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Herzblatt-Geschichten : Wir sind wie Enten

Kein Grund zu Tränen: Kronprinzessin Viktoria und Ehemann Daniel Bild: dpa

Was lange währt, wird endlich gut. Prinz William und seine Kate wollen sich das Ja-Wort geben und Sebastian Vettel wird „Weltmeister der Herzen“ - und im Übrigen auch der Formel 1. Bei aller Euphorie halten sich alle drei stets wohl bedeckt, im Gegensatz zu Robbie Williams.

          Das ist schon ärgerlich. Seit Jahr und Tag drucken die Herzblätter Woche für Woche Storys über die Verlobung, Hochzeit oder auch mal die Trennung von William und Kate – und dann, wenn die Verlobung realiter verkündet wird, ist es schon nach Redaktionsschluss. Nur Bunte ist es noch gelungen, das Paar aufs Cover zu nehmen; da muss selbst die neueste Ex-Kachelmann-Geliebte, sonst eine sichere Titelanwärterin, nach hinten rücken. „Die Vernehmung war anstrengend, aber auch irgendwie schön“, erzählt sie von ihrem Gerichtsauftritt. „Jetzt habe ich endgültig mit Jörg und der Vergangenheit abgeschlossen.“ Es kann also die Zukunft beginnen, und damit diese erfreulich wird, hat „die schöne Försterin“ (Bunte) offensichtlich ihren Vornamen veredelt: Aus Katharina T. ist in der Bunten Catharina T. geworden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Längst auf der Erfolgsspur ist, trotz eines nicht eben wohlklingenden Nachnamens („eine abwertende Bezeichnung für eine alte Frau“, verrät Gala), Sebastian Vettel. Auch Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel feiert den „Weltmeister der Herzen“ und drückt ihre Hoffnung aus, dass er sich seine „Unbekümmertheit bewahrt und nicht zum kantigen Kinnträger mutiert“. Höchst unsportlich finden wir dieses verdeckte Foul an Michael Schumacher, dem profiliertesten Kinnträger der Formel 1. Und sehr süß finden wir, was Prinz William im Fernsehinterview über seine und Kates Gefühlslage mitteilte: „Wir sind wie Enten – ruhig an der Oberfläche, die kleinen Füße zappeln unter Wasser.“ Tatsächlich war im Fernsehen nur der Oberkörper der beiden zu sehen.

          Herr Williams, „warum sind Sie nackt?“

          Ausgesprochen viel Oberfläche zeigte Robbie Williams einer Kollegin vom Stern, denn beim Interview war der Sänger unbekleidet. Auf die durchaus berechtigte Einstiegsfrage „Warum sind Sie nackt?“ antwortete er: „Weiß nich . . .“. Auch die Gala hat Williams interviewt, aber entweder hatte er sich da schon was übergezogen oder der Reporter über die Blöße vornehm hinweggeblickt.

          Schluss mit den Spekulationen: Beide wollen Ja sagen

          Gottlob in voller Montur waren die Kastelruther Spatzen, die braven Volksmusikanten, die bei ihrem Doppelgastspiel in Neue Welt und Bunte indes Abgründe offenbaren. So erfahren wir nicht nur von diversen unehelichen Kindern, sondern müssen vom Spatzen Norbert Rier hören, er würde sich trotz fast dreißigjähriger Ehe „nie trauen zu sagen, dass meine Frau und ich unser ganzes Leben zusammenbleiben“. So könne sich seine Frau ja schon morgen anderweitig verlieben – oder auch er selbst: „Auch das kann ich natürlich nicht ausschließen.“ Mitspieler Albin Gross wiederum würde gern mal Mick Jagger treffen und „über die Weiberleut reden. Er hat mal gesagt: ‚Man muss sich immer eine schöne Ehefrau suchen, weil eine, die nicht so gut aussieht, die bringst du nicht mehr weg.‘ Kluger Mann, oder?“ Gewiss, wobei wir rätseln, wie man „die bringst du nicht mehr weg“ wohl auf Englisch sagt.

          Carl Gustaf - „König zum Anfassen“

          Womöglich dabei, Gattin Caroline (53) wegzubringen, ist Ernst August (56), der kürzlich mit einer neuen Begleiterin (22) gesichtet wurde, was Das Neue Blatt veranlasst zu sinnieren: „Nichts gegen die Jugend. Aber ob ein so junges Mädchen dem Vergleich mit einer Superfrau in den besten Jahren lange standhalten kann. . .?“ Sagen wir es so: Das hängt stark davon ab, welche Aspekte man hier vergleicht. Auch Carl Gustaf hat ja eine Superfrau in den besten Jahren an seiner Seite und sich dennoch auch anderen Damen als „König zum Anfassen“ (Gala) präsentiert. Betrüblich für die Königin, aber auch für die Kronprinzessin, über die Das Neue auf seinem Titelbild behauptet: „Prinzessin Victoria – Sie weint! Der eigene Vater zerstört ihr Glück“.

          Das ist nicht ganz richtig, denn wer genau hinschaut, der sieht: Sie weint gar nicht. Und wer noch genauer hinschaut, der entdeckt, dass das Foto mit der vermeintlich über ihren Vater betrübten Victoria schon vom 5. Oktober stammt, als sie im Parlament einer Rede des Ministerpräsidenten lauschte. Korrekt hätte die Schlagzeile also lauten müssen: „Prinzessin Victoria – Sie langweilt sich! Der Ministerpräsident redet.“ Hätte sich aber wohl nicht so gut verkauft. Und warum eigentlich, Das Neue, hast du Victorias Kopfschmuck wegretuschiert?

          Waschen hilft

          Selbst wir aber machen Fehler, und so haben wir vergangene Woche eine krude Story über Angela Merkel dem Goldenen Blatt angedichtet, obgleich sie der Neuen Welt entstammt. Es ist uns unerklärlich, wie wir zwei so unterschiedliche Zeitschriften wie die Goldene Welt, äh, diese beiden also verwechseln konnten, wir bitten um Nachsicht. Zur Wiedergutmachung, liebes Goldene Blatt, tauchst du heute an dieser Stelle nicht auf.

          Dafür aber Ursula M. aus Nordhorn, die sich im Neuen Blatt an die Ratgebertante mit dem tollen Namen Nadine Sorgenfrei wendet: „Mein Enkel liebt seinen alten Teddy, der schon seinem Vater gehörte. Leider ist der inzwischen muffig und etwas dreckig“, klagt sie. Da können auch wir weiterhelfen: Sagen Sie, Ursula M., dem Kerl doch einfach, er soll sich mal wieder waschen. Er ist ja Ihr Sohn, da sollte er auf Sie hören.

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