https://www.faz.net/-hxl-9ytye

Herzblatt-Geschichten : Sie ist heimliche Veganerin

Sängerin Shakira: Hat jetzt ein Diplom in antiker Philosophie Bild: Polaris/laif

Shakira ist jetzt Philosophin, Meghan Markle wird beim alten Namen genannt und „GZSZ“-Darstellerin Anne Menden hat sich als Veganerin geoutet. Die Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Allmählich können wir nicht mehr. Das heißt, zu Hause hocken könnten wir noch eine Weile, wenn nur die Begleitumstände nicht wären. So würden wir liebend gern auf Mitteilungen in der Art verzichten, dass Verona Pooth in der Quarantäne ganz toll Bizeps und Bauchmuskeln trainiert hat, während wir vorm Rechner frustriert den nächsten Schokoriegel in uns hineinstopfen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ungern lesen wir auch die Beteuerungen prominenter Menschen, dass sie mit ihren Liebsten dieser Tage ganz eng zusammenrückten, was in ihrer Zwölf-Zimmer-Villa gar nicht einfach sein dürfte. Wobei: Auch wir verbringen als Familie gerade so richtig viel Quality Time – wenn man die Zeit so nennen mag, in der man versucht, täglich drei neue Apps fürs Homeschooling zu installieren und sich daran zu erinnern, wie man lineare Gleichungssysteme löst.

          Am meisten getroffen aber hat uns die Nachricht, wie die Sängerin Shakira die vier Wochen daheim genutzt hat: Sie hat – und zwar abends, wenn ihre Kinder schliefen – bei der University Pennsylvania einen Online-Kurs in antiker Philosophie absolviert und ihn mit einem Diplom abgeschlossen. Womit wir nun wissen, dass Shakira nicht nur ungleich schöner, reicher, berühmter und beweglicher ist als wir, sondern auch noch viel, viel klüger. Wir erwarten nun, dass die Sängerin, deren bisher bekanntester Aphorismus besagt, dass Hüften nicht lügen, in die Lyrics ihrer Songs künftig Verse von Demokrit und Epikur einfließen lässt.

          Aufmunternde Worte für Sylvie Meis

          Da ist es ein wenig tröstlich, dass andere Prominente nicht ganz so viel auf die Reihe kriegen. Meghan und Harry etwa, über deren neuem Leben in Amerika, wie Bunte titelt, ein „Fluch“ liegt. Demnach haben die beiden noch keine Bleibe in L.A. gefunden, einem Budget von zehn Millionen Euro zum Trotze: „Dafür bekommt man in Beverly Hills ein nettes Anwesen mit ca. 6 Schlafzimmern. Klingt viel, aber man muss bedenken, dass immer zwei Leibwächter und Nanny im Haus wohnen.“ Stimmt, das haben wir tatsächlich nie bedacht. Allerdings wird doch mindestens ein Leibwächter, wie wir annehmen, in der Nacht draußen aufpassen, der kann ja dann tagsüber zum Beispiel in Harrys Bett schlafen.

          Zurück unter den Bürgerlichen: Meghan Markle

          Wie übel beleumundet gerade Meghan inzwischen in der Boulevardpresse ist, das bezeugt die Schlagzeile von Prima Woche: „Meghan Markle – Rabenmutter – Neuer Wirbel um die Herzogin“. Nein, es geht nicht um die angebliche Rabenmutter-Sache, sondern darum, dass Meghan hier wie die schnöde Bürgerliche, die sie einst war, wieder mit ihrem alten Familiennamen genannt wird. Ganz unten gelandet ist das Paar wohl dann, wenn auch Meghans Gatte nicht mehr als Prinz Harry, sondern als „Harry Mountbatten-Windsor“ in den Blättern auftaucht.

          In schweren Zeiten das Positive erkennt Das-neue-Blatt-Leserin Petra B. aus Bitburg, die schreibt: „Bei Sylvie Meis halten die Beziehungen doch so oder so nie lange. Da passt es doch gut, dass sie ihre Hochzeit verschieben muss. So geht sie wenigstens einer Scheidung aus dem Weg!“ Hoffen wir, dass Sylvie Meis diese aufmunternden Worte erreichen.

