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Herzblatt-Geschichten : Wallfahrt zur heiligen Angela

Jahr um Jahr feierlich das Eheversprechen erneuern? Würde Seal heute wohl eher nicht mehr machen Bild: dapd

Ob das Horst Seehofer weiß? Angela Merkel hat heilende Hände. Dagegen wird Charlène von Monaco dem Neuen Blatt immer unheimlicher und Seal verrät, was ihn an seiner Ehe mit Heidi Klum gestört hat.

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          Wie beruhigend ist es in diesen schweren Zeiten, dass es auch gute Nachrichten gibt. Überraschenderweise liefert sie ausgerechnet Die Aktuelle, die sonst von kaputten Ehen oder angeblich schwerkranken Stars erzählt. Diese Woche aber verkündet das Blatt Erfreuliches über eine Frau, die gerade harte Zeiten durchlebt: „Angela Merkel – Jetzt hat sie auch noch heilende Hände!“

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Kanzlerin, lesen wir auf der mit dem Stichwort „Überraschung“ markierten Seite, sei bekanntlich „die mächtigste Frau der Welt“, ihre Stärken schienen „grenzenlos“ – was, wie ihre politischen Gegner behaupten, auch für das von Merkel geführte Land in der Flüchtlingspolitik gilt. Wie stark sie tatsächlich ist, offenbart uns nun Iwona S., eine Nachbarin von Merkels Mutter in Templin: „Die Kosmetikerin litt lange unter Schmerzen in ihren Händen, hatte ähnliche Symptome wie Rheumapatienten. Doch dann kam Angela Merkel.“ Diese „berührte Iwona beim Gespräch mit den Armen, reichte ihr die Hand. Seitdem hat die junge Frau keine Schmerzen mehr.“ Die Wunderkräfte der Kanzlerin überraschen Die Aktuelle nur wenig: Ihre Schwester sei ja „immerhin Ergotherapeutin“.

          „Die Aktuelle“ enthüllt: Bundeskanzlerin Angela Merkel wirkt auch als Wunderheilerin
          „Die Aktuelle“ enthüllt: Bundeskanzlerin Angela Merkel wirkt auch als Wunderheilerin : Bild: dpa

          Iwona S.’ Vorname lässt einen – vermutlich polnischen – Migrationshintergrund vermuten, was die Frage aufwirft: Sind jene Menschen, die momentan zu uns und nur zu uns kommen wollen, tatsächlich alle auf der Flucht – oder nicht vielmehr auf einer Wallfahrt? Gewisse Zweifel an der Geschichte können wir gleichwohl nicht verhehlen: Wenn wir allein darüber nachdenken, welchen Politikerkollegen Merkel im Laufe der Jahre so alles die Hand geschüttelt hat – so ganz gesund kam uns davon nicht jeder vor.

          Ein Friseurbesuch kann verhängnisvolle Folgen haben

          Ob auch Charlène von Monaco an die heilige Angela glaubt, wissen wir nicht – auf jeden Fall aber wird die Fürstin „immer unheimlicher“, findet zumindest Das neue Blatt. „Denn statt ihre Pflichten zu erfüllen, flüchtet sie sich in letzter Zeit immer mehr in den Glauben. Und das fast schon exzessiv.“ So sehe man sie „ständig beten und Gottesdienste besuchen. An sich nichts Schlimmes – aber ab wann wird es zum Wahn?“ Da wird die betagte Leserschaft des Neuen Blatts gewiss trösten, dass ein Gottesdienstbesuch an sich nichts Schlimmes ist. Ein Friseurbesuch hingegen kann verhängnisvolle Folgen haben: Zu allem Unglück nämlich trägt Charlène auch noch „plötzlich eine neue Frisur. So raspelkurz das Haar, dass es beinahe maskulin wirkt.“ Sie wird am Ende doch wohl nicht Priester werden wollen?

