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Herzblatt-Geschichten : Verräterische Bäuchlein

„Ist halt so”, sagt sich Vanessa Paradis angesichts ihrer kaputten Kaffeemaschine Bild: AFP

Ein Streifzug durch die Verlautbarungen bekannter und weniger bekannter Promis führt in dieser Woche von den rätselhaften Defekten elektrischer Geräte zu königlichen Babybäuchen. Jörg Thomann erzählt die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Viel gelernt wieder diese Woche. Wir hatten uns geärgert, weil nacheinander Toaster, Babyphon, Teekanne und zwei Glühbirnen kaputtgegangen waren, dann aber beschämte uns ein Bericht der Revue. Andere nämlich lassen sich nicht so gehen, zum Beispiel Vanessa Paradis und Johnny Depp. Das Ehepaar weilte in seinem Haus auf einer einsamen Karibikinsel, als das Malheur geschah: „Neulich ging dort die Kaffeemaschine kaputt“, erzählt Frau Paradis. „Normalerweise eine mittlere Katastrophe. Wir haben einfach durchgeatmet und uns gesagt: Ist halt so.“ Wir haben das dann auch versucht, durchgeatmet, „Ist halt so“ gesagt und den Blick von der kaputten Teekanne abgewendet. Leider fiel er nicht auf den Ozean, sondern auf den kaputten Toaster.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch ein viel schwereres Schicksal offenbart Goldene Blatt-Leserin Jessica Steinbach-Gatzweiler (27): „Mein Mann verbietet mir Schlagermusik!“ Um seine Frau vor dem von ihr geliebten „Schwachsinn“ zu schützen, nimmt er stets das Radio mit zur Arbeit: „Selbst Tränen erweichen meinen Horst nicht, und wenn ich ihn frage, was er gegen Schlager hat, antwortet er nicht, sondern verzieht das Gesicht.“ Harmonischer läuft es zwischen Dieter Thomas Heck und seiner Ragnhild, die der Bunten erklärt: „Für meinen Mann gibt es eine Waschanleitung, und wenn man diese Waschanleitung beherzigt, dann ist er kuschelweich gespült, filzt nicht, kratzt nicht.“ Direkt daneben entdeckten wir, höchst verdächtig, eine Anzeige für einen Wäschetrockner und überlegten kurz, einen Protestbrief an den Presserat zu schicken, aber der liest diese Kolume ja eh regelmäßig. Heck übrigens teilt mit: „Ich würde gern mal was Verrücktes machen und als singender Gondoliere in der Lagungenstadt mit meiner Frau durch die Kanäle fahren.“ Prima Idee: Stellen Sie sich vor, Sie machen eine romantische Reise nach Venedig, steigen in die Gondel, und hinter ihnen röhrt Dieter Thomas Heck los. Da erschrickt man sich doch zu Tode, wenn man nicht gerade Jessica Steinbach-Gatzweiler heißt.

          Königliche Babybäuche

          Neues auch von Andrea Kathrin Loewig. Echo der Frau verspricht zu enthüllen, „was Sie über die Schauspielerin garantiert noch nicht wussten“, und hat schon deshalb recht, weil wir über Andrea Kathrin Loewig bislang gar nichts wussten. Also auch dies nicht: „Sie hat eine heimliche Liebe.“ Sie bestätigt es selbst: „Frau Loewig, haben Sie eigentlich eine heimliche Liebe?“ - „Ja, die zu singen und zu tanzen.“ Eine andere Leidenschaft hat „TV-Star Jochen Schropp“, der in Revue erklärt: „Ich habe zig Kochbücher abonniert.“ Da fragen wir uns nicht nur, wer nun wieder Jochen Schropp ist, sondern auch: Wie sieht ein Kochbuch-Abonnement aus? Bekommt man jeden Monat das gleiche Buch zugeschickt, neu und ohne Fettflecken? Oder kommt jede Woche nur eine Seite ins Haus? Das stellen wir uns nicht ganz risikofrei vor: So könnte der Hobbykoch erst mit der neuen Post merken, dass er den Bretonischen Fischauflauf, der neulich keinem seiner Gäste munden wollte, nur zur Hälfte fertiggekocht hat.

          Bild: F.A.Z.

          Ein neuer Trend ist auch das „Essen nach Farben“, das im Neue Welt Diät-Club Hung Ch. anpreist. Er ordnete jedem Wochentag eine Farbe zu: Am „Roten Dienstag“ aß er Paprika, Radieschen, Erdbeeren und Rote Beete. So wurde er um zwölf Kilo leichter und wohl auch leistungsfähiger: Kurz darauf wurde seine Gattin schwanger. Womit wir beim Baby-Bulletin wären. Bei Jennifer Lopez erspäht Revue ein „Babybäuchlein“. Bei Belgiens Prinzessin Mathilde zeichnet sich laut Neue Welt „ein süßes Bäuchlein“ ab. Hinzu gesellt sich Maxima, Gattin des Hollandprinzen Willem-Alexander. „Ein verräterisches Bäuchlein“, so 7 Tage, „ist zwar noch nicht zu entdecken, aber das liegt auch daran, dass die gewitzte Argentinierin plötzlich ihre schlanke Taille mit Wickeljacken kaschiert.“ Nicht einwickeln lässt sich hingegen das Neue Blatt: Es sieht bei Maxima ein „kleines Bäuchlein“.

          Nur das Beste für die Kinder

          Tine Wittler, mutmaßliche Kochbuch-Abonnentin und RTL-Moderatorin mit süßem Bauch, hat dem Goldenen Blatt verraten, „dass sie ihren Fernsehpreis vom letzten Jahr im Kühlschrank aufbewahrt“. Warum? Wir vermuten mal, weil sie den schönen Preis an keinem anderen Ort so oft zu Gesicht bekäme. Unerfreuliches hört man von einer anderen Fernsehfrau. „Wer Kinder hat, wünscht ihnen natürlich immer das Beste“, schreibt das Neue Blatt und ruft schockiert aus: „Arme Uschi Glas! Wird das Tattoo-Mädchen etwa ihre neue Schwiegertochter?“ Besagte Flamme von Uschis Sohn Ben „heißt Tine Fuchs (24), arbeitet angeblich als Model und ist von Kopf bis Fuß tätowiert und gepierct“. Ben sagt: „Ich mag sie. Wir haben tollen Sex.“ Wir sagen: Da sollte eine Mutter, die ihrem Sohn das Beste wünscht, doch zufrieden sein.

          Wir haben indes ein ganz anderes Problem: Durch das viele Herumsitzen und Herumblättern in den Herzblättern zeichnet sich bei uns schon ein verräterisches Bäuchlein ab. Wir probieren es jetzt auch mit der Farbendiät. Morgen ist „Gelber Montag“: Es gibt Pommes, Vanillepudding, Butterkekse und Eierlikör. Mal sehen, ob's hilft.

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