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Herzblatt-Geschichten : Verliebt, entliebt und schwer verkatert

Auf einer Hochzeit schauen Prinz Harry und Meghan Markle in verschiedene Richtungen - ist das ein Indiz für eine Beziehungskrise, wie „Gala“ vermutet? Bild: EPA

Wie halten es Promis mit ihren Liebesbeziehungen in der Öffentlichkeit? Prinz Harry und Meghan Markle geben Klatschblättern Rätsel auf, während Maren Gilzer sich zu ihrer offenen Beziehung bekennt.

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          Leider müssen wir einen Misserfolg vermelden. Vor zwei Wochen war uns aufgefallen, dass „Omas Tipps“ aus dem „Goldenen Blatt“ nahezu identisch waren mit den Ratschlägen vermeintlich echter „Echo-der-Frau“-Leserinnen, unter anderem einer „Veronika V., Zwiesel“, und wir, die wir mit gutem Recht deren Existenz anzweifelten, wandten uns öffentlich an die 9407 Einwohner des niederbayerischen Städtchens, ob sie uns nähere Informationen über eine Mitbürgerin namens Veronika V. liefern könnten.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gemeldet aber hat sich niemand, was zweierlei bedeuten kann: Entweder gibt es Veronika V. tatsächlich nicht, oder aber kein Zwieseler liest diese Kolumne. Doch es geht weiter: Wer empfiehlt uns im aktuellen „Echo der Frau“, Armaturen mit Essigwasser zum Strahlen zu bringen? „Irene M., Zwiesel“. Zwiesel – Hochburg der Besserwisser? Oder einfach nur ein Running Gag der Leserveralberer vom “Echo der Frau“?

          Andere Blätter können da übrigens problemlos mithalten. „Hochzeit geplatzt –Prinz Harry & Meghan – Alles aus!“, titelt „Neue Freizeit“, begründet dies mit diversen Skandalen in Meghan Markles Familie und wartet mit einer Kronzeugin auf: „'Eine Hochzeit wäre ein riesiger Skandal‘, weiß Adels-Expertin Chris Punch (39).“ Dies nun scheint entweder die unbekannteste Adels-Expertin aller Zeiten zu sein, da sie bislang keinerlei Spuren im Internet hinterlassen hat, oder wiederum eine Phantasiefigur des Regenbogenuniversums, deren Name wieder ein Insidergag sein könnte: „Punch line“ ist ja der englische Ausdruck für Pointe. Nicht auszuschließen, dass auch Frau Punch in Zwiesel wohnt.

          Arnold Schwarzenegger und Andreas Gabalier haben nicht ganz die gleiche Kragenweite - „noch nicht“; ist Gabalier überzeugt.
          Arnold Schwarzenegger und Andreas Gabalier haben nicht ganz die gleiche Kragenweite - „noch nicht“; ist Gabalier überzeugt. : Bild: AFP

          Auf einer Hochzeit haben Fotografen Harry und Meghan aber doch gesichtet, allerdings bei der Vermählung von einem Freund Harrys auf Jamaika, und obgleich kein deutscher Journalist dabei gewesen sein dürfte, werden wir umfassend über das Seelenleben des prominenten Paares informiert. „Die hübsche Brünette konnte die Finger gar nicht von ihrem Prinzen lassen“, behauptet „In“, druckt aber irritierenderweise Fotos, auf denen sie es doch kann. Als in der Kirche alle einen Bob-Marley-Song anstimmten, sei dies „ein Moment der absoluten Klarheit“, gewesen, dichtet das Heft, „beide spürten wohl mit jeder Faser ihres Körpers, dass sie füreinander bestimmt sind. Es knisterte so heftig, dass sogar Pastor Conrad Thomas von seiner Kanzel aus das Paar in der dritten Reihe bemerkte.“ Offen bleibt, ob er sie aufgefordert hat, jetzt mal bitte mit diesem lauten Knistern aufzuhören.

