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Herzblatt-Geschichten : Stabilitätspakt mit Schröder

Hallodri-Handeln oder gezieltes Vorgehen? Mit der Koreanerin Soyeon Kim hat Gerhard Schröder angeblich seine fünfte Ehe geschlossen. Bild: dpa

Im Windschatten der Traumhochzeit des Jahres prahlt Otto Waalkes mit einer seiner schönsten Scheidungen. Barbara Schöneberger klagt derweil über ihr beschwerliches Promi-Dasein – und Gerhard Schröder bringt frischen Wind in sein Beziehungsleben. Unsere Herzblatt-Geschichten.

          An diesem Wochenende, an dem sich alles um die sogenannte Traumhochzeit des Jahres dreht, soll nicht vergessen werden, dass das Leben nicht nur aus Vereinigungen, sondern auch aus Trennungen besteht – und auch diese können durchaus stilvoll ablaufen. Zum Beispiel wie bei Otto Waalkes, der in „Gala“ berichtet, wie seine Frau und er sich irgendwann nichts mehr zu sagen hatten, und versöhnlich schließt: „Es folgte eine meiner schönsten Scheidungen.“ Womöglich gar die Traumscheidung des Jahres? Ein Segen, wenn man so etwas gemeinsam erleben darf.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nach einer Trennung von Waalkes, das erfahren wir außerdem, steht eine Frau auch nicht mit leeren Händen da. „Einer Freundin haben Sie mal einen Pudel geschenkt“, weiß „Gala“, und Otto erklärt: „Wir waren im Tierheim, da hab ich ihn gekauft. Als Abschiedspräsent, sie fand das wohl tröstlich.“ Und er fügt hinzu: „Hunde sind treu.“ Und wie sieht es mit Ostfriesen aus?

          Nicht durchgehend vergoldet: Rainer Langhans.

          Ein weiterer langhaariger Frauenfreund kommt derweil zu späten Ehren, wie „Bild“ berichtet: „Ein vergoldetes Schamhaar von Rainer Langhans (77) hat jetzt den Preis des Kunstvereins Ahlen gewonnen.“ Da darf man ganz herzlich gratulieren, Langhans aber bleibt „Bild“ gegenüber ganz bescheiden: „Der Preis bedeutet mir eigentlich wenig.“ Armer Kunstverein Ahlen! Wäre Langhans nur ein wenig kapitalismusfreundlicher veranlagt, er würde die Chance ergreifen und mit dem Kunstwerk warholmäßig in die Massenproduktion gehen. Dann könnten ganz viele geschichtsbewusste Deutsche auf die Frage, was denn das da in ihrer Vitrine sei, antworten: ein echter Langhans. Aber leider gerät das Erbe der Achtundsechziger immer mehr in Vergessenheit, die Leute kennen ja nicht mal mehr deren berühmten Slogan „Unter den Talaren der Muff von tausend Haaren“.

          Junge Männer auf der Suche nach Barbara Schöneberger

          Es ist freilich nicht mal die omnipräsente Barbara Schöneberger jedem bekannt. „Eine Sache aus meinem Promi-Leben nervt mich tatsächlich“, klagt sie in der „Frau im Spiegel“. „Man bestellt mir immer für alle Events einen Fahrer, der mich vom Flughafen abholen soll. Und es wird immer gesagt: ,Der junge Mann findet Sie dann.‘ Leider findet der jeweilige junge Mann mich grundsätzlich nie.“ Was, wie Schöneberger mutmaßt, auch daran liegen mag, dass „er zuhause keinen Fernseher hat“. Wären wir selbst Event-Veranstalter, würden wir Schöneberger daher grundsätzlich von alten Männern mit Fernsehgeräten abholen lassen.

          Wenn das eigene Kind nachts nicht mehr abgeholt werden mag, sondern ganz allein nach Hause geht, kann das für Eltern eine echte Herausforderung sein. Zum Beispiel für Schauspielerin Margarita Broich, die „Bunte“ beichtet: „Ich bin nun mal eine Glucke. Als mein Ältester zum ersten Mal in die Disco ging, versteckte ich mich hinter einer Litfaßsäule, um zu gucken, dass er auch ja sicher nach Hause kam.“ Dank ihres umsichtigen Vorgehens hat Broich damals hinterher gewiss ruhig schlafen können. Ganz im Gegensatz zu den Hunderten jungen Menschen, die sich in jener Nacht fürchterlich erschreckten, als sie plötzlich jemanden hinter einer Litfaßsäule entdeckten.

          Wie bestellt und nicht abgeholt: Barbara Schöneberger ist omnipräsent – und dennoch nicht allen bekannt.

          Mit Entsetzen betrachten wir auch die Titelseite der „Freizeitwoche“: „Jörg Pilawa – Unheilbar krank? Familie und Freunde bangen um den vierfachen Vater“. Herzblattgestählt, wie wir sind, ahnen wir aber schon, dass die Geschichte dahinter nicht gar so dramatisch ausfallen wird. Leidet Pilawa an Bluthochdruck oder ergrauendem Haar? Kann er nach jahrzehntelanger Quizshowmoderation jeden seiner Sätze nur noch mit a, b oder c einleiten? Richtig ist Antwort d: Pilawa ist, wie er selbst im Fernsehen sagte: „Hypochonder durch und durch. Ich darf davon gar nicht anfangen. Ich sehe eine Arztserie – und dann bin ich krank.“ Für die „Freizeitwoche“ aber ist es, sich ständig schwere Leiden einzubilden, ein „schweres Leiden“ – manche Betroffene „enden im Wahn“. Ja, hast du dann mal überlegt, „Freizeitwoche“, was mit dem armen Pilawa zu passieren droht, wenn er deine Schlagzeile erblickt? Der glaubt den Mist von seiner unheilbaren Krankheit dann doch selber.

          Doch wir wollen lieber wieder von Erfreulicherem reden und auf unser Eingangsthema zurückkehren, die Hochzeiten. Im Windschatten Harrys peilen noch andere Herren den Hafen der Ehe an, unter anderen Ralph Siegel, 72, der sich mit seiner Freundin Laura, 35, verlobt hat. „Ich weiß noch gar nicht, wie Heiraten geht“, vertraut sie „Frau im Spiegel“ an – und wie gut, dass sie da Ralph Siegel an ihrer Seite weiß: Der war nämlich bereits dreimal verheiratet und sollte genau wissen, wie man so was macht.

          Frisch verlobt: Ralph Siegel und Laura Käfer

          Noch mehr Erfahrung in die Waagschale werfen kann Gerhard Schröder, „der attraktive Ex-Kanzler“, wie „Das neue Blatt“ ihn nennt. Mit der Koreanerin Soyeon Kim, 48, hat er angeblich seine fünfte Ehe geschlossen. „5 Ehefrauen in 50 Jahren!“, verkündet das Blatt, was freilich weniger nach Hallodri-Handeln als nach gezieltem Vorgehen klingt: Alle zehn Jahre die Gattin zu wechseln bringt frischen Wind ins Beziehungsleben. Schaut man genauer hin, darf man Schröder sogar zusehends stabilere Verhältnisse bescheinigen: Seine erste Ehe dauerte vier Jahre, die zweite zwölf, die dritte 13 und die vierte gar 21 Jahre. Mit der fünften Ehe dürfte er also locker über 30 Jahre kommen. Sorgen machen sollte Soyeon Kim sich nur, wenn er eines Tages mit einem Pudel vor der Tür steht.

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