          Und es wird noch positiver: „Wunderbare Glücksnachricht – Steffi Graf – Süßer Nachwuchs für unsere Tennisheldin“, titelt Freizeitwoche. Hinter der Schlagzeile aber steckt kein weiteres Kind für die auch schon 50 Jahre alte Graf, sondern die Tatsache, dass ihr Sohn Jaden, 18, auf Instagram seiner Freundin zum 21. Geburtstag gratuliert hat. Womit diese aus Freizeitwoche-Sicht quasi schwanger ist.

          Homeoffice-Labor für den Hobbyvirologen?

          Sollte Jaden in so jungen Jahren tatsächlich schon die Familienplanung im Sinn haben, dann ist er womöglich Fan von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Dem Text des Neuen Blatts zur 7000.Folge der Serie entnehmen wir nämlich, dass Chryssanthi Kavazi, 31, darin die Tochter von Gabriel Merz, 48, spielt und Wolfgang Bahro, 59, den Opa von Valentina Pahde, 25. Das nennen wir ein getreues Abbild der früh fortpflanzungsfreudigen deutschen Gesellschaft. Des Hinweises übrigens, dass Anne Menden, eine weitere „GZSZ“-Darstellerin, „bekennende“ Veganerin ist, hätte es nicht bedurft: Von heimlichen Veganerinnen und Veganern schließlich haben wir nie was gehört, sondern immer nur von solchen, die sich unüberhörbar und offensiv dazu bekennen.

          Body-Frust bei Model Lena Gercke?

          Ein tolles Jubiläum kann auch Janine Kunze feiern: Zum dritten Mal in Folge darf sie in ihrer In-Kolumne jenen Einrichtungsmarkt anpreisen, für den sie seit langem wirbt. Diesmal geht es ums Homeschooling, für welches sie „einen schönen Schreibtisch“ und „viele wunderschöne Unterlagen, Boxen und Stiftehalter“ aus besagtem Markt empfiehlt, der – welch ein Zufall – die Umschlagrückseite von In mit einer Anzeige füllt. Mal schauen, wie lange das noch so weitergeht und welche Einrichtungstipps Janine Kunze noch so parat hat. Wie wäre es mit einem wunderschönen Homeoffice-Labor für den Hobbyvirologen?

          Eine ganz eigene Form von Eskapismus in diesen Zeiten findet bei Intouch statt mit ihrer vermutlich herbeiphantasierten Titelstory „Lena Gercke – Body-Frust! So schwer tut sich das Model mit ihrem schwangeren Körper“. In der sagenhaft frauenfeindlichen Welt dieser Frauenzeitschrift ist schlimmer als Corona noch immer Cellulite.

          Und nun feuern wir die Hefte in die Ecke und bekämpfen unseren eigenen Body-Frust: In den nächsten vier Wochen wollen wir Shakiras Superbowl-Choreographie einstudieren. Der Hüftschwung klappt schon mal ganz gut.

          Weitere Themen

          Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“ Video-Seite öffnen

          „Yes we’re open“-Party : Virtuelle Clubnacht im Berliner „Watergate“

          Für Clubgänger, die das Feiern im Berliner Watergate vermissen, gibt es ab Freitag die Möglichkeit, über die neue Augmented-Reality-Plattform „Yes, we’re open“ Party zu machen. Nutzer können sich auf den verschiedenen Tanzflächen des Clubs bewegen und andere Besucher kennenlernen. Näher kommen, kann man sich auf der virtuellen Watergate-Toilette.

          Topmeldungen

          Joe Kaeser bei der virtuellen Siemens-Hauptversammlung am 9. Juli

          Abspaltung von Siemens Energy : „Joe Kaeser hat nichts gelernt“

          Die größte Transformation der Siemens-Geschichte ist fast einmütig abgesegnet worden. Der Börsengang der Energiesparte dürfte das Ereignis des Jahres am deutschen Aktienmarkt werden. Fridays for Future sieht ein „fossiles Geschäftsmodell“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.