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Herzblatt-Geschichten : Wir bleiben lieber draußen

Pelzmäntel für 150.000 Euro - vom Richter: Tatjana Gsell Bild: dpa

Wer trägt eine Spezialprothese, auf die High Heels passen? Wer gab mit 103 Jahren nun das Rauchen auf? Und wer redet grundsätzlich nur mit seiner eigenen Frau? Diese und andere Fragen beantworten die Herzblatt-Geschichten.

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          Wir werden ja nie eingeladen! Deshalb mussten auch in dieser Woche wieder die Kollegen von den Blättern mit den Bildern auf der ersten Seite einspringen, um uns über die glamouröse Welt da draußen zu unterrichten. Abi Ofarim etwa, der von seiner Mutter die Weisheit mit auf den Weg bekam, dass es „Öl, Scheiße und Lügen“ im Wasser immer nach oben treibe, erzählte Bunte, dass er früher mal einen Jaguar an jemanden verschenkte, nur um den Typen loszuwerden.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Tatjana Gsell bekam nach Recherchen von Bunte Pelzmäntel im Wert von angeblich 150.000 Euro höchstrichterlich zugesprochen; und Heather Mill(ion)s, die früher auch außergerichtlichen Kontakt zu Paul McCartney pflegte, schlägt sich nach Informationen von Vanity Fair trotz ihrer Beinprothese in einer amerikanischen Tanzshow offenbar sehr achtbar, während Hera Lind, die Frau für jede Tonart, laut Das Goldene Blatt in der österreichischen Version schon früh aus dem Takt gekommen ist.

          „Siegel ist wir - auch wenn wir lächeln“

          Die frühere Erotikfachfrau Mills trägt bei ihren Auftritten, vermutete Bild, eine Spezialprothese, auf die ihre High Heels passen; wie wichtig solche Schuhe für Frauen sind, hat der Großinquisitor von Bild, Franz Josef Wagner, erst jüngst wieder festgestellt: Brigitte Mohnhaupt werde, kaum aus der Haft entlassen, wohl gleich an Schuhe denken, weil jede Frau, auch eine „Ex-Mörderin“, verrückt „auf Schuhe“ sei.

          Macht auch auf der Tanzfläche eine gute Figur: Heather Mills

          Von der Welt, in der man Schuhe trägt, die für einen Terroranschlag taugen, sind wir - wie angedeutet - so weit entfernt wie Brigitte Mohnhaupt von der klassenlosen Gesellschaft. Wir haben den Rapper Bushido oft wegen seiner Texte gegeißelt, bei der „Echo“-Verleihung sagte er aber etwas sehr Wahres, was auch wir sagen könnten: „Ich weiß ganz genau, wenn das hier eine Privatparty wäre, dann hättet ihr mich nicht eingeladen.“ Insofern hatte auch der Bild-Society-Reporter Norbert Körzdörfer (laut Park Avenue wird ihm nachgesagt, er lasse Praktikantinnen seine Arbeit tun) unrecht, als er die Preisverleihung an den heulenden Ralph Siegel mit den Worten malträtierte: „Siegel ist sehr sentimental, sehr fühlend. Er ist echt, authentisch, deutsch. Er ist wir - auch wenn wir lächeln.“

          „Zu dieser Welt möchte ich nie gehören!“

          Die Einzigen, die wirklich Ralph Siegel sind, sind die Society-Reporterinnen, denen abermals Park Avenue nachgespürt hat. Doch ach, was mussten wir da lesen? „In diese Welt möchte ich nie hinein“, beteuerte die RTL-Frau Frauke Ludowig, die schon viele rote Teppiche betreten hinterlassen hat, „zu dieser Welt möchte ich nie gehören! Das ist alles Fake, da ist nichts mehr echt. Das fängt ja bei den Brüsten an, setzt sich bei den Lippen fort und endet bei den O-Tönen.“ Dass aber Krieg noch schlimmer ist, darauf machte ihre Kollegin vom ZDF, Karen Webb, aufmerksam: „Die Zuschauer wollen zwischendurch auch mal leichtere Kost genießen, nachdem sie gerade wieder von den neuesten Anschlägen im Irak gehört haben.“

          Diese Woche waren die Probleme der Society allerdings meist so gravierend, dass sie zur Ablenkung nicht taugten: Bild erschütterte uns mit der Erkenntnis, dass große Handtaschen Frauen krank machten. Paris Hilton, so berichtete Bild.de, habe sich ein Handkätzchen zugelegt, das vor lauter Überzüchtung unter ganz krummen Beinchen leide. Andy Borg gab in Das Goldene Blatt zu, dass er „verrückt“ vor Eifersucht sei, wenn seine Frau mit anderen Männern spreche. Borg sollte sich an Yusuf Islam halten: Der sprach nach Erkenntnissen von Bild bei der „Echo“-Verleihung nicht mit den Hostessen, weil er sich grundsätzlich nur mit seiner eigenen Frau unterhalte.

          Manchmal gehen Irak und Society auch zusammen

          Gottlob hielt die Woche auch Lichtblicke für uns bereit: Beckenbauer kokst nicht, stellte Park Avenue klar; Joopi Heesters hat mit 103 Jahren aus gesundheitlichen Gründen das Rauchen aufgegeben, was ihm bei Bunte zu Recht ein „Freut!“ einbrachte; Andy Borg sagte uns, dass er beim Blick auf die Berge immer wieder merke, wie klein er doch sei (das müsste er eigentlich auch merken, wenn er einen Topf vom Schrank holen will); Gala wiederum tröstet uns mit der Aussicht, dass Mariah Carey mit „80-prozentiger“ Wahrscheinlichkeit bald eine Kollektion mit bequemen High Heels herausbringt, die sich dann ja auch Brigitte Mohnhaupt anziehen könnte, nachdem sie morgens, wie Franz Josef Wagner vermutete, die Frage „Rührei oder geköpftes Ei?“ geklärt und ihr Haar trockengerubbelt hat.

          Mal ehrlich: Richtig glamourös ist das alles nicht. Aber halt: Eine Promi-Zusammenballung gibt es doch, die wir gerne besuchten - vielleicht mit einer Nazi-Binde am Arm, einer höschenlosen Landrätin an der Hand und Knut an der Leine. Der englische Prinz Harry hat dazu laut Das Goldene Blatt jüngst mit einer launigen Karte eingeladen, auf der er, verkleidet als lustiger Beduine, schreibt: „Sie sind herzlich eingeladen zu einem Abend mit exotischen Cocktails, Speis und Tanz, bevor der Prinz mit seinem Regiment in den Irak aufbricht.“ Manchmal gehen Irak und Society auch zusammen - zu unser aller Ablenkung.

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