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Herzblatt-Geschichten : Sie läuft hinterher

Hat jetzt ein Barbie-Zimmer: Britney Spears Bild: REUTERS

Es ist Kinderwoche bei den Herzblättern: Schwedens Victoria und Madeleine sind Kraft der Schlagzeilen schwanger, das bekannte Geheimnis Günther Jauchs Töchter ist gelüftet - und Britney Spears hat jetzt ein Barbie-Zimmer.

          3 Min.

          So ganz ohne Guttenberg kann unsere Kolumne in dieser Woche leider noch nicht auskommen. Bei der Lektüre der Bunte sind uns nämlich gewisse Parallelen aufgefallen zwischen dem Baron und einem Mann, dessen Karriereknick etwa gleichzeitig erfolgte. Der Autor Michael Philipp, der ein Buch über Rücktritte verfasst hat, analysiert: „Das Einzige, was mich erstaunt hat, ist, wie jemand, der so medienerfahren ist, solche schweren handwerklichen Fehler im Umgang mit den Medien begehen kann und das kleine Einmaleins der PR nicht im Griff hat.“ Die Rede ist von Guttenberg, dem Philipp „partiellen Realitätsverlust“ attestiert, aber gemeint sein könnte auch Charlie Sheen; man muss sich nur das „partiell“ noch wegdenken. Wenn Sheen nun rasch eine Phase der Reue und Buße einlegt, dann dürfte man auch ihm, wie es in Bunte über Guttenberg heißt, bald „wieder anders zuhören können“.

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Britney Spears ist das ja auch gelungen. Noch immer verdient sie, wie Frau im Spiegel berichtet, 64 Millionen Dollar im Jahr. Weshalb es für sie auch kein Problem war, sich nun für 14 Millionen Euro eine 2000-Quadratmeter-Villa in Los Angeles zuzulegen, in der Platz ist für „zehn Schlafzimmer, dreizehn Bäder, ein Fitness-Center, einen Spielsalon, ein Barbie-Zimmer und einen Ballsaal“. Man mag das für übertrieben halten, sollte jedoch bedenken, wie viele Paare nach einem Streit heilfroh über getrennte Schlafzimmer wären – wohingegen Spears sich nun problemlos mit bis zu neun Partnern zugleich streiten kann. Auf ein Barbie-Zimmer übrigens könnten wir verzichten, den Raum würden wir anders nutzen. Vielleicht als Schlafzimmer.

          Buckel, Pups und Spottweiler

          Wer gerade keine 14 Millionen zur Hand hat, aber dennoch dazugehören möchte, der kann sich einen Puggle kaufen. Der Puggle, entnehmen wir der Bunten, ist „ein neuer Liebling in den Society-Körbchen“, nämlich eine Mischung „aus Mops (englisch Pug) und Beagle“. Zu seinem Erfolg hat ganz gewiss der niedliche Name Puggle beigetragen. Hingegen dürften sich Mischlinge etwa aus Bulldogge und Dackel, Pudel und Mops, Spitz und Rottweiler schon deshalb nicht durchsetzen, weil die Namen Buckel, Pups und Spottweiler einfach nicht gesellschaftsfähig sind.

          Das kleine Einmaleins der PR nicht im Griff: zu Guttenberg
          Das kleine Einmaleins der PR nicht im Griff: zu Guttenberg : Bild: AFP

          Das scheint auch Frédéric von Anhalt nicht zu sein: Beim Klatschsender TMZ gilt Zsa Zsa Gabors Ehemann, wie Bunte schreibt, „als Clown und trägt den Spitznamen ‚Frédéric von A . . . hole‘ (‚Frédéric von A . . . loch‘), was auf Amerikanisch so ähnlich klingt wie Anhalt)“. Dagegen müssen wir aufs schärfste protestieren. Wir finden nämlich, A . . . hole klingt überhaupt nicht so ähnlich wie Anhalt.

          Günther Jauch im Aktuelle-Deutsch

          Begeben wir uns lieber in den Hochadel. „Jubel in Schweden – Victoria – Ein Baby im Sommer“, titelt Neue Welt, und Das goldene Blatt setzt noch einen drauf: „Victoria & Madeleine – Doppeltes Baby-Glück“. Die Beweise? „Nun, so verriet ein Höfling, ist auch das Kinderzimmer fertig eingerichtet. Was für eine Nachricht! Ganz Schweden jubelt befreit!“, weiß Neue Welt. Das goldene Blatt wiederum „erfuhr aus Palastkreisen“, dass Nachwuchs „gar nicht so ausgeschlossen“ sei: „Ganz Schweden“ jedenfalls „schwelgt in süßen Träumen“.

          Wir hätten Lust, auch mal selbst solche Traum-Titelseiten zu drucken („Ganz Deutschland jubelt – Guttenberg – Kanzler im Sommer“ oder „Sheen clean“), allein wir trauen uns nicht. Wir würden auch nicht die irren Schlagzeilen bringen, die sich Die Aktuelle immer über Günther Jauch ausdenkt. In dieser Woche geht es um seine Adoptivtöchter, die, was längst bekannt war, in Russland geboren wurden. Übersetzt ins Aktuelle-Deutsch, klingt das so: „Günther Jauch – Kinder-Drama! Die bittere Wahrheit über die Herkunft seiner Töchter.“

          Nebels Neuer Norbert

          „Sprechen Sie sich bei einem Streit aus, oder flüchten Sie?“, will derweil Das neue Blatt von Andy Borg wissen. „Letzteres würde ich gern, aber dann läuft Birgit mir hinterher, und deshalb diskutieren wir gleich alles aus.“ Er könnte natürlich versuchen, schneller zu laufen, allerdings wirkt Birgit auf den Fotos sportlicher als er. Manchmal aber rennt auch Birgit weg, denn, so Borg, „ich höre gern auch mal PUR oder Herbert Grönemeyer, da kriegt sie Pickel und flüchtet. Sie mag lieber meine oder die Musik der Flippers.“ Bei PUR bekommen tatsächlich auch wir einen rötlichen, juckenden Hautausschlag, bei Grönemeyer überkommt uns nur leichtes Unwohlsein. Veritable Panikattacken hingegen kriegen wir bei Andy-Borg-Liedern.

          „Carmen Nebel – Neue Liebe“, titelt die Bild-Zeitung. Und weil Bild nur Tage zuvor das Aus ihrer alten verkündet hatte, aber auch weil Namenswitze im deutschen Journalismus zu Recht verpönt sind, teilt sie nur ganz sachlich mit, dass Nebels Neuer Norbert Endlich heißt. Wir wünschen den beiden viel Glück – allein schon, weil wir nicht in Versuchung kommen möchten, bei einer Trennung diese richtig dumme Schlagzeile hier zu drucken: „Endlich! Nebel verzieht sich.“

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