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Herzblatt-Geschichten : Drollige Mädchen, putzige Jungs

Soll sich eigentlich nicht verbiegen: Schauspielerin Mareike Steen mit ihrem Tanzpartner Christian Polanc bei „Let’s Dance“. Bild: dpa

Schluss mit der Innovation! Sascha Hehn verlässt das „Traumschiff“ und kehrt zurück aufs Festland. Währenddessen übt Franz-Josef Wagner Kritik an Anzügen – und bei Familie Klum wird über einen angeblichen Familienstreit gemunkelt.

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          Das werden wir erst einmal verdauen müssen, dass Sascha Hehn jetzt beim „Traumschiff“ aufhört. Gerade erst ist Heide Keller als Chef-Stewardess Beatrice von Bord gegangen, nun geht auch noch Chef-Steward Victor. Wobei Sascha Hehn, wie wir irritierenderweise lesen, auf dem „Traumschiff“ zuletzt den Kapitän gespielt hat. Aber so ist das nun mal bei Fernsehserien: Kaum schaut mal einmal dreißig Jahre nicht hin, schon ist alles ganz anders.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Über die genauen Gründe für seinen Abschied mag Hehn aus vertragsrechtlichen Gründen nicht reden, der Bild-Zeitung aber sagt er: „Glauben Sie mir, ich habe in den letzten sechs Jahren alles versucht, um das Produkt innovativ weiter nach vorn zu bringen, aber es ist mir nicht gelungen.“ Wir können nur rätseln, welche Innovationen Hehn für die Sendung im Sinn hatte: einen schnelleren Motor? Mehr Rettungsboote? Noch mehr Wunderkerzen auf den Speisen des Kapitänsdinners? Oder in jeder Folge ganz viele Tote und ein paar Drachen wie bei „Game of Thrones“? Für Hehn, lässt uns Bild wissen, ist es übrigens schon der zweite „Traumschiff“-Abgang: „Der Schauspieler war bereits von 1981 bis 1987 als Chef-Steward Victor auf dem Schiff zu sehen, von 1987 bis 1991 spielte er dann dessen Zwillingsbruder, den Ersten Offizier Stefan Burger.“ Da zeichnet sich doch eine Lösung für den vakanten Kapitänsposten ab: Wenn Victor keinen Bock mehr hat, können sie doch einfach wieder seinen Zwillingsbruder verpflichten.

          Ausgebremster Innovator: Sascha Hehn verlässt das „Traumschiff“.

          Mit dem kleinen Zwillingspaar in Monaco befasst sich Das goldene Blatt: „Ein Zeitungsverkäufer aus der Altstadt Monacos verrät: ,Prinzessin Stéphanie ist ganz vernarrt in ihren putzigen Neffen und seine drollige Schwester.‘“ Ob der gute Mann das so genau weiß, weil im winzigen Monaco jeder jeden kennt oder weil er ständig seine eigenen Zeitungen liest, bleibt offen, ist aber auch egal angesichts der Verzückung, die uns Das goldene Blatt durch seine eifrige Verwendung altbackenster Begriffe für königliche kleine Racker bereitet, bei denen Jungs stets putzig und Mädchen stets drollig sind. Wie auch eine Seite weiter im Bericht über Prinzessin Victorias Kinder: „Fast jeden Monat erscheinen neue Fotos der drolligen Estelle. Aber ihren Bruder bekommen die Schweden nur äußerst selten zu Gesicht.“ Ist der kleine Oscar am Ende nicht putzig genug? Iwo, alles gut: Weil Oscar anders als seine große Schwester kein Thronfolger ist, werde man auch in Zukunft „den putzigen Jungen offenbar wenig zu Gesicht bekommen“, erklärt uns das drollige Goldene Blatt.

          Der putzige Franz Josef Wagner, der große Racker von Bild, knöpft sich derweil Heiko Maas vor. „Die Männer im Weißen Haus fühlen sich so mächtig, wie der Umfang ihrer Bäuche ist“, schreibt er und klagt: „Was für einen Außenminister haben wir in diesen Jan-Böhmermann-Anzügen? Alles slim. Sie beeindrucken mich nicht als Außenminister Deutschlands.“ Das ist aber wirklich slim! Doch vielleicht orientiert sich Maas ja an seinem Vorvorvorvorvorgänger Joschka Fischer, der sich das nötige Format für das Amt auch erst angefuttert hat.

          Keine Liebeserklärungen für Papa Klum

          Eine handfeste diplomatische Krise registriert Die Aktuelle im Hause Klum. „Im vergangenen Jahr gratulierte Heidi Klum ihrem Dad zum Vatertag: ,I love you Papa‘, schrieb sie auf ,Instagram‘. In diesem Jahr sandte sie ihm keine öffentliche Liebeserklärung, ihrer Mama Erna, 72, zum Muttertag allerdings schon. Gibt es plötzlich Familien-Krach? Etwa wegen ihrer neuen Liebe?! Günther Klum selbst liefert für den ausgebliebenen Gruß eine nüchterne Erklärung: „In Amerika gibt es keinen Vatertag.“ Heidis aktueller Herzbub Tom Kaulitz dürfte sich vielleicht sogar glücklich schätzen, in der Familie nicht allzu willkommen zu sein, lesen wir doch über Heidi und ihren Papa: „Die Beziehung ging sogar so weit, dass er Heidis vier Geburten im Kreißsaal mit der Kamera filmte.“ Da kann man nicht ausschließen, dass Vater Klum auch Heidis Hochzeitsnächte für die Nachwelt festhält.

          Drollig: Estelle von Schweden

          Welchen Rat ihre Mutter ihr gab, teilt Schauspielerin Iris Mareike Steen dem Neuen Blatt mit: „Dass ich mich nicht verunsichern lassen und mich nie verbiegen soll.“ Das mit dem Verbiegen ist ja nett gemeint, aber letztlich doch nicht die beste Empfehlung für jemanden, der an der Show „Let’s Dance“ teilnimmt – wo Steen zuletzt prompt auch ausgeschieden ist.

          Wie sie familiäre Krisen meistert, hat Barbara Schöneberger in einem Interview erzählt, aus dem Das neue Blatt zitiert: „Ich schreie sehr, sehr, sehr, sehr laut. Ich schreie so laut, dass man sicher noch mehrere Grundstücke weiter hören kann, worum es genau geht“, so die Showmasterin. Verraten hat sie dann auch noch, dass es ihr bei einem Mann nicht auf dessen Vermögen ankomme: „Aber er muss mich aus einem brennenden Haus retten können. Ich will einen Kerl, der für mich Männlichkeit vermittelt!“ Nun, um herauszufinden, ob ihr Gatte ein solcher Kerl ist, müsste sie strenggenommen ihr eigenes Haus anzünden, von innen. Und sollte es sich herausstellen, dass er sich in jenem Moment außerstande sieht, seine Männlichkeit zu vermitteln, dann ist es sicherlich von Vorteil, dass Schöneberger sehr, sehr, sehr, sehr laut schreien kann.

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