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Nur Laien lassen sich von ihrem Strahlen blenden: Die Klatschpresse vermutet einen handfesten „Zicken-Zoff“ zwischen Kate und Meghan Markle. Bild: dpa

Herzblatt-Geschichten : Zicken-Zoff und Grummel-Prinz

Zum Jahresbeginn wagt die Klatschpresse einen Blick in die Sterne: Schulden weg, besserer Job, Erbschaft – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Bei Herzogin Kate und Meghan Markle sieht es derweil weniger rosig aus.

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          Herzlich willkommen auch von dieser Seite im neuen Jahr: Hoffentlich ist für Sie viel Schönes dabei. Für uns sieht es leider durchwachsen aus, wenn man unseren Jahreshoroskopen glaubt. „Frau im Spiegel“ etwa kündigt uns an: „Gut möglich, dass im Oktober eine alte Beziehungskrise noch mal aufgekocht wird. Doch die Suppe wird zum Glück nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird.“ Jetzt können wir es kaum abwarten, bis wir im Oktober eine lauwarme Beziehungskrisensuppe löffeln dürfen.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Die Aktuelle“ hingegen erklärt uns: „Sie brauchen keinen klugen Berater. Sie selbst sind der Alchimist, der den Einfluss ihrer magischen Sterne (18.2. bis 5.3.) in Geld verwandelt, wenn Sie auf Ihr Bauchgefühl hören. Schulden weg, besserer Job, Lotto, Erbschaft – alles ist möglich.“ Ähm, wie sollen wir denn als Alchimist die Sterne so beeinflussen, dass wir an eine Erbschaft kommen? Sollen wir der lieben Verwandtschaft einen selbstgebrauten Giftcocktail kredenzen?

          Noch einmal zurück aufs vergangene Jahr blickt „Bunte“. In ihrer Topp-&-Flop-Liste lesen wir über Sahra Wagenknecht: „Die schöne Linke, 48, war der begehrteste Gast bei Polit-Talkshows 2017.“ Irritierend ist freilich der Ausschnitt des Wagenknecht-Fotos, das „Bunte“ hinzustellt, denn es zeigt – ihren Ausschnitt. Oder den einer anderen Dame, das Gesicht ist ja nicht zu sehen. Ist das die Perspektive, mit dem 2018 das Verhältnis zwischen den Geschlechtern beleuchtet werden soll? #YouToo, „Bunte“?

          Unheilvolle Spannungen bei den Royals

          Einen ganz anderen Beitrag zu dieser Debatte liefert „Das Neue Blatt“ mit seinem aktuellen Liebesroman „Der schlimmste Kollege der Welt“. Besagter Carsten Brinkmann indes ist kein Grapscher, sondern konkurriert mit der Heldin Mimi – so heißen Frauen im modernen Berufsleben – um die Stelle des Abteilungsleiters, die Mimi gern möchte, obwohl ihr Herz insgeheim für die Homöopathie schlägt. Die salomonische Lösung, die „Das Neue Blatt“ am Ende anbietet, sieht so aus: „Sie würde eine gute Heilpraktikerin sein. Und er ein hervorragender Abteilungsleiter. Und zusammen waren sie ... ein wunderbares Paar.“ Also grämen Sie sich nicht, liebe Damen, wenn es mit dem Dax-Vorstandsposten partout nicht klappen will – versuchen Sie sich doch einfach an einer Heilpraktikerausbildung.

          Ein verwackelter Knicks? Meghan Markle im Moment der Wahrheit
          Ein verwackelter Knicks? Meghan Markle im Moment der Wahrheit : Bild: AFP

          Es soll freilich auch vorkommen, dass sich Frauen gegenseitig den Erfolg nicht gönnen. So zumindest behaupten es mehrere Blätter über Herzogin Kate und Meghan Markle: „Zicken-Zoff im englischen Königs-Haus!“, schreibt „Die Aktuelle“. Kate nämlich, behauptet „Frau im Spiegel“, habe es mit Genugtuung betrachtet, dass Meghan „nur einen verwackelten Knicks“ zustande brachte, und es gibt sogar ein Foto, auf dem Meghan offenbar neckisch die Zunge hinausstreckt: „Angeblich hat sie ihre Lippen befeuchtet.“ Und als sie der Queen kräftig auf die Schulter klopfte, hat sie nur einen Fussel entfernt?

          Kate wiederum fiel da „nur noch eins ein: den Vogel zu zeigen“, schreibt „Die Aktuelle“ und präsentiert ein Bild, auf dem tatsächlich ein Finger Kates in Richtung ihres Hutes geht. „Das Goldene Blatt“ wiederum dokumentiert, dass Kate sogar zwei Finger hebt, und schlussfolgert: „Jetzt wissen alle Fans, wie viele Babys sie erwartet...“. Womöglich hat sie aber auch zwei Vögel gezeigt?

          Sobald Kates Nachwuchs auf der Welt ist, wird er sich jedenfalls in einem knallharten Wettkampf um die Gunst des Publikums sehen, wie ihn „Frau im Spiegel“ ausgerufen hat: 1001 Frauen – tatsächlich nur Frauen, keine Männer – wurden danach befragt, wer für sie „die beliebtesten Königskinder Europas“ sind. Hart ins Gericht geht die Chefredakteurin des Blattes dabei mit Kates Sohn George: „Als Baby schaffte er es nicht sofort, die Herzen der Menschen zu erobern“, und auch später wirkte er „oft verschlossen und skeptisch“.

          Kleiner Spitzbub: George darf sich nun als „Prinz der Herzen“ rühmen.
          Kleiner Spitzbub: George darf sich nun als „Prinz der Herzen“ rühmen. : Bild: AFP

          Nun aber darf er sich, gemeinsam mit Schwester Charlotte, über den Titel „Prinz der Herzen“ freuen, wohlverdient dank „seiner spitzbübischen und schelmischen Art“. Eine tolle Leistung, dass George sich noch mal neu erfunden hat, und das mit gerade einmal vier Jahren. Vor der nächsten Wahl noch mehr ins Zeug legen muss sich dagegen Oscar von Schweden mit seinem „Ruf als kleiner Grummel-Prinz“. Das sollte Oscar, 1, zu denken geben.

          Ein Sänger mit großen Ambitionen

          Bereits gute Vorsätze gefasst hat Sänger Helmut Lotti. „Ich möchte endlich mit dem Nägelkauen aufhören!“, beichtet er „Bunte“. „Zu 70 Prozent habe ich es schon geschafft, aber wenn ich daheim auf der Couch sitze und ein Radrennen schaue, bin ich so aufgeregt, dass ich meine Vorsätze vergesse.“ Eine Quote von 70 Prozent ist natürlich trotzdem schon mal recht erfreulich – das bedeutet ja konkret, dass nur noch drei Fingernägel an Lottis Händen abgekaut sind.

          Wir selbst haben uns zumindest vorgenommen, Helmut Lotti (Sänger, Glatze, Belgier) nicht mehr zu verwechseln mit André Rieu (Geiger, Wallemähne, Niederländer). „Ich schaue nicht zu weit in die Zukunft“, erzählt Rieu „Bunte“. „Aber ich denke, dass ich 120 schon schaffen kann.“ Außerdem glaubt er, dass es „unendlich viele Universen“ gibt. Worauf „Bunte“ fragt: „Und in diesen Universen gibt es unendlich viele Variationen von André Rieu?“ – „Ja, das denke ich.“ Für uns wäre die Vorstellung schon in Ordnung, wir hätten nur einen klitzekleinen Wunsch: Die sollen, bitte schön, nicht allesamt Geige spielen.

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