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„Soll angeblich sieben Nannys haben“: George Clooney Bild: dpa

Herzblatt-Geschichten : Seitensprung? Und wie er das darf!

Anna Schudt würde ihrem Gatten einen Seitensprung verzeihen – nicht ganz ohne Kalkül. Ansonsten sind die Klatschblätter damit beschäftigt, die Nannys von George Clooney zu zählen – und die Kinder von Herzogin Meghan.

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          Dass die permanenten Spekulationen über eine Schwangerschaft Herzogin Meghans nun, da jene offiziell bestätigt ist, ein Ende finden, glaubt nur, wer keine Herzblätter kennt: Noch schließlich kennt niemand das Geschlecht des Babys. Außer natürlich den einschlägigen Fachblättern wie „Neue Welt“, die titelt: „Großer Jubel – Es wird ein Mädchen!“ Oder „Frau aktuell“, die verkündet: „Es werden süße Zwillinge!“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Oder dem „Goldenen Blatt“, das meldet: „Hurra, eine kleine Prinzessin!“ „Frau im Spiegel“ wiederum schreibt: „Glaubt man den Wettbüros in England, werden es sogar Zwillinge. Prinz Charles hatte letzte Woche zwei blaue Bären gekauft – das heizte die Gerüchte an.“ Vielleicht aber habe er die Teddys „auch lediglich seinen Enkeln George und Louis“ geschenkt. Für Mädchen jedenfalls sind die Plüschviecher gewiss nicht gedacht, denn was sollten die mit blauen Bären anfangen? Die wüssten doch gar nicht, wie man damit spielt.

          Eine ganz andere Überraschung für das erwartete Enkelchen hat sich Schlagersänger Semino Rossi ausgedacht: Er hat sich ein Ohrloch stechen lassen. „So will ich zeigen, dass Opas nicht alt sind, sondern cool“, so Rossi zur „Woche der Frau“. „So ein Ohrring ist cool!“ Für sein zweites Enkelkind möchte sich Rossi dann wahrscheinlich einen Irokesenschnitt zulegen, fürs dritte ein Gesichtstattoo.

          Der späte Zwillingsvater George Clooney holt sich derweil laut nicht bis ins letzte Detail übereinstimmenden Medienberichten tatkräftige Unterstützung. „Um seine Nerven zu schonen, sucht der amerikanische Schauspieler nun sieben Nannys gleichzeitig, für jeden Tag eine“, meldet „Gala“. „Jede Kinderfrau erhält 60.000 Euro Jahresgehalt“ – nicht schlecht, wenn sie nur einen Tag die Woche arbeiten muss. Von einer ganz anderen Arbeitsaufteilung unter den Nannys weiß „In“: Clooney „möchte damit sichergehen, dass in jedem seiner Häuser, also in Los Angeles, Mexiko, England und Italien, mehrere Nannys vor Ort sind.“

          Grund zur Freude? Das Traumpaar bekommt „süße Zwillinge“ – oder doch ein Mädchen? Oder beides?

          Schön und gut, nur leider schlecht gerechnet: Bei vier Häusern und sieben Nannys sind leider noch nicht stets mehrere vor Ort, da müsste er mindestens eine weitere engagieren. Wenn schließlich „Das neue Blatt“ schreibt, Clooney „soll angeblich sieben Nannys haben“, dann klingt das so, als wären diese längst verpflichtet – und zwar nicht für die Kinder, sondern für Clooney selbst. Das würde dem alten Schwerenöter so passen!

          Erlaubtes Fremdgehen ist verboten

          Clooneys deutsche Kollegin Anna Schudt würde ihrem Gatten die sieben Nannys bestimmt gönnen. Von „Bunte“ befragt, ob sie einen Seitensprung verzeihen könnte, entgegnet sie: „Und wie ich den verzeihen würde! Das interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin da sehr tolerant.“ Und sie fügt hinzu: „Das Lustige ist, dass das Bedürfnis, mit jemand anderem ins Bett zu gehen, rapide abnimmt, wenn man es darf.“ Schudts Ehemann wird nun womöglich rätseln, wie er mit den Informationen umgehen soll: Einerseits erteilt sie ihm die Absolution, andererseits behauptet sie, er werde dann ja eh keine Lust haben. Steckt darin dann nicht doch wieder implizit ein Verbot, welches ihn wiederum anspornen müsste? Vertrackte Situation.

          Aufpassen, dass kein Porzellan zerspringt: Andy Borg gibt Grund zur Sorge.

          Welchen Fehltritt aber hat sich ein bekannter Volksmusikant geleistet? „Kurz vor dem 20. Hochzeitstag – Andy Borg – Steht seine Ehe vor dem Aus?“, bangt „Neue Welt“. Besagter Hochzeitstag nämlich werde „Porzellan-Hochzeit“ genannt: „Und wie Porzellan ist auch die Liebe etwas sehr Zerbrechliches. Wenn man nicht aufpasst, kann sie schnell zu Bruch gehen.“ So hätten zuvor schon Erol Sander und Christine Neubauer „nach rund 20 Jahren Beziehung jeweils vor einem Scherbenhaufen“ gestanden. Wobei Neubauers Ehe nach rund 24 Jahren endete, also nahe der Satinhochzeit, aber Satin ist ja auch ein sehr delikater Stoff. Bei Borg jedenfalls, lesen wir erleichtert, sei „von Krise keine Spur“, doch richtig beruhigt sein darf man nicht: Vielmehr müssen wir bangen, ob die Liebe der Borgs nicht spätestens zur Nelkenhochzeit (28 Jahre) verwelkt ist oder sich Borg bei seiner Seifenhochzeit (32 Jahre) einen Ausrutscher leistet.

          Freuen dürfen wir uns hingegen für die einstige Spielerfrau und heutige Dessousdesignerin Sylvie Meis, die einen unerwarteten Karrieresprung hinlegt: „Die 40-Jährige hat eine Rolle in der Teenie-Komödie ,Misfit‘ ergattern können“, weiß „In“, und werde „eine Schuldirektorin spielen“. Eine durchaus überraschende Besetzung, die der Titel des Films freilich gleich aufgreift: Eine mögliche Übersetzung von „misfits“ schließlich lautet „unpassend“.

          Von einem nicht mehr passenden Kleidungsstück getrennt hat sich Herzogin Kate, was die Boulevard-Profis von „Gala“ wie folgt interpretieren: „Nach drei Kindern scheint die Familienplanung abgeschlossen. Kate vermachte jetzt Mama Carole Middleton ihren ehemals heiß geliebten roten Umstandsmantel vom Label Boden (250 Euro).“ Wir noch ausgefuchsteren Boulevard-Profis hingegen lesen da eine weit sensationellere Nachricht heraus: Kates Mutter ist schwanger!

          Was nun den Nachwuchs von Meghan angeht, so würden wir angesichts der widersprüchlichen Meldungen darauf tippen, dass sie gleichzeitig männliche Zwillinge und ein einzelnes Mädchen bekommt. Vielleicht nicht die allerwahrscheinlichste Variante – doch wenn es doch dazu kommt, würden wir bei den Buchmachern einen fetten Gewinn einfahren.

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