          Andreas Gabalier hofft, in seine Lederjacke hineinzuwachsen

          „Gala“ hingegen hat nichts gehört: „Beide starrten in verschiedene Richtungen und tauschten nur selten Zärtlichkeiten aus“, protokolliert sie. Um Zweifel an ihrer Verliebtheit zu zerstreuen, sollten Paare daher stets in dieselbe Richtung starren. Eine dritte Interpretation ein und derselben Bilder serviert “Bunte“: „Abgeschlafft – Harry ist gezeichnet von der Partynacht, Meghan zeigt Verständnis.“ Halten wir also fest: Bei der Hochzeitsfeier hat sich Prinz Harry schwer verliebt, wieder entliebt und schwer verkatert gezeigt.

          Maren Gilzer lässt Freund Falk-Willy Wild in der Beziehung sexuelle Freiheiten - er ist schließlich ein „gesunder Mann“.
          Maren Gilzer lässt Freund Falk-Willy Wild in der Beziehung sexuelle Freiheiten - er ist schließlich ein „gesunder Mann“. : Bild: dpa

          Seine ganze Bandbreite an Gefühlen präsentieren will auch der „Let’s Dance“-Teilnehmer Maximilian Arland: „Mich sehen alle immer nur als gutgelaunten Schlagersänger. Ich glaube, dass die Show perfekt dafür ist, auch mal seine verletzliche Seite zu zeigen“, sagt er “Bild“. Ein Blick in die „Let’s Dance“-Historie gibt ihm recht: Franziska Traub, Hillu Schwetje (kaputte Knie), Kristina Bach (Bandscheibenvorfall) – der Möglichkeiten, sich hier verletzlich zu zeigen, sind viele. Übrigens stimmt es nicht, Herr Arland, dass „alle“ Sie immer nur als gutgelaunten Schlagersänger sehen. Wir zum Beispiel schalten jedes Mal ab.

          Arlands Kollege Andreas Gabalier erzählt „Bild“ wie er eine Lederjacke von Arnold Schwarzenegger bekam: „Seither trage ich sie mit Stolz. Auch wenn sie mir an Schultern und Armen noch etwas groß ist.“ Das „noch“ weist darauf hin, dass Gabalier hofft, eines Tages hineinzuwachsen. Vielleicht sollte er mit etwas Anabolika nachhelfen.

          Eine schön aufgepumpte Schlagzeile setzt uns „Bild“ vor: „,Der Landarzt‘ Walther Plathe – Mein großes Sex-Geheimnis!“ Jene „Vorliebe, die bislang nur ein Gerücht war“, nämlich lautet: Plathe mag Frauen und Männer. Er ist also bisexuell, und immer dann, wenn Männer (auch) Männer lieben, hat das, jedenfalls bei „Bild“, nichts mit Identitätsfragen oder Liebe zu tun, sondern ausschließlich mit Sex. Oder wäre es, „Bild“, für Dich auch eine „Sex-Beichte“, wenn jemand sich zu seiner Heterosexualität bekennt?

          Männer, die gesund sind, machen so was!

          Maren Gilzer wiederum bekennt sich dazu, mit ihrem Freund Falk-Willy Wild eine offene Beziehung zu führen. „Darf er auch mit einer anderen Frau ins Bett?“, fragt „Freizeitexpress“, und Gilzer antwortet: „Na klar! Falk-Willy ist ein gesunder Mann!“ Soll heißen: Männer, die gesund sind, machen so was? Oder: Es ist gewünscht, dass er seine Gene möglichst weit streut?

          Aus einer langjährigen Beziehung verabschiedet sich bald Oliver Mommsen: Der Schauspieler hört nach zwanzig Jahren beim Bremer „Tatort“ auf. „Herr Mommsen, Ihr neuester ,Tatort‘ hat es ja in sich...“, stellt „In“ fest, und Mommsen entgegnet: „Ja, das ist mal wieder ein richtiger Bremer. Düster und unangenehm.“ Da fragen wir uns, Herr Mommsen, wieso Sie sich nicht schon viel früher aus Bremen verabschiedet haben – wenn Sie die Leute da alle so unangenehm finden.

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