zwar schwer, an Übersinnliches zu glauben, aber manchmal denke ich, das kann doch nicht von dieser Welt sein, was mir in meinem Leben schon gelungen ist“, lässt er „Bunte“ wissen. „Das muss doch ferngesteuert sein.“ Hauptsache, er kriegt, wo das jetzt rauskommt, nicht seine Titel aberkannt. Allerdings scheint die Fernsteuerung nicht immer perfekt funktioniert zu haben: Häufig ist Netzer ja nur sehr langsam über den Platz getrabt.

          Ebenfalls sehr im Einklang mit sich selbst ist Emma Watson, die, wie „Gala“ berichtet, dem Trend zur „Sologamie“ folgt und sich als glücklichen Single begreift: „Ich nenne es, mit mir selbst zusammen zu sein.“ Doch würde sie, sobald sie doch wieder einen Partner findet, sich dann nicht selbst betrügen?

          Zum Schluss stoßen wir auf noch einen Text von Körzdörfer, der über den Film „Last Christmas“ schreibt: „Man kommt mit einer lächelnden Träne aus dem Kino.“ Nicht mit einer weinenden, gar tränenüberströmten Träne also, denn in Körzdörfers Wunderwelt können auch Tränen lächeln, wenn sie auf Reisen gehen oder aufs Klöchen, und während wir uns in diese Gedanken hineinsteigern, stürmen plötzlich die Kollegen ins Büro, denn offenbar haben wir einen verzweifelten Hilferuf ausgestoßen. Zum Glück war es ein Hilferuf, der sanft gelächelt hat.

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