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Herzblatt-Geschichten : Verschwörung gegen Kate

Opfer schlimmer Intrigen: Kate Middleton Bild: dapd

Die Neue Welt macht dem Kopp-Verlag Konkurrenz: Sie hat eine Verschwörung gegen Prinz William und seine Kate aufgedeckt. Auch gegen Michelle wurde eine Intrige angezettelt: Bei ihrer angeblichen Abschiedstour trat statt ihr eine transsexuelle Dame auf.

          Wissen Sie, warum Ihr Nachbar sich diese riesige Satellitenschüssel gekauft hat, doppelt so groß wie Ihre? Um Sie zu ärgern, natürlich, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Er empfängt damit Befehle aus einem unheimlichen Haus in Yale, in dem die Geheimgesellschaft „Skull & Bones“ die Übernahme der Weltherrschaft vorbereitet. Außerdem wird der Mann von den Freimaurern, den Rosenkreuzern und den Tempelrittern ferngesteuert - Beweise finden Sie in den Publikationen des Kopp-Verlags (“Bücher, die Ihnen die Augen öffnen“).

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Kopp-Leute müssen allerdings aufpassen, dass sie die Marktführerschaft in der Enthüllungsbranche nicht an die Neue Welt verlieren. Die nämlich hat eine Verschwörung von solcher Raffinesse aufgedeckt, dass die Umtriebe der Knochenmänner aus Yale dagegen so subtil wirken wie die Undercover-Mission von Rainer Brüderle in der BDI-Zentrale. Schauplatz des Stücks ist Großbritannien, die Lady Macbeth heißt Camilla Parker-Bowles, und ihre Opfer sind Prinz William und seine Kate.

          Knollennase, schiefe Zähne, Faltenwurf

          Camilla, so analysiert der Neue Welt-Investigator, kann nicht ertragen, dass Kates Glanz ihre eigene eher dunkel glühende Aura überstrahlt. Also will sie dafür sorgen, dass sich das arme Kind bei der Hochzeit nach Strich und Faden blamiert: Sie riet ihr zu einem Kleid aus dem „Skandal-Designerhaus Alexander McQueen“ mit durchsichtiger Spitze und bizarren Rüschen. Sie empfahl Kate, ihren Bruder die Torte backen zu lassen, obwohl der das Konditorenhandwerk gerade erst erlernt. Und - Gipfel der Infamie! - sie verhinderte, dass Barack Obama und Haakon von Norwegen zur Vermählung eingeladen wurden. Statt ihrer „geben sich nun Kneipenwirte und peinliche Gesangsstars die Klinke in die Hand“.

          Zu ihrer Abschiedstour trat angeblich eine transsexuelle Dame namens Sabine N. an: Schlagerstar Michelle

          Mit Geld aus London sind wahrscheinlich auch die anonymen „Beauty-Experten“ bestochen worden, die Kate laut Echo der Frau dringend zu einer operativen Rundumerneuerung raten. An allen optisch relevanten Körperteilen wollen die Fleischbeschauer schwere Mängel festgestellt haben: Po zu flach, Busen zu platt, Knollennase, schiefe Zähne, Faltenwurf an den Beinen. Selbst wenn Miss Middleton tatsächlich die 74.500 Euro in die Behebung dieser Schönheitsfehler investiert, schnappt sofort die nächste von Camilla aufgestellte Falle zu: Frau im Spiegel hat Kate auf Einflüsterung der fiesen Herzogin eine Pferdehaar-Allergie angedichtet - was sie für eine Aufnahme in den Hochadel endgültig disqualifizieren würde.

          Double der französischen Rechtsaußen-Domina Marine Le Pen

          Die Fürstin der Finsternis scheint nicht nur Englands neue Diana in den Abgrund stoßen zu wollen, sondern auch unsere Schlagerprinzessin Michelle. Jedenfalls hat die Intrige, die gegen sie angezettelt wurde, durchaus camilloides Format. Wie die Neue Welt berichtet, trat zu einer angeblichen Michelle-Abschiedstour in Bayern und Österreich nicht etwa das Grand-Prix-Engelchen mit der Glockenstimme an, sondern eine transsexuelle Dame namens Sabine N., Künstlername Natascha Moreno. Gegen sie wird nun wegen Betrugs verhandelt, während die ahnungslose echte Michelle sich jedes Kommentars enthielt, wohl auch, weil die Verwechslungsgefahr nicht sehr groß war: Frau Moreno könnte ihren Gesichtszügen nach eher als Double der französischen Rechtsaußen-Domina Marine Le Pen auftreten.

          Immerhin lehrt auch dieser Fall: Ist es noch so fein gesponnen, kommt es doch ans Licht der Sonnen. Wie Michelle ist Kate Middleton von treuen Hellsehern umgeben, die jedes Ränkespiel durchschauen. So wacht zum Beispiel Dianas Ex-Butler Paul Burrell über das Wohlergehen der Wiedergängerin: „Sei vorsichtig, Kate! Hüte dich vor den Schlangen am Hof“, warnt er im Neuen Blatt. Charles ist nach Informationen der Neuen Welt entschlossen, die Anschläge seiner Gattin auf das junge Glück zu vereiteln: „Er jagt sie vom Hof.“ Aber auch der Prinz von Wales wird nur noch die Rolle eines Egon Krenz der Monarchie spielen. Eine höhere Macht holt aus, ihn hinwegzufegen: „Königin Elizabeths Geheimplan: So treibt sie Charles zum Thronverzicht“ (7 Tage).

          Ach, wie langweilig die Welt doch wäre, wenn es keine Mütter gäbe (von leer ganz zu schweigen)! Oder keine Ehefrauen! Gerade sehen wir, dass Spiegel Online meldet, Jörg Kachelmann habe am vergangenen Wochenende geheiratet - angeblich eine der Frauen, zu der er seit Jahren eine Beziehung habe und die in der Schweiz lebe. Dass der Wettermann am Mittwoch vor Gericht an der linken Hand einen goldenen Ring trug, hatte schon für Gerede gesorgt; nun erläutert Spiegel Online, in der Schweiz trage man Eheringe traditionell dort. Na, wenigstens ist es nur einer.

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