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Herzblatt-Geschichten : Unliebe Mitbewohner

Tierfreund oder Tierfeind? Til Schweiger hat mit einem Video zahlreiche Quallenliebhaber verärgert. Bild: dpa

Diese Woche haben sich die Herzblätter dem Miteinander von lieben und weniger lieben Erdbewohnern gewidmet. Ist Til Schweiger ein Tierquäler? Darf man unliebe Mitbewohner loswerden, wie Franz Josef Wagner meint? Oder bliebe dann das Big-Brother-Haus leer?

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          Was bisher geschah: Til Schweiger hat ein Video online gestellt, auf dem jemand, der nicht zu sehen ist, aber ziemlich schweigerisch näselt, zwei Feuerquallen mit einer Plastikflasche zermanscht. Nach wütenden Protesten von Quallenfreunden aus aller Welt behauptet Schweiger, er sei das nicht gewesen, jemand habe seine Stimme nachgemacht, und es sei ein Fehler gewesen, das Filmchen zu veröffentlichen; er schickte dann noch ein weiteres Werk hinterher, auf dem ein Mann, diesmal unverkennbar Schweiger selbst, eine Wespe aus einem Pool birgt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine neue Wendung erfährt die Story nun durch Franz Josef Wagner. „Tausende halten Sie für einen Mörder. Ich nicht. Ich hasse Quallen“, lässt er Schweiger in einem seiner Bild-Briefe wissen. „Ich schlage die Stechmücke tot, ich erschieße die Klapperschlange und mache die Qualle tot. Es sind nicht die liebsten Mitbewohner auf unserer Erde.“ Ein harter Schlag für die Quallenlobby, der freilich eine Frage aufwirft: Wo, bitte schön, erschießt Wagner denn Klapperschlangen? Auf den Korridoren des Springer-Verlags?

          Die Maxime, alle loszuwerden, die „nicht die liebsten Mitbewohner auf unserer Erde“ sind, würde übrigens zu einigem Leerstand auf diesem Planeten führen. Sat 1 etwa hätte dann die größten Probleme, das Haus zu füllen, in dem seit Freitag die Teilnehmer der neuen Staffel von „Promi Big Brother“ einquartiert sind. Mit dabei ist Ronald Schill, einst Richter und erfolglosester Hamburger Innensenator aller Zeiten, der schon vor seinem Einzug angedroht hat: „Dieses Experiment wird das Schlechteste von uns zum Vorschein bringen.“ Ja, geht das denn überhaupt, Herr Schill: noch schlechtere Seiten zu zeigen?

          Ronald Schill: Wird er uns im Big-Brother-Haus noch schlechtere Seiten von sich zeigen?

          Mit dem Buch zum Beispiel, das er praktischerweise gerade verfasst hat und das praktischerweise von Bild in Auszügen präsentiert wird, hat er ganz schön vorgelegt. Da beschreibt er unter anderem seine Sexsucht, und zwar in Worten, die ausgesprochen unschöne Bilder im Kopf erzeugen: „Mein Schwanz brach mir das Genick.“ Wer nun noch weiterlesen kann, erfährt, wie Schill es in den Zimmern des Justizgebäudes trieb. „Und wenn sie mich nun rausgeschmissen hätten? Na wenn schon!“, schreibt er und lässt einen Satz folgen, der in diesem Kontext zumindest missverständlich ist: „Ich war an der Scheide meines Lebens.“

          Nein, da lesen wir lieber Geschichten über die brave Helene Fischer. Obwohl es auch in ihrem Liebesleben Turbulenzen geben könnte: „Rührender Heiratsantrag – Wird dieser Mann aus ihrer Heimat eine Gefahr für Flori?“, titelt Freizeitspass. Im Folgenden stellt uns das Blatt den arbeitslosen Halbrussen Gregor P. vor, der Helene nie getroffen hat, sie aber verehrt und jetzt einfach mal in einem Brief um ihre Hand angehalten hat. Das ist die ganze Geschichte, und sie öffnet phantastische Perspektiven: Bei den Millionen Fischer-Fans könnte Freizeitspass bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag jede Woche eine Titelgeschichte mit einem anderen Interessenten drucken.

          Ausnahmsweise mal nicht in einem neuen Bikini auf einem neuen Strand unterwegs – Sylvie Meis

          Dass Sylvie Meis schon gefühlt ein halbes Jahr lang in wechselnden Bikinis über wechselnde Strände hüpft, ist offenbar kein gutes Zeichen, denn laut Bunte sind mit ihr momentan keine neuen Shows geplant. Verhältnismäßig ruhig ist es geworden um sie, doch der unvermeidliche „Medienexperte Jo Groebel, 63, findet das normal: ,Nach den vielen Negativschlagzeilen der letzten Wochen geht sie gerade durch ein kleines Aufmerksamkeitstal.‘“ Möchten Sie, lieber Herr Groebel, sich nicht auch mal in so ein Tal begeben? Es dürfte auch gern ein größeres sein.

          Befindet sich auch Designer Harald Glööckler in einem solchen? In muss diese Woche eine Gegendarstellung Glööcklers drucken. In einer früheren Ausgabe, heißt es darin, sei „ein Beitrag unter der Überschrift ,Harald Glööckler – Kein Hahn kräht nach ihm‘ mit einer unrichtigen Tatsachenbehauptung enthalten“ gewesen. Weshalb sie Glööckler nun richtigstellt: Seine Shopping-Show läuft nicht mehr beim Sender HSE24, sondern bei QVC. Hm, so richtig vom Hocker haut uns diese Gegendarstellung nicht. Viel schöner hätten wir gefunden: „Glööckler: Es kräht doch ein Hahn nach ihm“.

          Vom Schlagerstar zum Tierflüsterer: Hansi Hinterseer

          Nach Hansi Hinterseer krähen sicher ganz viele Hähne, denn der, weiß Das goldene Blatt, „hat übersinnliche Fähigkeiten“. In seiner Nähe nämlich würden „Tiere plötzlich unglaublich zutraulich“, fährt das Blatt fort und zeigt ein Foto mit Hinterseer und einem Adler auf seinem Arm. „Steinadler haben ihren eigenen Kopf“, heißt es dazu. „Die Greifvögel überlegen genau, bei wem sie landen.“ Da scheint was dran zu sein, denn bei uns ist noch nie einer gelandet, und das ist uns auch ganz recht so: Die sollen schön alle weiterhin zu Hinterseer fliegen.

          Dass Joanna Tuczynska bei Lothar Matthäus gelandet ist, ist schon ein Weilchen her, doch sie steht längst auf eigenen Füßen. Wie In weiß, ist sie „jetzt Business-Frau und will ihren Energy-Drink ,Glucose‘ groß rausbringen“. Glucose? Da gratulieren wir herzlich, Frau Tuczynska: Sie haben den Traubenzucker neu erfunden.

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