          Gutes oder schlechtes Zeichen? Charlène von Monaco wird dem Neuen Blatt immer unheimlicher.
          Gutes oder schlechtes Zeichen? Charlène von Monaco wird dem Neuen Blatt immer unheimlicher. : Bild: dpa

          Friseure zählen seit Jahren schon zum Personaltableau der Klatschblätter; neu war uns, dass man auch als Haarentferner Beachtung finden kann. Jens Hilbert heißt der Herr, der offensichtlich eine Reihe Prominenter von überschüssigem Haar befreit hat und uns nun Einblicke in seine Beziehung mit seinem Lebensgefährten Uli gewährt. Weil er „unheimliche Angst“ habe, „hintergangen zu werden“, so Hilbert zu In, „mache ich sogar Tests mit dem Uli“. In einem Fragebogen müsse der „beantworten, wie sein Wohlfühl-Barometer in der Beziehung ist, Zufriedenheit mit dem Sex, was ihn am meisten gestört und verletzt hat, woran ich arbeiten soll...“ Also, wenn wir der Uli wären, würden wir dann antworten: Am meisten stört uns dieser blöde Test – und woran du arbeiten solltest? Entfern doch einfach weiter Haare.

          Heidi Klum wiederum hat während ihrer letzten Ehe anscheinend lang übersehen, dass das Wohlfühl-Barometer von Seal nichts Gutes anzeigte. Was ihn am meisten gestört hat, lässt der mittlerweile von Heidi Geschiedene nun die Medien wissen: Die öffentlich groß gefeierte jährliche Erneuerung des Eheversprechens, hat Seal laut In im Fernsehen gesagt, sei allein Heidis Idee gewesen und „irgendwann zum Zirkus“ geworden. Das spricht nicht dafür, dass die beiden fortan auch ihre Scheidung Jahr für Jahr neu zelebrieren werden.

          Seitensprung: Dreimal ist okay?

          Dass unser Dasein kein einfaches ist, weiß auch der Thrillerautor Sebastian Fitzek, der offenbar sehr erfolgreich ist, vielleicht weil ihm so tolle Bilder einfallen wie dieses hier: „Das Leben ist wie eine Wand mit elf Löchern, aus denen Wasser austritt“, doziert Fitzek in Bunte. „Man hat aber nur zehn Finger, um sie hineinzustecken.“ Herrgott, dann stecken Sie in das elfte halt noch einen Zeh rein. Oder irgendetwas anderes.

          Keine Ahnung, wie uns das nun zum Thema Seitensprung bringt. Bunte jedenfalls hat mehr oder weniger prominente Menschen gefragt, ob sie einen solchen verzeihen könnten. Unter anderem antwortet Jacqueline Bakir Bradir, vorgestellt als „Autorin (,Die Mutmacherin‘)“. Sie meint: „Wie ein Sprichwort so schön sagt, sind bekanntlich aller guten Dinge drei. Also, ja, ich kann Seitensprünge verzeihen! Aber man muss im Leben auch Grenzen aufzeigen.“ Heißt: Dreimal ist okay? Ihrem Ruf als Mutmacherin bleibt die Dame damit treu.

          Sebastian Fitzek: Thrillerautor und Hobby-Philosoph
          Sebastian Fitzek: Thrillerautor und Hobby-Philosoph : Bild: dpa

          Ihren Ruf nicht los wird auch Janina Youssefian, von Bunte vorgestellt als „Model (,Ex-Teppichluder‘)“. Die Frau, mit der sich Dieter Bohlen angeblich mal in einem Teppichgeschäft verlustiert haben soll, könnte einen Seitensprung „niemals verzeihen“, sagt aber auch: „Es ist ziemlich dämlich, sich in flagranti erwischen zu lassen.“ So genau wissen wir das gar nicht mehr, ob es seinerzeit mit Bohlen und Frau Youssefian in flagranti war. Vielleicht war es ja auch nur in Flokati.

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