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Herzblatt-Geschichten : Vorsicht, Teddy!

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Ob mit Leinenrucksack und Lodenkotze auf die Jagd oder mit Teddy-Spionen ins Bett: Der Herbst ist für Überraschungen gut. Neue Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Der Herbst ist gekommen und färbt unsere Wälder bunt. Da mag es nicht unwahrscheinlich sein, daß auch Ihnen eine Einladung von Prinz Gustav von Berleburg oder Baronin Giulia von Crailsheim zur Jagd auf den Tisch flattert.

          Oh, denken Sie, das ist ja schön, und kaufen sich als erstes eine nagelneue grüne Jagdhose mit Windschutzleiste am Schlitz aus gewachstem Baumwollmaterial mit verstärkter Lederschutzschicht im Unterschenkelbereich, doch halt! Fehler! Es ist verhängnisvoll, schreibt „Bunte“, allzu perfekt auf der Jagdgesellschaft aufzutauchen: „Das entlarvt einen auf Anhieb als Anfänger.“

          Leinenrucksack und Lodenkotze

          Besser sind Hirschlederhosen mit Patina, „dazu zwiegenähte Bergstiefel oder bei nasser Witterung hochwertige Gummistiefel aus Naturkautschuk, ergänzt durch Leinenrucksack und Lodenkotze“. Lodenkotze? Hört sich ekelig an, wir würden recht erschrecken, wenn jemand bei der Jagd sagen würde: „Wollen Sie mal an meiner Lodenkotze riechen? Ganz neu.“ Aber wird schon seine Richtigkeit haben, wir vertrauen „Bunte“ mal wieder völlig.

          Teddys als Spione

          So, nachdem Sie über die Jagd Bescheid wissen, wollen wir gleich weitermachen in Sachen Lebenshilfe und richten uns an Sie, junge Männer. Hat Ihre Freundin in ihrem Schlafzimmer einen Teddy? Und Sie haben sich noch nie etwas dabei gedacht? Schlecht. Es gibt nämlich jetzt diese Teddys für 220 Euro, in deren Augen Minikameras installiert sind. Im Bauch steckt ein kleiner Sender, Sie ahnen schon das Schlimmste.

          So wie die Floristin Miriam (24) aus Sachsen-Anhalt, die in „Bild“ gegen ihren Sebastian (28) einen begründeten Anfangsverdacht hegte. Über einen Empfänger rief sie aus dem Innersten des Teddys Bild- und Tondaten ab und kam zu dem Ergebnis: „Dieser miese Kerl hat in meinem Bett mit seiner alten Flamme rumgeknutscht.“

          Gutes Gedächtnis

          Nun aber zu dir, Außenminister. Der „stern“ fragt dich: „Herr Fischer, Sie nehmen ab, Sie nehmen zu. Nehmen Sie bald wieder ab?“ Doch du, Außenminister, sagst barsch: „Diese Frage geht mir langsam auf den Keks.“ Na, hör mal, wer war es denn, der aus lauter Stolz über die vielen heruntergehungerten Kilos (von 112 auf 75) gleich ein ganzes Buch veröffentlichen mußte?

          Ja, so schlecht wird das Gedächtnis, wenn einem etwas unangenehm ist. Da könntest du, Außenminister, dir ein Beispiel an Prinz Philip nehmen. „Wir kennen uns“, sagte er beim Staatsbesuch zu einer Reporterin von „Bunte“, „vom Wochenende bei Hohenlohes auf Schloß Langenburg.“ Da dachte die Reporterin: „Donnerwetter, der hat ein Gedächtnis! Immerhin ist er bald 83 und ich war damals 20.“

          Aber daran erkennt man den wahren Frauenfreund. Uns geht es ähnlich. Wir vergessen unsere PIN-Codes, die Postleitzahl von Tante Rosi und Julias Lieblingsblumen, aber noch immer wissen wir, was Annalena damals trug, als sie 17 war. Nämlich knallenge Jeans und ein rotes Top mit Spaghettiträgern über den makellosesten Schultern der Neuzeit.

          Ehrlicher Ottfried

          Wie wir von Annalenas betörenden Schultern auf Ottfried Fischer kommen, der noch viel dicker als der Außenminister ist, wissen wir auch nicht, wahrscheinlich finden wir nur seine Ehrlichkeit so klasse. „Wie viele Autos haben Sie?“ will „Bunte“ knallhart wissen. „Zwei, meine Frau fährt einen Porsche und ich Mercedes.“ Sofort regt sich leiser Sozialneid: „Ein großer Mercedes?“ „Ja, ich muß ja reinpassen.“

          Übrigens fällt uns zu so umfangreichen Menschen wie Ottfried und Joseph Fischer ein Satz ein, den „Das Goldene Blatt“ Sophia Loren zuschreibt, und der uns sehr berührt hat: „Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben, sondern die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.“

          Ja, uns Menschen wäre sehr geholfen, wenn wir weniger auf Äußerlichkeiten gäben. Denn wir sollten wissen, daß auch der schöne Schein trügen kann. So wie bei Andrea F. (36). Ihr Mann bemüht sich noch immer um sie, die beiden haben drei Kinder, doch Andrea schreibt an „Echo der Frau“: „Zuletzt habe ich meinen Mann vor sechs Wochen betrogen - und es tut mir nicht leid.“

          Kidman: „Ich mache mir immer Sorgen“

          Oder denken Sie an Nicole Kidman und Cary Grant. Nicole ist eine supererfolgreiche Schauspielerin und obendrein Multimillionärin. Aber genießt sie ihr Glück? Nein, sie gesteht in „Das Goldene Blatt“: „Es liegt in meinem Naturell, mir immer Sorgen zu machen. Manchmal liege ich deswegen die ganze Nacht lang wach.“

          Und Cary Grant war ja wohl eines der hübschesten Mannsbilder aller Zeiten und ließ Frauenherzen schmelzen. Doch in Wahrheit, weiß „Neue Revue“, hatte er Affären auch mit Männern, und eine seiner Geliebten verriet: „Cary trug liebend gern Frauenunterwäsche aus Nylon.“

          Unsere neue Redaktionsassistentin Tanja aus Litauen trägt nur Dessous aus schwarzer Seide. Gerade steht sie in der Tür und verhüllt mit ihrem Teddy mal dies, mal das. Doch wir halten uns zurück. Der Teddy hat so einen kalten, starren Blick.

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