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Herzblatt-Geschichten : Zwei nackte Außenminister

Peinlicher Abgang: Eva Habermann landete in einem Wandschrank Bild: picture-alliance/ dpa

Was werfen Stefan-Mross-Fans auf die Bühne? Was machte Eva Habermann im Wandschrank? Was plant Mario-Max zu Schaumburg-Lippe mit Boris Beckers Tochter? Und welcher Minister missachtet das Nacktflugverbot? Neue Herzblatt-Geschichten.

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          Bestürzende Kunde erreicht uns vom Bauer-Verlag. Drei seiner Titel, nämlich Neue Post, Das Neue und Das Neue Blatt, sollen künftig das Label „Premium Yellows“ tragen und sich auszeichnen durch die „Wahrhaftigkeit in der Berichterstattung“. Wir wissen nicht, ob wir unter diesen Umständen die Hefte weiter in dieser Kolumne berücksichtigen können. Diese Woche wollen wir ihnen noch einmal eine Chance geben. Die neue Linie erahnen lässt ein Text im Neuen Blatt: Mit den Sätzen „Das klingt unglaublich! Das darf doch nicht wahr sein!“ beginnt der Autor seinen Bericht, der über zwei Seiten die Gerüchte über eine Ehekrise von Caroline und Ernst August ausbreitet. Der letzte Satz lautet: „Das wollen wir einfach nicht glauben.“ Aber gut, dass wir drüber geschrieben haben.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wohl der Wahrheit entspricht, da von ihr selbst geschrieben, diese Geschichte der Schauspielerin Eva Habermann. „Nach einem Streit mit meinem Freund wollte ich ganz theatralisch die Kneipe verlassen, in der wir waren“, berichtet sie im Neuen Blatt. „Leider erwischte ich die falsche Tür, stand plötzlich in einem Wandschrank. Peinlich! Mein Tipp: Solche Abgänge immer gut vorbereiten!“ Da hat sie recht. Am besten also schon am Vorabend eines Krachs einen Lageplan des Lokals erstellen und die Fluchtwege markieren. Aber wie es eben so ist: Genau an solchen Abenden streitet man sich meistens gar nicht. Leider verschweigt uns Frau Habermann, wie die Sache weiterging: Ist sie knallroten Hauptes wieder rausspaziert? Oder hat sie im Schrank ausgeharrt, bis ihr Freund gegangen ist? Hat sie dort womöglich Boris Becker getroffen? Unsinn, das war ja eine Besenkammer.

          Anlass zur Sorge

          Beckers Besenkammergefährtin Angela Ermakova hat übrigens einen neuen Gefährten, den „dubiosen Adoptiv-Prinz“ (Das Neue Blatt) Mario-Max zu Schaumburg-Lippe, der mit ihr und leider auch mit der kleinen Tochter Anna spätabends beim Leipziger Opernball posiert. 7 Tage versichert Mario-Max: „Natürlich will ich sie heiraten und werde mich auch um Anna sorgen.“ Korrekt heißen müsste es: für Anna sorgen. Zur Sorge scheint so oder so Anlass zu bestehen.

          Ernst August von Hannover und Prinzessin Caroline: „Das wollen wir einfach nicht glauben”

          Eine glückliche Kindheit wünschen wir dem Sohn von Nicole Richie und Joel Madden - trotz seiner Vornamen „Sparrow James Midnight“. Ob das Kind Sparrow heißt, weil es ein so süßer Spatz ist, wissen wir nicht. Midnight aber heißt es, wie Bunte weiß, weil es „mitten in der Nacht“ kam. Wenn sich deutsche Eltern ein schlechtes Beispiel nehmen, werden auf dem Spielplatz demnächst Morgengrauen und Steißgeburt umhertollen. Oder, Gott behüte, Besenkammer. Noch ohne Nachwuchs ist Bastian, der Sohn des ehemaligen Eisläufers Hans-Jürgen Bäumler. Doch Bastian, sagt Bäumler der Neuen Welt, „ist zurzeit sogar ganz dicht dran“. Wir wagen nicht, uns bildlich vorzustellen, wie er das genau meint.

          Ein ganz neues Bild haben wir von Frank-Walter Steinmeier, seit wir in der Bunten lasen, was Luxemburgs Außenminister über einen gemeinsamen Flug in einer Luftwaffenmaschine berichtet: „Es war eine Hitze in der Kabine, darum haben wir nackt geschlafen.“ Wir finden das gewagt. Was, wenn die Maschine, wie kürzlich die des Genossen Müntefering, hätte notlanden müssen? Splitternackt auf der Rettungsrutsche: Ein solches Foto wäre der sichere politische Tod. Selbst für den Herrn zu Guttenberg. Der ist laut dem Brillenmogul Günther Fielmann doch keine so makellose Erscheinung. Bei Guttenberg, so Fielmann zur Bunten, falle ihm „jedes Mal auf, dass seine Brille etwas schief sitzt. Am liebsten würde ich ihm die Bügel richten. Ich kann mich da nur schwer bremsen.“ Fielmann übrigens züchtet in seiner Freizeit nicht nur Holsteiner Warmblutpferde und Limousin-Rinder, sondern auch Kärntner Brillenschafe. Lustig.

          Leider daneben

          Schwer bremsen können sich auch die Fans des Volksmusikanten Stefan Mross. Zwar werfen sie keine Slips zu ihm auf die Bühne, aber die, so Mross zur Neuen Welt, „habe ich selber“. Dafür flögen „Blumen, Kuscheltiere und auch Weinflaschen“. Das mit den Flaschen können wir bestätigen: Auch wir haben bei unserem letzten Mross-Konzert eine geworfen, aber leider nicht getroffen.

          Ihren Fünfundachtzigsten feiert in dieser Woche Rosamunde Pilcher, die den von ihr fabrizierten Kitsch im Echo der Frau „leichte Lektüre für intelligente Damen“ nennt. Noch reizvoller fänden wir ja das Genre „intelligente Lektüre für leichte Damen“. Kein ganz passender, aber auch kein ganz unpassender Übergang zur Klatschreporterlegende Michael Graeter. Auf die Gala-Frage „Hat schon mal jemand versucht, Sie zu kaufen?“ antwortet er: „Wenn mir jemand einen Koffer mit 50 Millionen Euro angeboten hätte, ich hätte ihn genommen - und darüber geschrieben. Die Story hätte dann so geendet: Mit diesen Zeilen verabschiedet sich Michael Graeter in die Frührente.“ Wir finden das sehr stilvoll. Und wir haben ein Angebot an Sie, liebe prominente Herzblatt-Leser, die Sie sich von dieser Kolumne schlecht behandelt fühlen: Wir wären für die Frührente schon mit fünf Millionen zufrieden.

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