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Herzblatt-Geschichten : Vom Mann zur Memme

Der zurückgetretene Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich mit legendärem Schwarzenegger-Zitat Bild: dpa

Nicht nur Hans-Peter-Friedrich macht sich aus dem Staub. Auch Herzogin Kate verlässt London und hinterlässt ihrem Angetrauten lediglich einen Zettel. Die Herzblatt-Geschichten.

          Wir sind, das haben wir gerade wieder gesehen, nicht allein. Klatsch verbreitet ein jeder gerne, auch Hans-Peter Friedrich, unser ehemaliger Innen- und, ganz frisch, ehemaliger Landwirtschaftsminister, der den bösen Klatsch, welcher ihm zu Ohren kam, brühwarm weitergab. Damit ist Friedrich nicht nur der erste zurückgetretene „GroKo“-Minister, sondern der erste Minister überhaupt, der sich mit einem Schwarzenegger-Zitat verabschiedete: „Ich komme wieder.“ Als Arnie 1984 als „Terminator“ sein „I’ll be back“ knurrte, nachdem ihm der Zugang zu einer Polizeiwache verwehrt wurde, kam er tatsächlich wenig später zurück, durchbrach mit dem Wagen die Scheibe und richtete ein großes Gemetzel an. Ein böses Omen für Merkel? Noch bedrohlicher hätte nur „Hasta la vista, baby“ geklungen: Das sagte Schwarzenegger in „Terminator 2“ und mähte im selben Atemzug den bösen Androiden um.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und noch ein Abgang wird verzeichnet, auf der Titelseite der Aktuellen: „Exklusiv-Fotos! Kate – Sie ist weg ... mit dem Baby! Erster Zoff in einer jungen Ehe – oder steckt mehr dahinter?“ Nein, wie stets bei der Aktuellen: viel weniger. Die Prinzessin jedenfalls ist, wie außer der Aktuellen noch andere Blätter mit vermutlich ebenso exklusiven Fotos dokumentieren, auf die Karibikinsel Mustique geflogen, woraus Die Aktuelle ein schwülstiges Monarchie-Melodram strickt. Weil nämlich William gerade in Cambridge studiert, geschah „das Unfassbare: Kate verließ London, den Palast, ihren Mann“, lesen wir. „Als William letzte Woche Freitag abends nach Hause kam, fand er einen Brief in der Küche: ,Bin in der Karibik‘, musst (sic) er da lesen.“

          Viel heiße Luft um Helene Fischer und Florian Silbereisen

          So ist das bei den Royals: Unsereins würde einen Brief vorfinden mit den Worten „Bin bei meiner Mutter“. Wobei: Bei ihrer Mutter ist auch Kate, denn die Reise nach Mustique ist ein Familienausflug, bei dem Mutter Middleton Geburtstag feiert. Hübsch aber ist die Vorstellung, dass Kate wie anno dunnemals eine solche Botschaft auf Zettel kritzelt; kennt man bei Königs keine SMS? Und bestünde nicht die Gefahr, dass William die Notiz nie findet? Der geht doch sicher nie selbst in die Küche, sondern lässt sich das Essen vom Butler auf Silbertabletts servieren.

          Dich hingegen, Prima Woche, haben wir nicht so oft im Blick, und weißt du auch, warum? Weil du deine Leser zwar ebenfalls für dumm verkaufst, aber – zumindest mit der Titelstory dieser Woche – viel zu offensichtlich. „Alles wegen der Karriere? Helene & Florian – Bittere Trennung?“, raunst du, so weit alles okay. Auf dem Titelblatt aber auch die Sängerin Beatrice Egli zu zeigen und zu schreiben: „Liebes-Aus bei schöner Rivalin! Zerbricht jetzt auch Helenes Glück?“ – das ist fahrlässig. Wie kann man nur den abstrusen Dreh der Geschichte schon ganz vorn verraten? Das gehört doch auf die Innenseiten!

          Hinter der Cover–Story „Peter Maffay – Schlimme Fehldiagnose“ des Neuen Blatts hingegen steckt Folgendes: In einer Talkshow hat Maffay erzählt, wie ihm vor Jahren ein Arzt Lungenkrebs attestierte, der sich aber nur als Virus entpuppte. Damals aber entschloss sich Maffay, fortan auf Whisky und Zigaretten zu verzichten, weshalb Das neue Blatt urteilt: „Vermutlich hat ihm diese Fehldiagnose das Leben gerettet.“ Womit dann die Titelzeile Blödsinn ist; „Tolle Fehldiagnose“ hätte es heißen müssen.

          Stefanie Anke Hertel - Gott hat sich ihr erbarmt

          Lang leben möchte Hippie-Ikone Uschi Obermaier, die in Bild aber verrät: „Wenn ich schon sterbe, möchte ich verbrannt oder Löwen in Afrika zum Fraß vorgeworfen werden.“ Beides, hoffen wir, dann erst nach ihrem Tod. Würden mehr Menschen solche Wünsche hegen, müssten die Zoos an die Löwen nicht immer Giraffen verfüttern. Wir bleiben im Tierreich: Jasmin Wagner, als „Blümchen“ mal ein Teenie-Star, lobt ihre Eltern im In-Gespräch dafür, dass sie ihr – anders als offenbar die Eltern von Justin Bieber – einst das Taschengeld rationalisierten: „Ich hätte mir zum Beispiel keinen Affen kaufen können.“ Der Affenkauf ist in der Pop-Geschichte von Michael Jackson bis Bieber ja als Symptom zunehmender Wunderlichkeit bekannt.

          Alles richtig gemacht haben auch die Eltern von Stefanie Hertel, denn, wie das Goldene Blatt weiß, sie „suchten ihr einen bedeutsamen Zweitnamen aus: Anke! Was so viel heißt wie ,Gott hat sich ihr erbarmt‘. Oder ,Gnade der Anmutigen und Liebreizenden‘. Wie schön! Verrät der Name doch, wie viel Stefanie ihren Eltern bedeutet.“ Gut, dass unsere Töchter nicht Das goldene Blatt lesen, sonst müssten wir uns rechtfertigen: Warum habt ihr uns nicht Anke genannt? Habt ihr uns nicht lieb?

          Nicht mehr lieb hat Heidi Klum Martin Kirsten, der nicht mehr ihr Bodyguard und ihr Liebhaber sein darf. „Was hat sie nur aus ihm gemacht?“, entsetzt sich Closer und erklärt, wie Kirsten an Heidis Seite vom „Mann zur Memme“ wurde: „Er postete sogar Bilder von peinlichen Socken und Schneemännern.“ Eine Memme sind wir dann zum Glück nicht, denn Schneemann-Bilder haben wir zuletzt keine ins Netz gestellt. Puh, haben wir ein Schwein, dass wir dieses Jahr so einen milden Winter hatten.

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