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Herzblatt-Geschichten : Mein Hund liebt sehr intensiv

Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanovic haben in Venedig geheiratet – sie heißt jetzt privat Schweinsteiger. Bild: dpa

Aller guten Dinge sind drei: Fußballer Pelé heiratete erneut. Sänger Norman Langen zieht sich beim ersten Date aus und auch Paula Lamberts Hund wird emotional.

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          Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass es sich hier um wahre Liebe handelt, hiermit wäre er erbracht: Ana Ivanovic hat, wie die Bild-Zeitung recherchiert hat, den Namen ihres Mannes angenommen. Gut, den Tennisplatz betritt sie weiterhin als Frau Ivanovic, privat aber heißt sie Schweinsteiger.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In der ihm eigenen Art gratuliert in Bild auch Franz Josef Wagner. Schweinsteiger wisse nun, „wofür Männerhände da sind. Dieses Salz muss ich auf die Hochzeitstorte streuen“, schreibt er und stellt fest: „Schweini trägt einen Ehering am Handfinger.“ Ähm, Wagner, gibt’s denn auch noch an anderen Stellen Finger? Und nennen Sie Ihren Zinken auch „Gesichtsnase“?

          Und noch ein großer Fußballer hat geheiratet. Pelé und seine dritte Frau „haben sich 2010 in einem Fahrstuhl kennengelernt“, berichtet Bild und bringt unsere Phantasie zum Blühen: Ob sie wohl bis in den 23. Stock hochgefahren sind? Oder reichten für die Liebe schon zwei Stockwerke? Sind die beiden womöglich einfach nicht mehr ausgestiegen, immer hin- und hergefahren, hoch und runter?

          Wo ist das Gespür für Romantik?

          Etwas weniger romantisch dünkt uns, wie der Sänger Norman Langen seine Verena umwarb. Das erste Date habe man in der Sauna gehabt, erzählt Langen dem Neuen Blatt: „Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, dass ihr das unangenehm sein könnte. Ich habe das erst gerafft, als sie auf einmal total rot wurde, als ich mich ausgezogen habe.“

          Das Gespür für den besten Ort bewies Langen auch vorm Heiratsantrag in einem Lokal: „Vorher ist er noch mit meinem Vater auf die Toilette gegangen“, erzählt Verena, „und hat ihn dort um seine Erlaubnis gefragt.“ Weiter geht’s dann vermutlich mit dem Polterabend am FKK-Strand und der Trauung beim Urologen.

          Redet über Sex: André Rieu.

          Wo wir uns gerade in diesen Regionen befinden: „Oh, là, là - Christine Kaufmann & André Rieu - Ihre geheimen Fantasien halten sie jung“, schreibt Woche der Frau und macht den Geheimnissen sogleich ein Ende. „Manche Untreue hat nur im Kopf stattgefunden. Hocherotische Begegnungen ohne Sex“, führt Kaufmann aus. „Ich sage immer: Die Seele hat auch eine Vagina.“ Gilt das dann auch für männliche Seelen? Oder haben Männer gar keine?

          Rieus Konzerte seien wie Sex

          Rieu wiederum phantasiert nicht von Christine Kaufmann, sondern von seiner versammelten Zuhörerschaft, weil seine Konzerte „wie Sex“ seien: „Sehr langsam und am Ende eine Explosion nach zweieinhalb Stunden.“ Zweieinhalb Stunden, da kann man wirklich nur oh, là, là sagen. Wobei wir fürchten, dass Sex unter deutschen Dächern allzu oft eher wie eine typische Punkrock-Nummer ist: roh, ungelenk, disharmonisch und nach nicht mal zwei Minuten zu Ende.

          Dass er in einer anderen Liga spielt, verdeutlicht auch ein Rieu-Zitat aus dem Echo der Frau: „Wenn ich meine Frau damals nicht getroffen hätte, würde ich heute wohl unter einer Brücke mit einer Flasche Whisky in der Gosse liegen.“ Unsereins läge vermutlich mit einem billigen Korn dort, bei Rieu darf es ein edlerer Tropfen sein.

          Wie bescheiden tritt dagegen unser Bundestrainer auf. „Ich glaubte an einen Scherz, als unter meiner Fanpost ein Brief mit DFB-Logo und dem Absender Joachim Löw lag“, erzählt Karoline Herfurth OK!. Wer hätte das gedacht: Statt sich bei der Schauspielerin, auf die er abfährt, gleich per Helikopter im Garten absetzen zu lassen, schreibt er ihr ganz brav einen Brief. „Jogi ist meine absolute Nummer eins. So stilvoll!“, schwärmt Herfurth, die OK! übrigens als „Brain-Beauty“ bezeichnet. Nicht weil sie so ein hübsches Hirn hat, sondern weil sie neben der Schauspielerei Politik studiert.

          Die Schöne und der Kluge

          Brain und Beauty trafen auch in Monaco zusammen, denn das Fernseh-Starlet Nathalie Volk hat es geschafft, dort neben dem Staatsoberhaupt zu posieren, und teilt via Woche der Frau mit: „Fürst Albert ist sehr nett und intelligent!“

          Solch Lob aus berufenem Munde wird Albert gewiss freuen. Anlass der Reise war ja eigentlich, dass Nathalie Albert dafür gewinnen wollte, eine Reality-Show mit ihr zu produzieren; je nachdem, ob er sich drauf einlässt, werden wir bald wissen, ob er wirklich so schlau ist.

          In philosophische Gefilde begibt sich Bunte: „Woran erkennen Sie, dass Ihr Tier eine Seele hat?“, fragt sie. Zwar antwortet nicht Christine Kaufmann, aber unter anderen die als „Sexpertin“ vorgestellte Paula Lambert. „Mein älterer Hund liebt sehr intensiv“, sagt sie. „Er liebt auch eine Hündin namens Grilldusiemir, die in der Nachbarschaft wohnt. Wer sich diesen Namen ausgedacht hat, hat eindeutig nicht bedacht, dass Tiere Gefühle haben.“ Armer Hund, jedes „Bei Fuß, Grilldusiemir!“ ein Stich ins Herz.

          Intensiv lieben darf endlich auch der schwer vermittelbare „Bauer sucht Frau“-Star Schäfer Heinrich. „Er ist so liebenswert, hat ein gutes Herz“, preist ihn Freundin Sabrina, „und geht so wunderbar mit seinen Schafen um.“ Die tragen bestimmt auch alle ganz entzückende Namen.

          Keine guten Nachrichten hat Freizeitspaß: „Guido Cantz - Lebensgefahr! Der Kampf der Ärzte um seine Gesundheit“, titelt das Heft. Weiter hinten klärt der „Verstehen Sie Spaß?“-Moderator persönlich die Sache auf: Ja, er war ernsthaft krank. Und zwar 1996. Da hätten wir dir, Freizeitspaß, noch eine viel dramatischere Zeile liefern können: „Guido Cantz - Er kann nicht sprechen und laufen!“ Nicht gelogen, das war wirklich so. Nämlich 1971, kurz nach seiner Geburt.

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