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Herzblatt-Geschichten : Wunderbare Ehefrauen

Parkt manchmal vor der Praxis eines Gynäkologen: Kate Middleton Bild: dpa

Was ist los, wenn jemand a) im Lokal nur noch Wasser trinkt, b) weite Kleider trägt und c) manchmal vor der Praxis eines Gynäkologen parkt? Genau! Dann ist die Freundin von Prinz William schwanger.

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          Wir haben es uns angewöhnt, beim Studieren der Herzblätter auf unser Horoskop zu schauen. Das Goldene Blatt etwa verleiht unserer Woche drei Sterne, was toll klingt, aber der schlechteste Wert ist und bedeutet: „Die Woche verläuft für Sie eher mäßig.“ Es hat gestimmt. Zum Glück wird gleich praktische Lebenshilfe geboten: „Ob Einkaufsbummel, Kinobesuch eoin Konzertabend – entspannte Aktivitäten werden Sie rasch auf andere Gedanken bringen.“ Und während wir noch grübeln, was „eoin“ heißen soll, stoßen wir auf unser Horoskop in 7 Tage: „Sie sind beruflich sehr eingebunden. Dennoch möchten Sie auch Neues lernen. Gehen Sie doch nach Feierabend zu einem Malkurs an der Volkshochschule.“ Haben wir alles gemacht: Einkaufen, Kino, Konzert und dann noch der völlig überfüllte Malkurs, alles 7 Tage-Leser, Fische, und jetzt sind wir völlig fertig. Und lesen erst jetzt unser Frau im Spiegel-Horoskop: „Achten Sie darauf, sich bei den vielen Vorhaben nicht die ganze Woche zuzuplanen.“ Schönen Dank auch.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Immerhin erging es anderen noch schlimmer. „Heimliche Tränen“, titelt Das Goldene Blatt über Hansi Hinterseer: „Die letzten Wochen waren für den sonst stets gut gelaunten Volksmusik-Star nicht leicht.“ Den Grund dafür verrät das Heftinnere: Österreichs Skifahrer haben bei Olympia mies abgeschnitten. Chapeau, Goldenes Blatt, pfiffig konstruiert, die Geschichte! Schade, dass du andernorts überdreht hast. Deine Behauptung nämlich, dass Prinz Williams Freundin Kate schwanger sei, belegst du damit, dass Kate a) im Lokal nur noch Wasser trinke, b) weite Kleider trage und c) manchmal vor der Praxis eines Gynäkologen parke. Jedes einzelne Indiz wäre im Normalfall schon eine Titelstory wert. Du aber bringst sogar noch die berühmte „beste Freundin“ ins Spiel, die sich „verplapperte“. Diese, meinen wir, hättest du unbedingt für den nächsten Artikel in ein paar Wochen aufsparen müssen.

          Ein Leben ohne Mikrowelle

          Erschüttert hat uns die Enthüllung der Schauspielerin Lesley-Ann Down, 55, in Frau im Spiegel. Sie, die in ihren Filmen des Öfteren in der Badewanne zu sehen ist, erklärt, warum sie solche Drehs „nicht sexy“ finde: „Statt Badeschaum wird Spülmittel verwendet. Das trocknet die Haut aus.“ Von nun an, so fürchten wir, werden wir beim Anblick einer schönen Frau im Bade stets an dreckige Teller denken. Privat indes, sagt Mrs. Down, „bin ich seit 25 Jahren in keine Wanne mehr gestiegen“. Hoffentlich duscht sie wenigstens. Über dieses Geständnis hingegen, schreibt Das Neue Blatt, „müssen wir schmunzeln“: „Kronprinzessin Maxima: Ein Leben ohne Mikrowelle kann ich mir nicht vorstellen.“ Für uns freilich sieht eher ihr Gatte Willem-Alexander so aus, als könne er sich ein Leben ohne Mikrowelle nicht vorstellen. Und ohne Fritteuse auch nicht.

          Man sieht ihm die Traurigkeit gerade zu an: Hansi Hinterseer

          Jede Woche begegnet uns in den Herzblättern das Musikantenpaar Angela Wiedl und Uwe Erhardt, das in einem Duett laut Echo der Frau folgende Zeile singt: „Ich lebe und sterbe nur für dich.“ Wir halten das für eine seltsame Liebesbekundung: Schau mal, Schatz, ich sterbe, nur für dich! – Prima, dann mal los! Frisch getrennt von seiner vierten Gattin, aber wieder verliebt ist Volker Lechtenbrink, 65, der auf die Bunte-Frage, warum er Frauen nicht halten könne, eine entwaffnende Antwort gibt: „Ich wollte sie überhaupt nicht halten. Wenn ich die erste Ehe durchgehalten hätte, hätte ich doch all die anderen wunderbaren Ehefrauen nicht kennengelernt.“ Einer ähnlichen Philosophie folgte bis unlängst Tiger Woods, dem nach einer in der Gala zitierten Erhebung 22 Prozent der Befragten seine vielen Affären verzeihen würden: „Für ihn stimmten allerdings doppelt so viele Männer wie Frauen.“ Hätte man gefragt, wer ihn beneidet, wäre dieser Wert vermutlich noch höher gewesen.

          Tot überm Gartenzaun hängen

          Vernichtend über das andere Geschlecht urteilt Schauspielerin Nadeshda Brennicke, 36, die sich für „viel zu stark für Männer“ hält: „Die Typen meiner Generation haben doch kein Durchhaltevermögen mehr. Bei der ersten Krise schmeißen die hin und verziehen sich.“ Frau Brennicke lebt allein auf dem Land, dort, wo die meisten ihrer Kollegen „nicht mal tot überm Gartenzaun hängen wollen“, was fast wieder klingt wie eine Schlagerzeile von Wiedl/Erhardt. Und sie wünscht sich einen echten Kerl. „Ein wütender und ungerechter Bauer hier auf dem Land ist mir lieber als der 27. Depp, der mich im Fitnessstudio im Prenzlauer Berg zum Kaffee einlädt“, meint sie. „Vielleicht wird’s ja mal ein Zimmermann oder so.“ Da sollte unser „Goldmädel“ Magdalena Neuner ihren Liebsten gut anketten, der laut Neue Welt ein wahrer Bilderbuchbajuware ist: Er heißt Seppi Holzer, spielt Klarinette in der Blaskapelle und ist Zimmermann.

          Und dann wäre da noch Nadja Abd el Farrag, die sich soeben, wie Das Neue Blatt rügt, vor laufender Kamera Bauchfett absaugen ließ und auf die Frage, was genau sie eigentlich beruflich mache, sagt: „Es gibt für mich keinen Ausdruck, was ich bin.“ Nun, uns fielen da schon ein paar Ausdrücke ein. Aber sie hat recht: Eine Berufsbezeichnung ist nicht darunter.

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