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Herzblatt-Geschichten : Ich bin voll der Zuhausemensch

RTL-Superstar Prince Damien will seinen Echsen ein neues Luxus-Zuhause gönnen. Bild: dpa

Kein Idee, wie sie ihr alt gewordenes Eheglück wiederbeleben können? Hier sind ein paar Vorschläge von Prominenten. Und wenn gar nichts mehr hilft, empfiehlt sich eine Nasenkorrektur oder der Seitensprung zur Friseurin.

          Ärgerlich an den Herzblättern ist ja auch, dass sie uns die eigene Unvollkommenheit vor Augen führen, so auf dem Gebiet der Romantik. Hansi Hinterseer zum Beispiel, dreißig Jahre verheiratet, beteuert im Echo der Frau: „Romana und ich feiern jeden Tag unsere Liebe.“ Dreißig Jahre lang täglich feiern, wir könnten das nicht, wir sind aber auch nicht so trinkfest wie die Volksmusikbranche. Oder Kronprinz Haakon von Norwegen: Er will, behauptet Das goldene Blatt, „seine Liebste zu einer romantischen Fahrt mit dem Heißluftballon über Südnorwegen entführen“. Der Software-Unternehmer Bastian Yotta schließlich erzählt In: „Wir pflegen ein Beziehungs-Ritual. Jeden Tag haben wir ein Date im Pool. Dann spielen wir Wasser-Basketball und reden.“ Für viele andere Paare wäre das ja viel zu exotisch - täglich miteinander reden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch wir würden unsere Liebe gern mit einer Partie Wasser-Basketball im Heißluftballon feiern, doch unsere Mittel sind begrenzt. Anders offenbar als die der Yottas, welche demnächst eine Doku-Soap bestreiten und in In schon mal zeigen dürfen, was sie dafür prädestiniert: „Unsere Autos“, „Unser Haus“, „Unser Pool“. Außerdem steht da noch: „Unsere Charity“, und wir dachten erst, ach, sie haben eine Tochter - derartige Namen sind ja in solchen Kreisen verbreitet. Gemeint sind aber die wohltätigen Dienste, die die Yottas offenbar verrichten. „Vor allem zugunsten Obdachloser setzen sie sich ein“, steht über einem Foto, das Maria Yotta irritierenderweise neben einem geschmückten Elefanten zeigt. Obdachlosigkeit unter Elefanten, ein sträflich unterschätztes Thema.

          Diesen traurigen Zustand hinter sich gelassen haben die Haustiere von Prince Damien, soeben von RTL zum neuen „Superstar“ ernannt. Von den 500 000 Euro Siegprämie will er sich eine eigene Wohnung kaufen: „Dann kriegen die Echsen ein eigenes Zimmer.“ Einen „grünen Leguan namens Pedro, Salamander und Marmormäuse“ besitzt der Sänger, der sich als „voll der Zuhausemensch“ bezeichnet. Pedro und seine Freunde sind demnach vermutlich voll die Zuhauseechsen, wobei offenbleibt, ob auch die Mäuse ein eigenes Zimmer kriegen.

          Herbert Grönemeyer im August 2015 - damals noch unverheiratet oder jetzt immer noch unverheiratet?

          „Jamie kommt manchmal her und bringt ihren eigenen Käse mit“, sagt wiederum „Kawa Mustafa vom Deister-Grill“ der Bunten. Jamie ist keine Marmormaus, sondern das Mangamädchen, das Deutschland beim Eurovision Song Contest vertritt; da dessen Finale erst in der Nacht auf Sonntag und damit nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe endet, wissen wir nicht, ob der Käse, den Jamie nach Stockholm mitgebracht hat, dort gut angekommen ist. Kawa Mustafa jedenfalls macht Jamie mit ihrem Käse dann eine vegane Pizza, und auch die anderen Bewohner des niedersächsischen Ortes Bennigsen, den Bunte vor dem Song Contest besucht hat, sind ihr herzlich zugetan: „Endlich ist nicht immer nur unsere Nachbarstadt Springe in den Medien“, sagt die Rentnerin Dorothea Weigt. „Wir hier wollen ja auch mal berühmt werden.“ Um dem nicht im Weg zu stehen, verzichten wir in dieser Kolumne ausnahmsweise auf Nachrichten aus Springe.

          Nachrichten aus der Provence hat Bunte verbreitet: Dort habe Herbert Grönemeyer auf einem Gutshof „seine junge Freundin geheiratet“, und zwar „heimlich“, was laut Bunte natürlich gar nicht geht: Da, rügt Chefredakteurin Patricia Riekel, „hätte er sich einen weniger öffentlichen Beruf aussuchen müssen“ und nicht so persönliche Texte singen dürfen. Grönemeyers Medienanwalt freilich teilt mit, der Sänger habe keineswegs „auf einem Gutshof in der Provence seine Partnerin geheiratet“, die auch nicht, wie in Bunte angegeben, 28 Jahre jung sei: „Sie ist deutlich älter.“ Es dürfte nicht eben häufig passieren, dass eine Dame mit anwaltlicher Unterstützung ihr Alter nach oben korrigiert.

          Die Moderatorin Sylvie Meis hingegen, wie sie dem Neuen Blatt mitteilt, weiß sich selbst zu helfen: „Ich bin an jedem Stein, der mir in den Weg gelegt wurde, gewachsen.“ Irgendwann war sie dann so groß, dass sie einfach drüberhüpfen konnte.

          Unbelievable: Ozzy Osbourne soll nach 34 Ehejahren Kontakt mit einer Friseurin gehabt haben.

          Wenn das aber mal schiefgeht und man auf die Nase fällt, dann muss dem nicht unbedingt eine aufwendige Nasenkorrektur folgen. Dank Bunte erfahren wir vom neuesten Schrei in der plastischen Chirurgie: der „5-Minuten-Nase“ - nicht zu verwechseln mit der 5-Minuten-Terrine -, unter Fachleuten auch „Nose to go“ genannt. Mit einer Spritze, deren Wirkung ein gutes Jahr anhalte, könne man etwa „s-förmige Schiefnasen ausgleichen, indem man die konkave Gegenseite ,auffüllt‘“, erklärt der Gesichtschirurg Bernd Schuster. Er erklärt uns auch noch die „sogenannte Spannungsnase, bei der die Spitze wie bei einer Hexe im Kinderbuch nach unten innen gebogen ist“. Deren Träger können sie nun bequem gegen eine „Nose to go“ eintauschen. Doch aufgepasst, dass Sie nicht stattdessen eine „Nose to walk“ bekommen, dann haben Sie eine laufende Nase.

          Ein Drang nach Schönheit wurde womöglich Ozzy Osbourne zum Verhängnis: Er soll Bild zufolge „nach 34 Jahren Ehe seine Sharon (63) mit einer Friseurin betrogen haben“. Das hätten wir wirklich nie gedacht - dass Ozzy, der alte Zottelrocker, jemals Kontakt mit einer Friseurin gehabt hätte.

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