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Herzblatt-Geschichten : Zwei Schafe von Charles

Charlize Theron Bild: dapd

Wer meint, Soap-Darsteller seien auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar, den belehren „GZSZ“-Aussteiger eines Besseren. Auch bei Barbara Becker ist alles in bester Ordnung: „Mein Körper ist mein Rolls-Royce“, sagte sie „Echo der Frau“.

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          Soso, ein „Sturm der Entrüstung“ fegt laut Bild hinweg über die FDP-Frau Birgit Homburger, weil sie vorm Champions-League-Finale erklärt hat: „Ich hasse Bayern München.“ Ein Parteifreund aus Bayern riet prompt zum Rücktritt: „So einen dummen Spruch kann nur ein Vollpfosten bringen.“ Wir finden das seltsam. Da sagt eine Spitzenpolitikerin mal die Wahrheit, und schon ist der Teufel los. Warum wird Frau Homburger verdammt für etwas, wofür Horst Seehofer gefeiert wird? Der hat im Grunde ja auch nichts anderes gesagt als: Ich hasse Norbert Röttgen. - Auch wahltaktisch ist Homburgers Spruch gar nicht so verkehrt, dürfte die Zahl der Bayern-Hasser hierzulande doch immer noch deutlich höher sein als die der FDP-Stammwähler.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weil wir dies am Samstagnachmittag schreiben, wissen wir noch nicht, ob wir nach dem Finale dem FC Bayern gratulieren dürfen oder Birgit Homburger. Glückwunsch aber unserer Lieblings-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, welche Jubiläum feiert: 5000 Folgen sind bislang ausgestrahlt worden, von denen wir jede einzelne mehrfach gesehen haben. In enthüllt, was in all den Jahren so zum Einsatz kam: „300.000 Wattestäbchen, 5000 Haargummis, 20 Liter Kunstblut“ (sowie, aber das steht da nicht, an die 30 verschiedene Dialogzeilen).

          So sieht ein erfülltes Berufsleben aus

          Und wer meint, Soap-Darsteller seien auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar, den belehren „GZSZ“-Aussteiger eines Besseren. „Seit dem Ausstieg habe ich neben Schauspielunterricht, einem Auslandsaufenthalt und der Gründung zweier Firmen geheiratet und eine Tochter bekommen“, sagt etwa Nadine Dehmel, 36. Noch imposanter, obzwar ein wenig unstet wirkt die Nach-“GZSZ“-Karriere von Claudia Weiske, 41: „Ich habe Ernährungswissenschaft studiert und Kindertanz unterrichtet, bin als Immobilienmaklerin durch Berlin gezogen, habe eine Theaterpädagogik-Ausbildung gemacht, und nun arbeite ich als Reha-Übungsleiterin und Aquafitnesstrainerin, bin Rettungsschwimmerin und arbeite für einen Kartenvertrieb.“ So sieht ein erfülltes Berufsleben aus!

          Schauspielen selbst hingegen ist manchmal richtig gefährlich. Charlize Theron etwa, berichtet Frau im Spiegel, hat als böse Königin im neuen Schneewittchen-Film so viel Einsatz gezeigt, „dass beim Schreien vor der Kamera einer ihrer Bauchmuskeln riss“. Choleriker also aufgepasst: Wenn Sie schon herumschreien müssen, verzichten Sie besser auf Bauchmuskeln.

          „Ich bewege mich nicht nur, ich zelebriere meinen Körper“: Barbara Becker Bilderstrecke
          „Ich bewege mich nicht nur, ich zelebriere meinen Körper“: Barbara Becker :

          Barbara Becker, 45, würde das nie tun. Die Boris-Ex und Irgendwas-Designerin sagt im Echo der Frau: „Ich bewege mich nicht nur, ich zelebriere meinen Körper.“ Scheint, als sei sie ständig am Feiern, denn außerdem „zelebriere ich, was ich esse“. Trotz aller Partys steht Becker „in der Regel um 5.45 Uhr auf. Wenn ich Lust habe, meditiere ich noch eine Viertelstunde im Bett.“ Würden wir auch mal probieren, wüssten wir nicht sicher, dass unsere Lust aufs Meditieren um diese Zeit gen null geht. Aber wir würden auch nie, wie Barbara Becker, behaupten: „Mein Körper ist mein Rolls-Royce.“ Unser Körper ähnelt nämlich mehr einem VW-Käfer, Baujahr 1971.

          Eher in die Sportwagen-Richtung dürfte Diane Kruger, 35, gehen, wovon sich kürzlich in Kenia ein Leopard überzeugen konnte, dem die Schauspielerin beim Weg zur Dusche begegnete. „Ich war splitterfasernackt - nicht dass es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich ein T-Shirt getragen hätte. Der hätte mich auch so gefressen“, erzählt Kruger In. Sie ging also „ganz langsam rückwärts“, und dann „griff ich mir mein Telefon und wollte den Leoparden fotografieren“. Warum, bleibt unklar. Wollte sie, wenn sie schon ihr Leben lassen musste, wenigstens das Bild des Täters festhalten?

          Kriegt Camilla jedes Jahr Schafe geschenkt?

          Eine Kenia-Reise mit Leopardenbesuch hätte uns gerade noch gefehlt. Unser In-Horoskop liegt insofern richtig, wenn es rät, wir sollten uns „mehr Raum und Zeit“ für uns nehmen. Blöd nur, wie’s weitergeht: „Machen Sie es sich mit einem Liebesroman auf dem Balkon gemütlich, und entspannen Sie sich.“ Das bedeutet im Gegenteil argen Stress: Wo nehmen wir jetzt so schnell einen Liebesroman her und, noch schwieriger, einen Balkon? Doch auch unser Horoskop im Neuen Blatt befiehlt: „Entspannen Sie mit einem Buch auf dem Balkon.“ Eine Verschwörung?

          Bevor wir uns nun irgendwo Buch und Balkon besorgen, wollen wir uns noch „Hofberichterstatter Norbert Loh“ widmen, dem die sonst so schweigsamen Royals merkwürdigerweise ständig kleine Interviews für Die Aktuelle geben. Diesmal lässt ihn Herzogin Camilla wissen, dass Charles ihr nie Schmuck schenke, sondern immer nur „praktische Dinge. Zum letzten Geburtstag bekam ich zum Beispiel zwei Schafe von meinem Mann . . .“ Wir persönlich fänden ja Schafe eher unpraktisch. Komisch auch, dass Camilla Presseberichten zufolge schon zum 60. Geburtstag im Jahr 2007 von Charles zwei Schafe bekam. Kriegt sie also jedes Jahr immer nur Schafe? Oder versucht sie sich jünger und uns weiszumachen, ihr Sechzigster sei gerade erst vorbei? Da sollte der Kollege dringend noch mal nachhaken.

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