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Herzblatt-Geschichten : Traumfrau? Vorsicht!

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Warum stecken Herr und Frau Effenberg im Beziehungsstress? Was passiert mit Liebesbriefen von schwulen Heino-Fans? Und was heißt eigentlich HDGDL? Diese und andere Fragen beantworten wieder die neuen Herzblatt-Geschichten.

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          Seit einiger Zeit schreibt in Bild ja ein neuer Klatschreporter. Er heißt „Bild-Kolumnist Körzdörfer“ und wählt seine Worte so erregt, als habe er immer einen Finger in der Steckdose. Zum Beispiel über unseren deutschen Oscar-Gewinner, der genau so heißt, wie Mark Twain sich den Namen eines Deutschen vorgestellt hätte, nämlich Florian Henckel von Donnersmarck: „Ich bin so begeistert von diesem selbstbewussten, demütigen Kino-Visionär, dass ich ihm als Alter (52!) das Du anbiete.“

          Und wenig später gerät Bild-Kolumnist Körzdörfer endgültig in Verzückung: „Ein Deutscher lebt seinen Traum. Dank seiner Vision. Weil er an sich selbst glaubte. Und sich nicht beirren ließ durch Zweifel. Solche Menschen braucht Deutschland.“ Richtig, Körzdörfer, alter Bild-Kolumnist, klasse ausgedrückt, solche Kolumnisten braucht Deutschland. Wir sind so begeistert, Körzdörfer, dass wir dir hiermit das Sie anbieten.

          „Sebastian tut einfach immer so, als ob er mir zuhört“

          Jetzt aber erst einmal guten Tag, liebe Leser, wir hoffen, es geht Ihnen besser als uns. Seitdem wir in der Fastenzeit auf unsere Assistentin Marija aus Kroatien verzichten (sie weilt in Acapulco), blicken wir immer trauriger aus dem Fenster in unser armes Gallusviertel. Der Schauspielerin Florentine Lahme (32) und der Moderatorin Gülcan Karahanci (24) geht es da besser. Gülcan kennt in Bunte ein tolles Eherezept: „Dass ich extrem viel rede, weiß ja jeder. Sebastian tut einfach immer so, als ob er mir zuhört.“ Florentine aber dreht derzeit mit vielen attraktiven Männern und wird in Revue gefragt, wie sie sich dabei fühle. Ihre Antwort: „Wie der Hahn im Korb, bloß umgekehrt.“ Also wie der Korb im Hahn?

          Noch interessanter ihr Blick hinter die Filmkulissen: „Von deutschen Schauspielerinnen, zu denen ich damals aufgeblickt habe, wurde ich sehr enttäuscht. Nachdem ich sie kennengelernt hatte, wollte ich nicht mal mehr ihre Filme ansehen.“ Gut, das gibt es öfter. Schon Arthur Koestler hat gesagt: „Schriftsteller zu mögen und ihnen dann zu begegnen, ist wie Gänseleberpastete zu mögen und dann die Gans zu treffen.“

          Herr und Frau Effenberg im Beziehungsstress

          Die Bekanntschaft mit diesem Zitat verdanken wir dem Hamburger Journalisten Sven Michaelsen, der in seinem ganz wunderbaren Buch „Starschnitte“ Auszüge aus seinen zahlreichen Interviews zusammenträgt, die er für den stern geführt hat. Das vielleicht schönste Gespräch ist das mit Heino. Darin sagt der Sänger herrlich authentische Dinge: „Liebesbriefe von schwulen Heino-Fans sortiert die Sekretärin aus, weil ich da eine Gänsehaut kriegen würde.“ Heino belässt es aber nicht bei solchen von Lebensweisheit getränkten Aussagen, er zeigt auch, wie man konstruktiv mit Kritik umgehen kann: „Wenn irgendwo ein Verriss steht, frage ich bei der Bank nach meinem Kontostand. Das bringt die Seele wieder ins Lot.“

          Sollte aber Ihr Gatte, liebe Leserinnen, Ihnen dauernd sagen, Sie seien seine Traumfrau, sollte er Ihnen am Valentinstag eine Karte geschickt haben, auf der gestanden hätte: „My wife, my love, my everything“, so misstrauen Sie ihm, aber heftig. Denn all dies tat auch Stefan Effenberg, der seine Gattin, wie sie Bunte anvertraut, mit der Nachbarin betrog. Nun stecken Herr und Frau Effenberg voll im Beziehungsstress: „Zum Abschied wollte er sie küssen. Sie drehte ihren Kopf zur Seite.“

          „Mein Mann hat versucht, es vor mir zu verheimlichen“

          In diesem Männeruntreuegesamtkomplex widmet sich Bunte (“Der Minister schwankt noch immer“) dankenswerterweise mal wieder dem Herrn Seehofer, weiß aber auch nichts Besseres, als die Sprecherin Kardinal Lehmanns zu zitieren: „Dem Sünder hat man mit Barmherzigkeit zu begegnen, denn das Leben ist ja auch von Sündhaftigkeit geprägt.“ Das mit der Sündhaftigkeit wird Waltraud D. (59) aus Rosenheim dick unterstreichen, sie schreibt nämlich verzweifelt an Das Goldene Blatt: „Mein Mann hat versucht, es vor mir zu verheimlichen, doch ich bin dahintergekommen, dass er sich manchmal sogenannte Herrenmagazine kauft.“

          Die Sexperten des Goldblattes bewahren aber gottlob die Ruhe, denn sie wissen: „Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Männer für derartige Zeitschriften interessieren. An jungen Frauenkörpern Gefallen zu finden, ist außerdem ein männlicher Urinstinkt.“ Stimmt. Genau in diesem Moment piepst unser neues Handy. Es ist eine Foto-SMS von Marija. Es zeigt sie im Bikini. Herrlich. Und sie hat dazu geschrieben: HDGDL. Sie wissen nicht, was das heißt? Ja, leben Sie hinterm Mond? „Hab Dich Ganz Doll Lieb.“ Das Leben ist schön. Auch in der Fastenzeit.

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