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Herzblatt-Geschichten : Sie nennen es Kontaktliegen

Auch sie haben eine sympathische Seite: Wildschweine Bild: dpa

Körperverletzung, Scheckbetrug, Sex mit der Cousine - die Informationen über die aktuelle Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ lesen sich derzeit wie ein Polizeibericht. Da können nicht einmal Wildschweine mithalten. Obwohl die schon in jungen Jahren eng kontaktliegen.

          Die Journalisten sind schon ein unverschämtes Völkchen. „Neulich“, beklagt sich die Schauspielerin Hannelore Elsner in der Frau im Spiegel, „wurde ich über Sex im Alter gefragt. Also Entschuldigung! Da kann man mich fragen, wenn ich 90 bin!“ Da hat sie, finden wir, natürlich recht: Fragen wir also in fünf Jahren noch einmal nach. Wobei heute viele Frauen gar kein Problem mehr mit dem Altern haben, ist doch 60, wie Frau im Spiegel weiß, „die neue 40“. 80 wäre demnach die neue 60 und 106, jedenfalls bei Johannes Heesters, die neue 86. Auch Iris Berben wird demnächst 60, also eigentlich erst 40, und entgegnet auf die Frage des Goldenen Blattes, ob sie sich auf den Geburtstag freue: „Ich ,frärger‘ mich! Also: Ich freue und ich ärgere mich.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Frärgern, das finden wir hübsch, so hübsch, dass wir gern selbst solche Neuwörter kreieren würden. Etwa: Klassefrau, nur etwas dumm – klumm. Doch das, liebe Heidi Klum GmbH, lassen wir mal besser. Unsere blitzgescheite Heidi hat auch so genug Ärger, ist sie doch, wie 7 Tage berichtet, „zum verhassten Buhmann“ geworden: Seit längerem schon „wird behauptet, Heidis gute Laune sei nur gespielt, ihr fieses Verhalten in der Show entspräche ihrem wahren Charakter“! Traurig, dass solche gemeinen Gerüchte gestreut werden. Noch miesere Popularitätswerte hat derzeit Jörg Kachelmann, über den Neue Welt rätselt: „Ist er wirklich ein böser Vergewaltiger?“ Was immerhin die Möglichkeit offenlässt, dass er auch ein lieber Vergewaltiger sein könnte.

          Was nicht einmal der eigene Ehemann schafft

          Man wird eben nicht schlau aus den Menschen, und aus den Tieren schon gar nicht. Eine erfreuliche Nachricht aus der Fauna verdanken wir 7 Tage: „Auch Wildschweine haben sympathische Seiten.“ Gerade die Frischlinge sind niedliche, gesellige Kerlchen, die sich, damit sie nicht frösteln, eng aneinanderkuscheln, „was Experten ,Kontaktliegen‘ nennen“. Ach, wüssten wir nur mehr über unsere tierischen Freunde! Zu diesem Behelf hat im Auftrag der Bunten Natascha Ochsenknecht – ja, es ist die (von ihm getrennte) Frau von Uwe, und nein, wir wissen nicht, was sie genau macht, wir vermuten mal Model oder Designerin oder beides – eine Tierflüsterin aufgesucht. Nicole Schöfmann hat sich Nataschas Border-Terrier „Cookie“ angeschaut, und „sie weiß, wie ihm zumute ist, was er fühlt, was er denkt. Sie hat ihn gerade in ein längeres Gespräch verwickelt, bei dem man sich näherkam.“

          Möchte erst mit 90 Jahren auf Sex angesprochen werden: Hannelore Elsner

          Frau Schöfmann bietet übrigens auch Konversation mit „verstorbenen Tieren“ an. „Nur mit der Kanzlergans und Eisbär Knut wollte sie nicht reden. Zu viel Zirkus, zu viel Show – mag sie nicht“, lesen wir, und sie hat ja recht: Oft sind es die sogenannten Prominenten, die am wenigsten zu erzählen haben. „Seriöse Tiertherapeuten versprechen nicht, dass der Hund täglich mit seiner Besitzerin spricht“, rät uns Bunte. Wir finden das völlig in Ordnung: Warum sollte das arme Tier etwas leisten, was nicht mal der eigene Ehemann schafft?

          Die netten Killer aus Nepal

          Viel Grund zum Frärger hatte zuletzt Sandra Bullock: Erst der Oscar, dann das Theater mit ihrem Gatten Jesse James, der nicht nur mit dem schon legendären Tattoo-Luder, sondern auch mit etlichen weiteren Damen kontaktgelegen hat. „Fotografin Brigitte Daguerre, 41, hat 195 erotische SMS gespeichert, die sie und Jesse sich 2008 schickten“, teilt Frau im Spiegel mit. 195 SMS! Wir finden das ziemlich beeindruckend; unser eigener Wortschatz wäre hierfür viel zu klein, wir würden uns ständig wiederholen. Wie ein Polizeibericht lesen sich derweil die Informationen über die aktuelle Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“: Kandidat Menowin etwa hat, entnehmen wir dem Echo der Frau, nicht nur drei Kinder mit seiner Ex-Freundin, die seine Cousine ist, sondern saß zwei Jahre wegen Scheckbetrugs und Körperverletzung im Gefängnis. „Viel ruhiger geht es da schon beim sympathischen Mehrzad zu. Abgesehen von einer Messerstecherei vor über zehn Jahren, aus der er mit zahlreichen Narben herausging, gibt es nichts Schlechtes mehr über ihn zu berichten.“ Blöd für beide: Mit jedem honorierten Auftritt riskieren sie es, „dass ihre Hartz-IV-Bezüge gestrichen werden“.

          Und auch sonst hat der Ruhm seine dunklen Seiten: So benötigt die Erotiktänzerin Dita von Teese, wie Bunte enthüllt, jedes Mal „20 Minuten auf dem WC“: Sie trägt „ein Ganzkörperkorsett und benötigt ewig zum Öffnen und Schließen der Häkchen“. Ziemlich eingeengt fühlen sich auch andere Stars. Nachdem schon mehrfach ungebetene Besucher bei ihnen daheim auftauchten, hat Claudia Schiffers Ehemann Matthew Vaughn laut Gala „nepalesische Elitesoldaten“ als Bodyguards engagiert: „,Sie sind ausgebildete Killer‘, seien dabei aber supernett, sagt Vaughn stolz.“ Da sieht man mal wieder, wie wichtig eine solide Ausbildung ist! Wenn auch Sie, liebe Leser, Ihre Familie schützen wollen, dann halten Sie sich ran: Nepalesische Elitesoldaten sind äußerst rar. Sie könnten es freilich auch mit ausgeschiedenen „Superstar“-Kandidaten versuchen.

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