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Herzblatt-Geschichten : Sie haben ein Affengesicht!

Wie lange sehen wir uns noch auf diesem Planeten? Bild: dpa

Sängerin Cher spricht über Affengesichter. Boris Becker erklärt das Scheitern seiner ersten Ehe. Und Markus Lanz erwartet nach jeder „Wetten, dass ..?“-Ausgabe ein Veilchen mehr. Die Herzblatt-Geschichten der Woche.

          3 Min.

          Weil wir tief in unserem Herzen der Klassenkämpfer unserer Jugendzeit geblieben sind, entzückt es uns jedes Mal, wenn ein royales Familienmitglied eine hübsch unstandesgemäße Bindung eingeht. Unser Liebling über viele Jahre war Stéphanie von Monaco, die sich nacheinander mit einem Leibwächter, einem Zirkusdirektor und, hier muss uns schon Wikipedia auf die Sprünge helfen, mit einem Palastkellner und einem Gärtner einließ, bevor sie eine Kurzzeit-Ehe mit einem Artisten schloss. Auf Stéphanies Spuren wandeln die jungen Schweden, deren Kronprinzessin ihren Fitnesstrainer heiratete, während ihr Bruder durch seine Liaison mit einem früheren Dessous-Model beweist, dass er die Vorlieben der meisten Fußballprofis teilt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Auch eine Britin kann hier mithalten: Frau im Spiegel zeigt uns Fergies Tochter Prinzessin Eugenie, die einen „Box-Event“ mit ihrem Freund Jack Brooksbank besuchte. Der ist, anders als man es mit seinem Namen assoziieren könnte, kein Banker oder Broker, sondern Barkeeper. Während die arme Diana, eine ehemalige Kindergärtnerin, einst an den schwer erziehbaren Windsors scheiterte, könnte diese Beziehung wunderbar funktionieren. Vor allem Prinz Harry dürfte einen Barmann in den eigenen Reihen zu schätzen wissen.

          Die bitteren Tränen hinter Merkels Erfolg

          Aber auch wenn es in der Liebe einmal kriselt, muss das kein Grund zur Sorge sein, meint jedenfalls der Kings-of-Leon-Sänger Caleb Followill in Intouch: „Ich finde, jede Beziehung ist ein wunderschöner Krieg. Die kleinen Unstimmigkeiten und Kämpfe halten eine Liebe lebendig.“ Das klappt freilich nicht bei jedem, zum Beispiel nicht bei Boris Becker, der wunderschöne Kriege gegen zahlreiche Frauen (und zuletzt gegen Oliver Pocher) geführt hat, wobei die meisten Lieben auf der Strecke blieben. Der Aktuellen erklärt Becker, woran seine erste Ehe scheiterte: „Barbara hatte ein wenig den Boden unter den Füßen verloren. Ich wollte mehr Privatsphäre, sie tendierte zu einem Leben in der Öffentlichkeit.“ Das nennt man schlechtes Timing: Mit dem Boris von heute hätte sich die Barbara von damals prima verstanden.

          Ob sie ihren einzigen deutschen Satz auch singt? Cher: „Sie haben ein Affengesicht!“ Bilderstrecke

          Die Aktuelle selbst führt ja einen wunderschönen Krieg gegen Günther Jauch, dem sie eine Titelstory nach der anderen widmet, ohne dass er je mit ihr gesprochen hätte. Diese Woche druckt sie die Schlagzeilen „Günther Jauch – Wo fängt Untreue an? Es geht um diese schöne Frau“ neben einem Bild, auf dem Jauch sich auf die Lippen zu beißen scheint. Und wer ist die schöne Frau, die das Blatt klein auf dem Cover zeigt? Es ist die Schauspielerin Karin Dor, die der kleine Günther bei seinem allerersten Kinobesuch „toll“ fand, wie er nun in einer Show bekannte. „Dass er in seiner Verehrung für das Bond-Girl sogar den Film verwechselte (Karin Dor spielte im ,Schatz im Silbersee‘), zeigt, wie tief beeindruckt er bis heute von ihr sein muss“, findet Die Aktuelle. 1962, als „Der Schatz im Silbersee“ ins Kino kam, war Jauch sechs. Da wird ihm seine Gattin, so hoffen wir, seine Untreue vielleicht eher nachsehen.

          Wir bleiben beim Thema: „Die bitteren Tränen hinter ihrem Erfolg – Angela Merkel – So steht es wirklich um ihre Ehe“, titelt Das Neue Blatt. Im Artikel wird aus einem Merkel-Interview von 1999 zitiert, worin sich die spätere Kanzlerin beklagte, für ihr Privatleben wenig Zeit zu haben – und mehr steht dann auch nicht drin im Text. Bittere Tränen jedenfalls weint darin keiner, was auch daran liegt, dass die FDP gar nicht auftaucht.

          Niki Laudas Liebestipps

          Mancherlei Grund zum Weinen hatte der „Wetten, dass ..?“-Moderator Markus Lanz, der nun auf die Frage der Frau im Spiegel, wie er sich so fühle in der „Königsklasse der Unterhaltung“, antwortet: „Na ja, man könnte es auch die ,Veilchen-Klasse‘ nennen: Nach jeder Sendung ein blaues Auge mehr.“ Damit könnte Lanz, wenn es weiterhin schlecht läuft, immerhin im Varieté auftreten: als Mann mit den acht blauen Augen. Sängerin Cher hat vor ihrem „Wetten, dass...?“-Auftritt noch die Bild-Zeitung besucht, die uns wissen lässt: „Cher (67) kann nur einen deutschen Satz: ,Sie haben ein Affengesicht!‘ Fast akzentfrei!“ In der Bild-Redaktion hat sie diesen Satz gewiss gut gebrauchen können.

          Einen anderen bemerkenswerten Satz hat Ben Affleck laut Bunte über seinen Kumpel Matt Damon gesagt: „Wenn ich jemals neben einer toten Prostituierten aufwachsen sollte, würde ich als Erstes Matt anrufen.“ Da fragen wir uns natürlich: Warum? Um die Leiche zu beseitigen? Oder soll Damon helfen, den wahren Täter zu finden? Feinde hat Affleck ja genug, seit bekanntwurde, dass er demnächst den Batman spielen soll. So oder so: Wenn wir eine Prostituierte wären, dann würden wir jetzt bestimmt nicht die Tür öffnen, sollte draußen Ben Affleck klingeln.

          Der Bunten entnehmen wir dann noch den Satz, mit welchem es Niki Lauda einst gelang, Curd Jürgens die Frau auszuspannen: „Marlene, i tua ned Handel hoit’n, ned rumschmusen vor olle Leit, und a Ries’n-Egoist bin i a.“ Warum sie sich trotz dieser Warnung mit ihm eingelassen hat? Wir schätzen mal: Weil sie kein Wort verstanden hat.

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