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Herzblatt-Geschichten : Schon wieder ausgekuschelt

Wo die Vergangenheit die Gegenwart ist: Dschungelkönigin Melanie Müller beim Nacktrodeln Bild: dpa

Auf dem Weg zum Glück, das weiß die Klatschpresse, ist Grammatik eher hinderlich. Während der einen aber schon ein Sitzrasenmäher reicht, sucht die andere den Traummann. Und wenn sonst nichts mehr hilft: Dem Partner einfach nicht zuhören.

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          Erinnert sich jemand an Melanie Müller? Sie gewann zuletzt das „Dschungelcamp“, das diese Woche in eine neue Runde geht, doch so richtig durchgestartet ist das Starlet nicht. „Mich holt meine Vergangenheit im Erotikbereich ständig ein“, klagt sie gegenüber Closer. Im gleichen Interview erklärt sie: „Aber klar habe ich noch meinen Online-Erotikshop - weil der sich für mich finanziell rentiert.“ Demnach, liebe Frau Müller, wäre das, was Sie ständig einholt, nicht Ihre Vergangenheit, sondern Ihre Gegenwart. Ein kleiner Grammatikkurs könnte nicht schaden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Womit wir bei Gala wären. Dort, und darauf haben wir echt gewartet, zeigt sich Sylvie Meis „So ehrlich wie nie!“, wie auf der Titelseite versprochen wird: „Die Beichte“. Die Beichtmütter und -väter von Gala hat das derart aufgewühlt, dass sie ganz vergessen haben, die Sätze der Holländerin zu redigieren. Da kann Sylvie „loslassen von meinen Ängsten“, bald wird ihre „erste Schauspielrolle in Deutschland zu sehen sein“, und sie möchte ihre „Verantwortung und Aufgabe als Mutter stärken“. Hoffen wir, dass sie beim Versuch, ihre Aufgabe zu stärken, nicht aufgibt.

          Doofes Timing, jedenfalls für Gala, beweist Sylvie, indem sie just, als das Heft frisch am Kiosk liegt, im Internet die Trennung von ihrem jüngsten Lover bekanntgibt. „Nach nur drei Monaten hat es sich mit ihrem Freund, dem New Yorker Geschäftsmann Samuel Deutsch (30), ausgekuschelt“, berichtet Bild und zitiert Sylvies Instagram-Botschaft: „Wir sind immer noch beste Freunde, auch wenn wir inzwischen kein Paar mehr sind.“ Da zahlt es sich aus, dass Sylvie, wie sie Gala gebeichtet hatte, „endlich wieder vertrauen“ kann: Wer sonst würde es wagen, jemanden nach nur drei Monaten Bekanntschaft seinen besten Freund zu nennen?

          „Lebt ihr mal vier Jahrzehnte, wie ich gelebt habe“

          Dass Schauspielerin Sila Sahin ebenso wie Sylvie Meis ins Lager der Fußballerexfrauen gewechselt ist, deutet die Titelseite von In an: „Erwischt - Frisch verliebt in Miami“. Bei dem Herrn neben ihr, dessen Gesicht auf dem Cover von seiner Hand verdeckt ist, handelt es sich indes um Sahins Langzeitfreund Ilkay Gündogan, in den sie - wie es im Text heißt - „immer noch verliebt wie eh und je“ ist. Und damit natürlich auch, nun ja, frisch.

          Zu vergessen, kann auch ein Segen sein: Jack Nicholson

          Noch viel länger zusammen sind Ulrich Meyer und seine Gattin. „Mit meiner Frau“, protzt er in Das Neue, „gab es in den letzten 20 Jahren keine langweilige Minute.“ Das ist fürwahr beeindruckend. Die meisten anderen Ehemänner könnten mit Fug und Recht allenfalls umgekehrt behaupten: „Mit meiner Frau gab es in den letzten 20 Minuten kein langweiliges Jahr.“

          Vor Uli Hoeneßʼ treuen Fans fürchtet sich auch die Bunte-Chefin.

          Erstaunlich übrigens, dass sich Meyer so präzise erinnert. Jack Nicholson hingegen leidet laut Bunte unter ersten Anzeichen von Alzheimer, hat aber die Welt wissen lassen: „Lebt ihr mal vier Jahrzehnte, wie ich gelebt habe, und versucht euch dann an jedes verdammte Ding zu erinnern.“ Recht hat er! Wir selbst können uns schon jetzt an viele Dinge nicht erinnern, und wir haben gewiss kein Leben wie Jack Nicholson gelebt - sofern uns unsere Erinnerung nicht täuscht.

          Aus Versehen verheiratet

          Ein erfülltes Leben hat auch Rosamunde Pilcher hinter sich. Von Bunte befragt, was sie sich einst von ihren ersten Tantiemen gönnte, erzählt sie: „Ich habe aus meinem Schlafzimmerfenster in den Garten geschaut, und dann wusste ich, was ich wollte: einen Sitzrasenmäher.“ Also, wenn wir mal an ein bisschen Geld kommen, schauen wir dann besser nicht in den Garten. Ein Glück, dass wir gar keinen haben.

          Solange die Frau gut aussieht, sind ihm Äußerlichkeiten nicht so wichtig: David Garrett

          Häufiger an die frische Luft kommt auch Uli Hoeneß wieder, was manchen nicht passt. Bunte-Chefin Patricia Riekel verteidigt ihn: „Über Uli Hoeneß zu schreiben ist, wie über ein Minenfeld zu laufen. Schon der Versuch, in diesem Fall etwas geraderücken zu wollen, bedeutet, dass man die volle Breitseite der Internetmeute zu spüren bekommt.“ Unter uns Ungedienten, Frau Riekel: Um die Breitseite abzukriegen, müssten sie sich auf See bewegen, nicht zwischen Landminen. Wir würden auch ausdrücklich davon abraten, auf einem Minenfeld etwas geradezurücken.

          Auf weniger heiklem Terrain bewegt sich Bunte mit David Garrett, den sie nach seiner Traumfrau fragt. „An Äußerlichkeiten lässt sich das nicht festmachen“, beteuert der Geiger und fügt hinzu: „Humor ist mir wichtig, und sie muss schöne Zähne haben.“ Und Zähne sind für Sie, Herr Garrett, keine Äußerlichkeiten? Gut, wenn Ihre Traumfrau den Mund geschlossen hat, dann haben Sie natürlich recht.

          Ihren Traummann schon gefunden hat die eingangs erwähnte Melanie Müller, die nun in der Doku-Soap „Dschungelkönigin in Love!“ auftritt. Ihr Manager und frischgebackener Gatte hat sie, was sie angeblich nie wollte, vor laufender Kamera gefragt. „Bei seinem Antrag habe ich nur gedacht: ,Ach du Scheiße. Mike, du Arsch!‘ Das habe ich ihm auch gesagt“, so Müller zu Closer. Worauf Mike entgegnete: „Das habe ich zum Glück nicht gehört. Ich habe nur mitbekommen, dass sie ja gesagt hat.“ Da können wir nur gratulieren: Ein schwaches Gehör ist schließlich nicht die schlechteste Voraussetzung für eine glückliche und lange Ehe.

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