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Herzblatt-Geschichten : Sie muss sofort zurücktreten

Palina Rojinski ist als Russland-Expertin der ARD bei der Weltmeisterschaft dabei. Bild: SvenSimon

Drama in Russland? Jogi Löw bekommt eine Schock-Nachricht mit Ankündigung und Palina Rojinski erklärt, warum sie absichtlich auf die Füße anderer Leute tritt.

          Dass sich dieser Tage auch die Herzblätter berufen fühlen, sich des Themas Fußball anzunehmen, ist nicht unbedingt eine gute Idee. Zum Beispiel dann nicht, wenn Frau im Spiegel über Jérôme Boateng berichtet: „Vor zwei Jahren schoss er, für einen Abwehrchef unüblich, im Achtelfinale gegen die Slowakei in der achten Minute ein Tor.“ Welches wäre denn für einen Abwehrchef eine üblichere Minute gewesen? Über Boatengs Kollegen Mats Hummels wiederum heißt es, er habe eine gefährliche Schwäche für Süßigkeiten: „Ich habe eine Schublade voller Schokolade in der Küche, die ich aber nicht anrühre.“ Ist das dann so eine Art mentales Training? Und falls nicht: Wäre es dann nicht schlauer, gar keine Schokolade im Haus zu haben?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Natürlich ganz vorn auf den Titelseiten mit dabei: Joachim Löw. „Liebes-Drama in Russland? Die Schock-Nachricht für den Bundestrainer“, schreit es vom In-Cover. Im Text dazu geht es darum, dass Löws seit zwei Jahren von ihm getrennt lebende Ehefrau auch nach Russland nicht mitgefahren ist, und weil an keiner Stelle mehr von einer Schock-Nachricht die Rede ist, kann es sich dabei eigentlich nur um die Niederlage der DFB-Elf gegen Mexiko handeln. Hoffentlich hat man Löw das schonend beigebracht. Freizeitwoche wiederum titelt: „Enthüllt – Jogi Löw – Sein geheimes Tagebuch“, weiß aber lediglich zu zitieren, dass Löw in seinem Tagebuch etwa notiert, „was ich für Gespräche geführt habe. Aber auch Ziele: Was will ich?“ Dazu druckt Freizeitwoche ein Foto von Löw am Spielfeldrand, der gerade etwas notiert, und die Worte: „,Was will ich?‘, fragt sich Jogi oft selbstkritisch und schreibt seine Gedanken nieder.“ Also, wenn Löw sich tatsächlich während des Spiels immerzu fragt, was er eigentlich will, dann wundert uns die Auftaktleistung der deutschen Mannschaft nicht mehr.

          Palina Rojinski, als Russland-Expertin für die ARD unterwegs, wird von Gala befragt, ob sie abergläubisch sei: „Oh ja, wenn man mir auf den Fuß tritt, trete ich sofort zurück, weil es heißt, dass man sich sonst streitet.“ Dann ist zu hoffen, dass der Getretene genauso abergläubisch ist und den vorbeugenden Tritt richtig einzuordnen weiß, ansonsten besteht die Gefahr, dass Rojinski einen ganz bösen Streit überhaupt erst, äh, lostritt.

          Heidi Klum wird verlassen

          Bald zurück im Fernsehen wird auch Thomas Anders sein, der laut Neuem Blatt eine eigene ZDF-Sendung bekommt: „Bei ,Du ahnst es nicht‘ geht es rund ums Thema Ahnenforschung.“ Da ahnen wir sofort, welche Sendungen das ZDF sich demnächst noch so ausdenken wird: eine Hochzeitsshow namens „Ihr traut euch was“, eine Antiquitäten-Sendung namens „Du trödelst ja schon wieder“ und das Handarbeits-Magazin „Du spinnst wohl“.

          Apropos: Am plumpesten auf die Leichtgläubigkeit der Leser setzt diese Woche OK! mit der Titelstory „Heidi Klum – Trennung! Schock für die ,GNTM‘-Chefin – Warum ihr Freund Thomas sie jetzt verlässt“. Sammler unnützen Wissens erkennen sogleich, dass hier die Nachricht von Thomas Hayos Rückzug aus der „GNTM“-Jury umschrieben, aber so getan wird, als habe Heidis junger Freund Tom Kaulitz sie verlassen, dessen bürgerlicher Name freilich tatsächlich Tom lautet. Andererseits sind er und sein Zwillingsbruder Bill inzwischen alt genug, um künftig als Thomas und Wilhelm Kaulitz aufzutreten.

          Geht gar nicht – oder doch? Prinz George spielt mit einem Plastikwaffenset, Prinzessin Charlotte mit einer Sonnenbrille.

          Über die noch sehr jungen Geschwister Prinz George und Prinzessin Charlotte schreibt Das Neue: „Wirbel um Kates Kinder – Sie macht auf Model – Er spielt mit Waffen“. Während nämlich Charlotte es gewagt hat, beim Spiel auf der Wiese eine Sonnenbrille zu tragen, wurde George mit einer Plastikpistole gesichtet, worauf Das Neue nun behauptet, „die Engländer“ debattierten, „ob es pädagogisch wertvoll ist, dass ein kleiner Junge mit einer Spielzeug-Pistole hantiert“. Ist natürlich alles nicht die große Sache, die Das Neue draus macht, wo wir am Ende noch lesen dürfen: „Liebe Engländer, wäre es euch lieber, wenn George & Charlotte die Rollen tauschen würden, sie mit Waffen spielt und er im Kleidchen über die Wiese springt? Sicher nicht!“ Das wäre in der Tat fürchterlich: Besser, der Sohn ist ein Waffennarr als eine Tunte.

          Kinderfragen über Kinderfragen

          Wir bleiben beim Thema Nachwuchs. Simone Rethel, die einst mit Johannes Heesters verheiratet war, wird vom Goldenen Blatt gefragt: „Wenn Sie ,Jopi‘ früher kennengelernt hätten, hätten Sie dann vielleicht Kinder gehabt?“ – „Vielleicht. Ich weiß es nicht“, entgegnet Rethel. „Aber das Wort ,hätte‘ habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen.“ Irritierenderweise sagt die Schauspielerin im selben Interview noch den Satz: „Ich hätte gerne Kinder gehabt.“ Und, nach einem möglichen neuen Partner gefragt: „Er hätte es auf jeden Fall schwer.“ Da wird sie wohl noch einmal nachstreichen müssen.

          Bei Brigitte Nielsen, 54, steht die Kinderfrage nicht mehr im Konjunktiv. Frau im Spiegel zeigt sie neben ihrem Freund Mattia Dessi „mit opulentem Babybauch“ und informiert: „Die Schauspielerin und der italienische Barkeeper sind seit 2006 verheiratet und hatten schon lange versucht, schwanger zu werden.“ Schön, dass es dann wenigstens bei einem von beiden endlich geklappt hat.

          Brigitte Nielsen beim Vorstellen ihrer Biografie in 2011, damals noch ohne Babybauch.

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