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Herzblatt-Geschichten : Weiche Hände, weiche Herzen

„Schiffsarzt“ Nick Wilder (links nach rechts), „Chefstewardess“ Heide Keller und „Kapitän“ Sascha Hehn an Bord des „Traumschiffs“. Bild: dpa

Wer wird neuer „Traumschiff“-Kapitän? Wir hätten einen Vorschlag. Boris Becker ist es nicht, obwohl der eigentlich sturmerprobt ist – wie der jüngste Streit mit Oliver Pocher wieder zeigt.

          Eines wird auch nach dieser Woche deutlich: Solange die evidente Führungskrise im Land nicht beendet wird, dürften wir keinen klaren Kurs steuern. Spätestens im kommenden Jahr muss der Chefposten neu besetzt sein. Also stellen die einschlägigen Blätter auch diese Woche die Frage: Wer folgt auf Sascha Hehn als „Traumschiff“-Kapitän?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Neue Post“ gibt eine Antwort: „Enthüllt! Janina Hartwig – Sie soll das Traumschiff übernehmen“, titelt das Blatt und zeigt, vermutlich eine Montage, ein Foto der Schauspielerin mit Kapitänsmütze. Im Heft ist dann lediglich von einem „Vorschlag“ die Rede, zu dem sich Hartwig „nicht äußern“ wolle: „Aber ein Dementi klingt anders...“ Gut, anders als gar keine Äußerung klingt natürlich jeder Satz.

          „Echo der Frau“ wiederum wirft die Namen sämtlicher Schauspieler ins Rennen, die schon mal in die Nähe von Wasser gekommen sind: Rüdiger Joswig („Küstenwache“), Uwe Ochsenknecht („Das Boot“) und sogar Jan Josef Liefers, weil der mal in einem Film namens „Sturmflut“ zu sehen war. Da könnte man dann auch gleich Bruno Ganz engagieren, der die Hauptrolle im „Untergang“ spielte. Unerwähnt bleiben unverständlicherweise Surferboy Ralf Bauer („Gegen den Wind“) und Karsten Speck, der menschliche Sidekick im Heuler-Drama „Hallo Robbie!“. Sascha Hehn selbst, schreibt „Das neue Blatt“, „hat sich nicht mehr bei uns gemeldet, ist abgetaucht“. Da sollte man dann wohl besser die DLRG informieren.

          Herzliche Abneigung zwischen Pocher und Becker

          Noch von keinem genannt worden ist auch Boris Becker, dabei würde sich der eigentlich anbieten: groß, stattlich, weltläufig, kann gut Weiß tragen, verdient mal wieder einen echten Job – und könnte auch etwas Ablenkung gebrauchen. Im Zusammenhang mit Beckers Trennung von seiner Frau lässt „Bunte“ wissen: „Schließlich hat unser Tennisheld kein Herz aus Stein – im Gegenteil.“ Was, „Bunte“, ist denn davon das Gegenteil? Ein Herz aus Stoff? Ein Stein aus Herz? Während „Das neue Blatt“ sinniert, Becker habe sich „in den stürmischsten Zeiten seines Lebens (u.a. gesundheitliche Probleme, Steuerschulden, Privat-Insolvenz) nach einem Ruhepool (sic!) gesehnt“. Aber ein neues Schwimmbecken hat er sich wohl gerade nicht leisten können.

          Eine neue Runde ihrer ganz eigenen Form von Battle-Rap liefern sich Becker und Oliver Pocher, die einander in herzlicher Abneigung sowie durch eine gemeinsame Ex-Partnerin verbunden sind. Einen öffentlichen Kommentar Pochers zum Beckerschen Ehe-Aus konterte Becker bei Twitter mit dem Satz: „Halte einfach deine Klappe und kümmere dich um deine eigene Familiengeschichte (kompliziert genug...)“.

          Davon fühlte sich Pocher zu einem offenen Facebook-Brief in epischer Länge herausgefordert, in welchem er Becker anklagt (sic!): „Du denkst immer noch ALLES dreht sich um Dich und Du musst zu allem deinen Senf dazugeben.“ Angesichts der zentnerschweren Portion Senf, die Pocher Becker auf den Teller schmiert, wünscht man sich, die beiden würden erkennen, dass sie blonde Brüder im Geiste sind, vielleicht bei einem langen gemeinsamen Kneipenabend. Man sollte ihnen vorher nur unbedingt die Smartphones wegnehmen.

          Wenigstens Sylvie Meis scheint wieder glücklich zu sein, auch wenn sich „Bunte“ mokiert: „Ihr Neuer ist ein Familienvater.“ Na und? Die Neue von Sylvie Meis’ Neuem ist Familienmutter.

          Sylvie Meis scheint wieder glücklich zu sein, auch wenn sich „Bunte“ mokiert: „Ihr Neuer ist ein Familienvater.“  Na und?

          Eine weitere gestandene Frau, Sonja Kirchberger, wird vom „Echo der Frau“ gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, sich mit ihren 53 Jahren noch ein viertes Mal für den „Playboy“ auszuziehen. Ihre Antwort: „Ich schon, der Leser wahrscheinlich nicht.“ Da sollte sie die Vorstellungskraft der Playboy-Leser mal nicht unterschätzen.

          Definitiv vorbei sind die freizügigen Tage für Ingrid Steeger, die dem „Neuen Blatt“ von diversen beruflichen Plänen berichtet: „Außerdem ruft mich Dieter Wedel zu den Bad Hersfelder Festspielen den Sommer über.“ Irritierend daran ist, dass Wedel sich von den Bad Hersfelder Festspielen schon im Januar verabschiedet hat. Wer sagt es Ingrid Steeger und dem Neuen Blatt?

          „Ich gehe nie ohne Parfum auf den Platz“

          Echte Festspiele erhoffen wir uns nun auch von unseren Nationalspielern wie Julian Draxler, den Bunte getroffen und dabei festgestellt hat: „Seine Hände sind weich, seine Haut porentief rein.“ Die näheren Umstände dieses Interviews würden uns dann doch interessieren. „Ich gehe nie ohne Parfum auf den Platz“, teilt Draxler mit. „Manchmal fragen mich Kollegen, ob ich nicht ganz sauber bin.“

          Dabei ist er doch nicht nur sauber, sondern rein. „Für mich gehört es dazu, gut gepflegt zu sein“, fährt er fort. „Das gebietet auch der Respekt dem anderen gegenüber.“ Draxlers Gegenspieler sollten sich also aus Respekt ebenfalls einsprühen, bevor sie ihm gepflegt in die Waden treten.

          Von einem anderen Herrn schwärmt die „Bild“-Kolumnistin Annette Weber: Andreas Scheuer sei der „bestgekleidete deutsche Politiker“, der aussehe „wie der junge Lex Barker“ (welcher auf dem dazugestellten Foto, das ihn als Tarzan zeigt, freilich fast gar nicht bekleidet ist) oder wie „der nächste ,Traumschiff‘-Kapitän“. Die Fahndung kann damit eingestellt werden, Scheuer übernimmt das Ruder. Als Verkehrsminister sollte er so ein Schiff schon steuern können. Einziger Haken bei der Sache: Das „Traumschiff“ hat einen Dieselmotor.

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