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Herzblatt-Geschichten : Von Frauen umschwirrt

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Hier ist der Eimer, wo ist der Arsch? Josefine Preuß bei der Fronarbeit Bild: dpa

Sylvie Meis, ehemalige van der Vaart, erklärt in ihrer großen „Bild“-Serie „Ich, Sylvie“, dass sie es leid ist, sich erklären zu müssen. Auch Josefine Preuß und die „Bild“ passen zusammen „wie Arsch auf Eimer“.

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          Die gute Nachricht: Es gab die Woche kein Wort in den Medien über Sylvie van der Vaart. Die schlechte Nachricht: Über Sylvie Meis, wie sie nach ihrer Scheidung wieder heißt, gab es etliche Worte, und die meisten stammten von ihr selbst. Sie sei „es leid, mich erklären zu müssen“, beschwerte sie sich in der Bild-Zeitung, um sich an Ort und Stelle ausführlichst zu erklären – in der großen Serie „Ich, Sylvie“. Schließlich hat sie ja ein neues Produkt zu vermarkten – beziehungsweise ein altes Produkt mit neuem Namen.

          In der Serie erfahren wir nicht nur, weshalb Sylvie unbedingt zum Fernsehen wollte („Ich fand einfach, dass ich eine Bühne brauche“), wir erleben sie auch selbstkritisch: Dass sie einmal ein T-Shirt trug mit der auf ihre ehemals beste Freundin gemünzten Aufschrift „Bitch“, das sei „nicht erwachsen“ gewesen, aber: „Ich hatte Jetlag. Ich war verletzt. Es war wirklich der einzige Tag, an dem ich meine Emotionen nicht unter Kontrolle hatte.“ Die Aussicht, dass Ruhe einkehrt um Sylvie, ist gering. „Nach dem Ende der großen Bild-Serie von Sylvie Meis (35) macht sie erst mal: nix“, meldet Bild. „Sylvie: ,Also ich ruhe mich tatsächlich mal aus.‘“ Selbst das muss in der Zeitung mitgeteilt werden.

          Echt jetzt?

          Ebenfalls etwas viel wird uns der Trubel um den Herrn Bergoglio. „Papst Franziskus, 77, Oberhaupt der katholischen Kirche, wurde vom US-Magazin ,Esquire‘ zum bestangezogenen Mann des Jahres 2013 gewählt“, berichtet Bunte – weil sein Stil so schlicht sei. Ja, zieht der Mann sich denn überhaupt alleine an? Und ist das nicht wieder total unfair gegenüber seinem Vorgänger, der mit seinen schicken roten Schuhen viel mehr Stilwillen demonstrierte? Modisch keine gute Figur, jedenfalls nach Meinung des Designers Guido Maria Kretschmer, gibt Prinzessin Kate ab: „Eben ,Sex and the City‘ ohne Sex“, lästert er im Neuen Blatt. Gut weg kommt bei ihm Dänemarks Prinzessin Mary: „Ich mag ihr Bekenntnis zu dänischen Designern. Das würde ich mir manchmal auch von offiziellen deutschen Frauen wünschen.“ Also los, ihr offiziellen oder unseretwegen auch inoffiziellen deutschen Frauen: Bekennt euch zu dänischen Designern.

          Fies: „Wir gehen von niedriger Geschwindigkeit aus“, sagt der Regierungssprecher über Angela Merkels Skiunfall Bilderstrecke

          Den fiesesten Satz der Woche aber hat, womöglich in guter Absicht, Regierungssprecher Steffen Seibert über seine beim Skilaufen verunfallte Chefin gesagt: „Wir gehen von niedriger Geschwindigkeit aus.“ Würde Merkel nachts mit hoher Geschwindigkeit per Motorroller durch die Stadt düsen, wie es laut dem Klatschheft Closer Frankreichs Präsident Hollande auf dem Weg zu seiner angeblichen Geliebten tut – es wäre gewiss auch wieder niemandem recht.

          Unerfreulich auch diese Bunte-Bildzeile: „Marie Schöneburg (,Fettes Schwein‘) in einem Outfit von Akuéson“. Wir wollten schon den Presserat anrufen, da merkten wir, dass „Fettes Schwein“ der Titel einer Komödie ist, in der Frau Schöneburg mitgespielt hat. So wie man schreiben könnte: „Oliver Pocher (,Vollidiot‘)“. Pardon, dieser Gag war jetzt nicht erwachsen, aber wir hatten Jetlag. Schöneburgs Kollegin Valerie Niehaus übrigens sagt im Bunte-Interview: „Ich glaube, es geht Männern wahnsinnig auf die Nerven, dass Frauen sie immer umschwirren und die ganze Zeit als Sexualobjekt betrachten.“ Echt jetzt? Schade, dass uns das vorher niemand gesagt hat. Und dass wir dieses Geschwirre nie bemerkt haben.

          Töpfchen und Deckelchen

          Wir bleiben beim Thema: Mit der Überschrift „Die wilden Zeiten von Helmut Schmidt“ lockt uns Die Aktuelle in einen Artikel, der dann aber doch nur von den üblichen Zigaretten berichtet. Ein Foto dazu zeigt „Helmut Schmidt und Ehefrau Loki beim Schachspielen im Garten ihres Hauses“. Wilde Zeiten! Richtig abgedreht und gar nicht mehr spießig ist laut Bunte inzwischen die Serie „Der Bergdoktor“, deren Hauptdarsteller Hans Sigl klagt: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich drehe Pornos, weil die Leute nur hinter vorgehaltener Hand sagen: ,Psssst, ich hab’s geguckt!‘“ Vielleicht sollte man einfach den biederen Titel ändern. Wie wär’s mit „Mountain Doc“ oder „Emergency Berghütte“?

          Gar nicht bieder ist Josefine Preuß, die in Bild über ihren Kollegen Volker Bruch sagt: „Volker und ich passen wie Arsch auf Eimer.“ Nur Tage zuvor hatte Preuß ebenfalls in Bild über Simone Thomalla gesagt, sie beide passten zusammen wie, genau, „Arsch auf Eimer“. Wer da jeweils wer ist, möchten wir so genau gar nicht wissen.

          Ganz genau weiß Das neue Blatt, wie die Zukunft eines Traumpaars aussieht: „Traurige Prophezeiung – Helene & Florian – Trennung – Es gibt einen anderen Mann“. Dazu wird das alte Foto vom November gezeigt, auf dem Helene Fischer und Til Schweiger aneinander vorbeigucken. Neu aber ist die Einschätzung der Astrologin Claudia Graf-Hounani, auf Dauer dürfte Silbereisens „sanfter Krebs-Mars das Feuer des leidenschaftlichen Skorpion-Mars nicht schüren können“. Womit Schweiger ins Spiel kommt: „Astrologisch betrachtet würden die zwei wie das berühmte ‚Töpfchen und Deckelchen‘ sein.“ Wir sind sicher: Josefine Preuß hätte ein anderes Bild gefunden.

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