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Herzblatt-Geschichten : Weiber, Leiber, Zeitvertreiber

Helene Fischer ist bei Steffi Jones eingezogen? Das wird wieder Schlagzeilen geben. Bild: dpa

Wolf Biermann hat seine Zeit als Schwerenöter in schweren Nöten hinter sich. Markus Söder durchlebte seine „coole Phase“, wie andere eine fiese Krankheit. Und Helene Fischer und Steffi Jones wohnen offenbar zusammen.

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          Auch im Jahr 2017 hat der Frauenfußball es noch immer schwer. Gut, das deutsche Team war zweimal Weltmeister, achtmal Europameister und holte zuletzt Gold bei Olympia, und Steffi Jones, seit ein paar Monaten Bundestrainerin, wird nun sogar von Bunte interviewt. Die erste Frage des Gesprächs jedoch dreht sich nicht um Tore, Tabellen oder Taktik, sondern lautet wie folgt: „Welche Outfits tragen Sie am Spielfeldrand?“

          Zum Eifersucht haben ist er zu alt: Liedermacher Wolf Biermann (l.) und seine Frau Pamela.
          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Manchmal ist es freilich auch ein Segen, dass die Damen so sehr im Schatten der Herren stehen. Steffi Jones’ Gattin Nicole nämlich ist beim Interview mit dabei, und Bunte reportiert ihren Jubelschrei: „Wir sind jetzt Bundestrainer!“ Hätte Frau Löw sich das erlaubt, es wäre die Hölle los gewesen. Oder Joachim Sauer: „Hurra, wir sind Kanzler!“

          Steffi Jones selbst berichtet stolz über ihre Accounts bei Instagram und Facebook: „Meine Spielerinnen folgen mir dort alle“ – wobei man sich sofort fragt, mit wie vielen Likes für Jones’ Selfies man sich wohl in die Startelf kämpfen kann. Ihren Stammplatz schon erobert hat eine andere: „Meine Frau, ich und unsere komplette Familie sind riesige Fans von Helene Fischer. Wir wohnen ja auch mittlerweile alle zusammen in Buer, Nicole hat dort ein Haus mit drei Wohnungen“, erzählt Jones. Tatsächlich, Helene Fischer ist bei Steffi Jones eingezogen? Das wird wieder Schlagzeilen geben. Was sagt eigentlich Florian Silbereisen dazu?

          Steffi Jones (links) mit Partnerin Nicole Parma beim 45. Ball des Sports im Kurhaus Wiesbaden

          Wie man ganz freiwillig in die Zeitung kommt, das weiß die Schauspielerin Sandra von Ruffin, die das inzwischen sogar ohne den Hinweis schafft, dass sie die Tochter von Vicky Leandros ist. Von Ruffin ist Direktorin eines Festivals mit griechischen Filmen, und dass darüber sogar die Bild-Zeitung berichtet, verdankt sich einem Foto, das Ruffin mit Kamera in der einen Hand, einer Sichel in der anderen und vor allem einem sehr tiefen Dekolleté zeigt. „Wir zeigen über 55 brisante Filme, die zum Teil radikal geschnitten sind“, sagt sie. „Deshalb auch mein radikaler Ausschnitt.“ Ah ja. Als Meisterin der Bildsprache posiert von Ruffin, wenn sie ein Festival mit Kurzfilmen präsentiert, dann bestimmt im Minirock, bei Filmen mit Überlänge im Kleid mit Schleppe – und rückenfrei bei Filmen mit offenem Ende.

          Von einem CSU-Politiker, den sie interviewt, zeigt Bunte ein Jugendbild und schreibt dazu: „Als Jugendlicher durchlebte Markus Söder eine Zeit- lang eine coole Phase.“ Ähm, Bunte: War das, bevor Söder dieses gestreifte Oberhemd mit Sakko zur Popperfrisur trug, oder danach? Heute zeigt sich Söder von der coolen Phase, die er womöglich durchlebt hat wie andere eine fiese Krankheit, gut erholt und lässt seine Anekdoten, wie Bunte es formuliert, mit „seinem gefürchteten schelmischen Lächeln ausklingen“. Rette sich, wer kann, der Söder lächelt wieder!

          Nicht mehr viel zu befürchten hat Pamela Biermann von ihrem Ehemann Wolf: „Das Elend der Seitensprünge brauche ich nicht mehr“, erzählt Biermann Bunte, „selbst wenn die moralische Verfeinerung etwas mit meinem Alter zu tun hat.“ Obzwar, wer kein jünger Hüpfer mehr ist, nicht unbedingt zur Seite springen muss, sondern ganz elegant zur Seite treten könnte. Dank seiner Vergangenheit als – O-Ton Biermann – „Weiber-Leiber-Zeitvertreiber“ hat es der Liedermacher im Laufe seines Lebens auf stolze zehn Kinder gebracht: „Ich war leichtsinnig und leicht sinnlich“, sagt er. Und manchmal vermutlich auch ein Schwerenöter in schweren Nöten. Der Neid mancher Geschlechtsgenossen dürfte Biermann dennoch sicher sein, vor allem jener, die keine Weiber-Leiber-Zeitvertreiber sind, sondern allerhöchstens Weiber-Vertreiber.

          Rege Aktivität bescheinigt sich selbst auch Guido Maria Kretschmer, der im Intouch-Interview mitteilt: „Ich habe ein enges Verhältnis zu meinem Bett. Ich mag das sehr, weil da drin auch so viel passiert.“ Schönen Dank fürs Kopfkino, Herr Kretschmer. Es war dann auch Ihre Schuld, dass wir beim Lesen eines Frau-im-Spiegel-Satzes über Veronica Ferres – „Dank bewusster Ernährung und viel Zeit auf dem Crosstrainer sieht die 51-Jährige jünger aus, als sie ist“ – zunächst dachten: Wie, ist sie nicht mehr mit dem Maschmeyer zusammen? Bis uns dämmerte, dass es sich bei einem Crosstrainer um eine Maschine handelt.

          Die Trennung von ihrem Freund hat Gina-Lisa Lohfink laut Intouch mit Hilfe eines Hypnotiseurs verarbeitet: „Bei ihm unterzog sich Gina-Lisa einer sogenannten ,Lola‘, einer Loslass-Therapie.“ Lola? Selbst eine Therapie klingt bei der als Partygirl gebrandmarkten Lohfink irgendwie unseriös.

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          Einer ganz anderen Welt entstammen Marianne und Michael, die es dennoch schaffen, sogar Das neue Blatt zu verschrecken: „Ist diese Meinung noch zeitgemäß?“, zweifelt die Zeitschrift. Anlass sind Mariannes Ausführungen über die Rolle der Frau: „Sie ist dazu geboren, sich der Familie zu widmen.“ Der Mann hingegen „will rausgehen, der will Karriere machen“, und die Frau „baut dem Mann das Nesterl“. Tja nun. Sagen Sie, Marianne: Wenn Sie Ihrem Michael immerzu das Nesterl gebaut haben – wer ist denn dann mit ihm all die Jahre draußen als Volksmusik–Duo aufgetreten? Ein Roboter?

          Wir haben uns im Internet dann gleich noch mal ein paar Auftritte von Marianne und Michael angesehen und sind nun sicher: Nein, das ist niemals ein Roboter gewesen. Sondern zwei.

          Vielleicht könnte man sagen, ihr Frauenbild passt zum Alter ihrer Fans: Marianne, links, findet, Frauen sollten ihre Zeit der Familie widmen und den Männern daheim das „Nesterl“ bauen.

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