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Herzblatt-Geschichten : Sie hat ein rehbraunes Gefühl

Beschäftigen die „Bild“-Zeitung täglich: Laura Müller und Michael Wendler Bild: dpa

Wolfgang Petry will Donald Trump zum Nachdenken bewegen. Wendler-Freundin Laura zieht sich für den Playboy aus. Und Cameron Diaz hat die Boulevard-Blätter kalt erwischt. Die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Sie haben gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Gut. Sie haben diese, nach knapp zwei Wochen, nicht gebrochen? Besser. Doch bilden Sie sich nicht allzu viel darauf ein: Was wahre Willenskraft ist, das zeigt Christian Lindner. Von „Bunte“ nach Vorsätzen befragt, antwortet der FDP–Chef: „Ich habe keine. Wenn mich etwas stört, ändere ich es sofort.“ Noch während Sie also in der Silvesternacht schworen, künftig mehr Sport zu treiben, hatte Lindner schon die Sportschuhe an und wetzte los. Und wo Sie, um fünf Kilo abzunehmen, sich wochenlang mit einer Diät quälen, greift Lindner eigenhändig zur Kanüle und saugt sich das Fett auf einen Schlag ab.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Donald Trump stört an sich selbst gewiss gar nichts. Das hat er gemein mit der „Bild“-Zeitung, die nach Trumps Entscheidung, Iran nach dem Angriff auf internationale Militärstützpunkte nicht in Schutt und Asche zu bomben, auf die Knie fiel und ihn mit der Schlagzeile ehrte: „Kein Krieg! Danke, Mr. President!“ Vielen mag das devot vorkommen, wir halten es für nicht konsequent genug: Hat ein Trump nicht für jeden weiteren Tag, an dem er keinen Krieg vom Zaun bricht, unseren Dank verdient, gerade angesichts seines bisweilen überschäumenden Temperaments? Eine schöne Geste wäre es daher, „Bild“ würde besagter Schlagzeile einen festen Platz auf Seite eins einräumen – jedenfalls so lange, bis es doch noch knallt. Oder, für „Bild“ womöglich noch entsetzlicher, bis irgendwann mal ein Demokrat an die Macht kommt.

          Der Richter hatte feuchte Augen

          Zum täglichen Dank an Trump wird es nur leider schon deshalb nicht kommen, weil „Bild“ auch Platz braucht für Laura Müller. Sie ist 19 und hat drei wichtige Schritte unternommen, um eine bestimmte Art medialer Karriere zu machen: Sie hat erstens eine Beziehung mit Michael Wendler begonnen, einem gerade einmal 28 Jahre älteren Schlagersänger, hat zweitens die Schule abgebrochen und sich drittens für den „Playboy“ ausgezogen.

          Seitdem beleuchtet „Bild“ Tag für Tag einen neuen Aspekt des Ereignisses: „Was ihr Vater zu den „Playboy“-Fotos sagt“ (Montag), „Wie die Wendler-Ex Lauras „Playboy“-Fotos findet“ (Dienstag), „Wendlers Vater zu Laura Müllers „Playboy“-Fotos“ (Mittwoch). Weitere Reaktionen werden folgen, von Wendlers Onkel, von seinem Physiotherapeuten, von Lauras Mathelehrer, das Jahr ist noch lang. Über die Reaktionen ihres Vaters übrigens hat Laura „Bild“ gesagt: „Seine ersten Worte waren: ,WOW!‘“ Das allerdings wäre nur ein Wort, sofern der Papa nicht gleich „Wow, wow, wow“ gesagt hat. Das könnte dann aber auch die Reaktion von Lauras Hund gewesen sein.

          Cameron Diaz: Woher kommt ihr Baby?

          Ähnliche Reaktionen ruft eine Nachricht aus Hollywood hervor. „Cameron Diaz hat überraschend eine Tochter bekommen – ohne schwanger gewesen zu sein“, reportiert „Gala“ investigativ: „Bei ihren letzten Auftritten war von einem Babybauch keine Spur.“ Es könnte sich, wie das Heft mutmaßt, um eine Adoption handeln oder um eine Leihmutterschaft. Vielleicht aber hat auch einfach der gute alte Klapperstorch beweisen wollen, dass seine Rolle doch eine aktivere ist, als der moderne Mensch es wahrhaben mag.

          Kaum weniger einschneidende Erlebnisse sind Hochzeit und Scheidung. Sänger Peter Horton und Gattin Slava haben miteinander, wie sie „Bunte“ erzählen, beides erlebt: 1986 heirateten sie, 1995 ließen sie sich scheiden, 2016 heirateten sie wieder. Behalten sie den Rhythmus bei, dann dürfte ums Jahr 2025 herum die nächste Trennung anstehen. „Der Einzige, der bei unserer Scheidung feuchte Augen hatte, war der Richter“, erinnert sich Horton. „Scheinbar spürte er, wie perfekt wir doch eigentlich zusammenpassen.“ Sollten sie sich in ein paar Jahren tatsächlich noch mal scheiden lassen, beweisen sie hoffentlich so viel Feingefühl, einen anderen Richter zu wählen.

          Schlager für eine bessere Welt

          Apropos einschneidendes Erlebnis: Im Mai 2019 brachte „Gala“ eine große Story über Christine Neubauer, weil sie eine neue Frisur hatte – sie hatte sich das Haar blond gefärbt. Freund José fand es „mega“, Neubauer selbst erklärte, der neue Look bringe ihre „persönliche Entfaltung in den letzten Jahren“ zum Ausdruck. Acht Monate später nun findet sich eine große Neubauer-Story in „Bunte“, denn die Schauspielerin wollte „zurück zu ihren Wurzeln und keine Blondine mehr sein“.

          Mit seinen neuen Songs will Schlagersänger Wolfgang Petry Trump erreichen.

          „Endlich bin ich wieder ich selbst“, frohlockt Neubauer: „Dieser rehbraune Farbton ist meine Naturfarbe und spiegelt auch mein momentanes Gefühl.“ Und während wir noch darüber nachsinnen, wie es sich anfühlen mag, so ein rehbraunes Gefühl, lesen wir Josés Kommentar, dass er „die blonden Haare okay“ fand, „aber so gefällt mir Christine ehrlicherweise besser“. Opportunist! Wir jedenfalls sind jetzt gespannt, in welchem Blatt Christine Neubauer auftaucht, wenn sie sich Strähnchen machen lässt.

          Nun noch mal zurück zu Trump, dem endlich ein ebenbürtiger Gegner zu erwachsen scheint. Kein Geringerer als Wolfgang Petry hofft, mit seinem neuen – englischen – Album Trump „zum Nachdenken bewegen zu können“, wie er laut „In“ gesagt hat. „Es ist gut für mich, auf Englisch singen zu können, um das Übel bei der Wurzel zu packen. Auf Deutsch versteht Trump mich ja nicht ...“ Dem dürfte es ganz schön in den Ohren klingen, wenn er demnächst die anklagenden Worte Wolfgang Petrys vernimmt: „This is madness, why do you send me to hell? Hell, hell, hell!“

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