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Herzblatt-Geschichten : Sitzt du bequem?

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Wovon Männer manchmal so träumen und welche Tipps Ratgebertanten für Frauen bereithalten: Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Mit einer gewissen Rührung nehmen wir zur Kenntnis, daß du, Dieter Bohlen, mit deiner jungen Freundin Estefania ein Kind bekommst. Wir hätten dieser Verbindung weder eine so lange Dauer noch solche Krönung vorausgesagt, weil du, Bohlen, vor vier Jahren im stern deine Begeisterung für die junge Dame mit etwas Äußerlichem, Egoistischen, nämlich ihrer Fürsorge für dich, begründetest: „Sitzt du bequem? Soll ich dir noch ein Kissen besorgen? Möchtest du jetzt was essen?“

          Gott, andererseits, wenn man's jetzt mal ganz ehrlich sagen soll, einmal, ein einziges Mal so eine Freundin zu haben, die einem ein Kissen unterschieben will, einem dauernd etwas kochen möchte oder die einen abends vielleicht fragen würde: „Soll ich dir ein Bierchen bringen?“ - das wäre vielleicht doch ziemlich wunderbar.

          Schwere Prüfungen

          Aber jetzt erst einmal guten Tag liebe Leserinnen und Leser, einen schönen Sonntag und fröhliche Ostern! Ihnen geht es gut? Dann sollten Sie jetzt mit uns gemeinsam und österlich all derer gedenken, denen das Schicksal schwere Prüfungen auferlegt. Da ist zum einen Michelle, die sympathische Schlagersängerin. Des öfteren hatte sie arges Pech mit Männern, schien vor einer Weile aber mit einem gewissen Josef den Richtigen getroffen zu haben, gab auch freudestrahlende Interviews und nun - nun lesen wir in Echo der Frau, sie fand heraus, daß er gar nicht Josef heißt, sondern Abdo Mohammed Yussef Sitaway, daß er aus Ägypten stamme und einen Offenbarungseid geleistet habe.

          Das ist doch ungefähr so, Leserinnen, als hätten Sie da diesen schnuckeligen Engländer kennengelernt, der bei der Queen arbeitet. „Als Butler“, dachten Sie sich, „wird der sicherlich ganz ordentlich verdienen, da kann ich zu ihm nach England ziehen und wir heiraten“, doch dann lesen Sie plötzlich in Neue Welt, daß die Königin von England ihren Dienern auf Schloß Balmoral nur 2,60 Euro Stundenlohn zahlt.

          Die Wange ist zum Küssen da

          Zweitens wollen wir an Uschi Glas denken. „Berge von Gehässigkeiten“ mußte sie „einstecken“, grämt sich die Schauspielerin in Bunte. Nun wissen wir zwar nicht, wie man Berge einstecken kann, aber den Grund kennen wir, es war die „Uschi Glas hautnah Face Cream“ (aber hallo: 50 Milliliter 32,99Euro). Rötungen, Pusteln, Brennen und Schuppen habe die Creme hervorgerufen, sagte die Stiftung Watentest.

          Frau Uschi aber will die Pusteln nicht auf sich sitzen lassen, zieht vor Gericht und klagt in Bunte: „Das würde ja zu unserem Land passen: Man läßt sich alles gefallen und hält auch noch die andere Wange hin.“ Da hat sie schon recht: Die Wange sollte man nur zum Busserlkriegen hinhalten. So wie Albert von Thurn und Taxis, der nach einer Übersicht der Vermögensverwalter von Neue Welt der jüngste Milliardär weltweit ist und sagt: „Ich würde mich freuen, wenn mir ein schönes, katholisches, adliges Mädchen begegnen würde.“

          Guter Rat ist teuer

          Diesem Wunsch würden wir uns sofort anschließen, hätten wir nicht andere Sorgen, nämlich zuvörderst die um Frau Anna Berg, Ratgebertante von Das Neue Blatt. Sag mal, Frau Berg, noch ganz dicht? Da schreibt dir in höchsten Nöten Corinna Z. (40), die von ihrem Freund sitzengelassen wurde. „Der Grund: Ich bin ihm zu dick geworden.“ Und du, Anna Berg, antwortest der armen Corinna: „Falls Ihr Freund Sie tatsächlich wegen Ihrer Pfunde verließ, sollten Sie froh sein. Denn dann hat er sich nicht für den Menschen Corinna, sondern nur für Ihr Äußeres interessiert.“

          So ein Unfug. Andererseits haben es die Ratgebertanten oft wirklich schwer, wir wüßten auch nicht recht, was wir Marie-Luise D. (38) aus Freiburg empfehlen könnten, die der seit Jahrzehnten äußerlich unveränderten Frau Klara in Neue Welt über ihren Freund mitteilt: „Er sagte mir bereits zu Anfang, daß er mich nicht liebe und von mir nur das eine wolle.“

          Träume von Ostern

          In dieser Gier dürfte er es mit Flavio Briatore aufnehmen, den Mann, der unsere deutsche Heidi Klum mit dem Kindchen unterm Herzen verließ und über den in Bild Boxengassen-Expertin Tanja Bauer sagt: Er ist „Übermacho und Super-Charmeur in einem. Frauen führt er ins Paradies der Eleganz. Er hofiert sie, schaut ihnen tief in die Augen, steht auf, wenn sie an den Tisch kommen.“

          Auch wir erheben uns soeben hinter unserem Schreibtisch, weil gerade Tatjana bei uns im Türrahmen steht. Sie stammt aus der Slowakei, sieht total süß aus, spricht fließend mit leisem Singsang im Ton Deutsch und verbirgt ihre sehr angenehme Oberweite gerade hinter einem Kissen. „Soll ich Ihnen“, fragt Sie lächelnd, „das Kissen auf Ihren Stuhl legen? Und möchten Sie etwas essen?“

          „Nö“, sagten wir, „höchstens etwas vernaschen.“ Da wollte Sie wissen: „Was bedeutet vernaschen?“ Da sagten wir, immer noch stehend: „Machen Sie bitte mal die Tür zu.“ Dabei verrutschte ihr Kissen, und wir freuten uns zusammen auf Ostern.

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