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Herzblatt-Geschichten : Söckchenvergesser holt der Teufel

Erkennen Sie beim offiziellen Foto zur Taufe des kleinen Archie die Personen, die laut Körpersprache-Expertin Judi James am liebsten fliehen möchte? Bild: AP

Was unterscheidet Dieter Bohlen vom rachsüchtigen Emir von Dubai? Und wann entreißt die verantwortungsbewusste Boulevardpresse Meghan Markle endlich ihr Baby? Unsere Herzblatt-Geschichten.

          Beim Blick auf das Leben des Dieter Bohlen kam uns öfter ein verhaltensauffälliger Kommilitone aus Uni-Tagen in den Sinn. Auf seine lautstarke Hyperaktivität angesprochen, pflegte der zu sagen: „Meine Erziehung ist schlecht, aber abgeschlossen.“ Die charakterliche Reife des Pop-Titanen schien uns ebenfalls im Zustand des Fragmentarischen konserviert – doch nun zwingt uns das Neue Blatt, dieses Urteil zu revidieren.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im dortigen Interview berichtet der vermeintliche Super-Macho von einer hochintensiven Erfahrung, die ihm seine Freundin Carina beschert hat: Neulich habe sie ihm zum ersten Mal gezeigt, wie man Wäsche wäscht. „Das war echt aufregend und letztendlich auch ein kleines Erfolgserlebnis: Die Wäsche war sauber und hat geduftet!“ Gratulation an Carina zu dieser pädagogischen Glanzleistung, die es ihrem Liebsten ermöglichte, im zarten Alter von 65 Jahren noch die Freuden eigenhändiger Hausarbeit für sich zu entdecken. Weitere Durchbrüche sind nicht ausgeschlossen: Möglicherweise lernt der kleine Dieter noch, sein Schlafzimmer aufzuräumen, und hört auf, in seinen Shows immer so gemeine Sachen zu den netten, engagierten Nachwuchskünstlern zu sagen.

          Schwedische Pädagogik für den Emir von Dubai

          Erfolgreich ist Carina mit ihren Lektionen vermutlich, weil sie die gleiche Regel beherzigt, die auch das schwedische Prinzenpaar im Umgang mit seinem Nachwuchs anwendet. Das Goldene Blatt verweist auf einen Stockholmer Hof-Sachverständigen, der den „heimlichen Erziehungs-Grundsatz“ von Carl Philip und Sofia enttarnt habe: „Sie loben fast nur – und kritisieren fast nie.“

          So vernünftig das ist, es gibt doch Fälle, in denen die Weiße Pädagogik an Grenzen stößt. Zum Beispiel im Drama um Prinzessin Haya und Scheich Muhammad. Haya, Schwester des jordanischen Königs und eine von sechs Ehefrauen des Emirs von Dubai, ist offenbar auf der Flucht vor ihrem wütenden Gatten. Scheich Muhammad soll ihr unterstellen, eine Affäre mit ihrem Bodyguard gehabt zu haben, und er hat seine Gedanken hierzu in Verse gefasst, die für Haya Schlimmes befürchten lassen: „Du Verräterin, du hast das kostbarste Vertrauen verraten, und dein Spiel wurde enthüllt“, zitiert die Bunte aus dem Rachepoem, und das Neue Blatt entnimmt dem Werk gar die Botschaft: „Es ist mir egal, ob du lebst oder stirbst.“

          Nun könnte man sicher versuchen, in schwedisch-antiautoritärem Geiste auf den erzürnten Scheich einzuwirken: Lieber Muhammad, es ist ganz toll, wie du deine Enttäuschung über Hayas Verhalten literarisch verarbeitest. Versuch doch jetzt bitte noch, aus der kreativen Auseinandersetzung mit deinem Schmerz positive Energie für einen Neuanfang zu ziehen. – Aber ach, wir ahnen, dass dieser therapeutische Ansatz zum Scheitern verurteilt ist, da wir in Echo der Frau lesen müssen, was eine von Muhammads Töchtern über ihren Vater gesagt hat: „Er ist der Teufel, es gibt nichts Gutes an ihm.“

          So sieht laut einiger Kommentatoren im Internet eine Frau aus, die gleich ihr Kind fallen lässt: Meghan mit Sohn Archie und Prinz Harry beim Royalen Polo-Turnier in Wokingham am 10. Juli 2019.

          Wer fühlt sich schon bei einer Babysöckchenvergesserin wohl?

          Nur wenige Brennkammern über dem diabolischen Emir wird dereinst Meghan von Sussex in der Hölle schmoren. Keinen anderen Schluss lassen die jüngsten Berichte über den schockierend rohen Umgang der Herzogin mit ihrem Söhnchen Archie zu. Wie Fotos in der Bunten zeigen, umklammerte die junge Mutter auf einem Poloturnier das Baby derart ungeschickt, dass ein Internetnutzer kommentierte: „Meghan sieht so aus, als würde sie ihn gleich fallen lassen.“ Unvorstellbar, was geschehen wäre, hätte Ihre Hoheit das Kind versehentlich mit den Füßen voran gen Wiese gleiten lassen: Zum Entsetzen der einheimischen Erziehungs-Fachpresse trug der Kleine nicht einmal Söckchen.

          Wie Hohn mutet da die zur Schau gestellte Windsor-Harmonie auf dem offiziellen Foto von Archies Taufe an – von der sich freilich die erfahrenen Herzblatt-Analytiker keine Sekunde täuschen lassen. Das Neue Blatt verweist auf die berühmte Körpersprache-Expertin Judi James, die feststellt, Herzogin Kate sehe auf dem Bild aus, als wolle sie „gleich fliehen“, während Gatte William mit seiner verkniffenen, ernsten Haltung wirke „wie ein Türsteher“. Verständlich: Wer fühlt sich schon wohl in der Gesellschaft einer Babysöckchenvergesserin?

          Verglichen mit Meghan, ist Sylvie Meis wirklich nur ein klein wenig ungezogen. In zeigt die Multifunktions-Werbeträgerin ausgestreckt am Pool, den weitgehend nackten Körper mit einer krümelig braunen Substanz verunreinigt. Ihr Instagram-Kommentar zu dem Bild: „Ich liebe es, wenn es ein bisschen schmutzig wird.“ Was offenbar wirklich nicht metaphorisch gemeint, sondern mit Blick auf das von Frau Meis bei dieser Gelegenheit empfohlene Peeling-Produkt wörtlich zu nehmen ist.

          Blitzsauber wird es dagegen auf der bevorstehenden Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz zugehen, die Gala mit einem Reim ankündigt, den wir hiermit als gelungensten Text-Einstieg der Woche prämieren: „Heidi, Heido, Heida – bald sagen sie ,Ja‘.“ Das gefällt uns viel besser als die satanischen Verse des verlassenen Emirs, und inspiriert von so viel Kreativität schließen wir mit den Worten: Heidi, Heido, Heidei, die Herzblattgeschichten sind nun vorbei.

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