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Herzblatt-Geschichten : Sarkozy Tiramisu

  • -Aktualisiert am

Abwarten und Tee trinken: Prinz Charles wird sechzig - und ist noch immer in der Warteschleife Bild: dpa

Die Ehemänner der Nation sind verstört und Susanne Klatten ist schuld: Obwohl auch die eigene Frau öfter mal ins „Holiday Inn“ fährt? Dann hoffentlich nicht zum Dreier mit Gottlieb Wendehals. Und wenn doch: Koffein kann helfen - schließlich bringt das den Busen zum Schrumpfen.

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          Hallo, Susanne Klatten! Tut uns echt leid. Scheußliche Sache. Und unsere aufrichtige Bewunderung, dass du den bösen Erpresser angezeigt hast. Aber zwei Dinge müssen wir dennoch kritisieren. Erstens: Man geht als ästhetisch empfindendes Wesen, schon gar nicht als Milliardärin, zu einer Liebesstunde nicht in ein „Holiday Inn“ und dann auch nicht in ein, wie der stern berichtet, „Standardzimmer“.

          Zweitens, Susanne Klatten: Du kannst dir wahrscheinlich gar nicht vorstellen, was du angerichtet hast. Du hast nämlich jeden, aber auch wirklich jeden deutschen Ehemann mit Misstrauenserregern infiziert. Jeder betrachtet seine Gattin jetzt mit ganz anderen Augen. Wenn schon, wird er sich sagen, wenn schon diese ewig beherrschte, zurückhaltende Kostümträgerin Susanne Klatten, die „scheu dem üblichen Amüsement des Jetsets auswich“ (Bunte), sich von ihrer Lust so hinreißen ließ, dass sie sich in das Standardzimmer eines „Holiday Inn“ flüchtete, zu welchen Schandtaten ist dann meine eigene immer so hochanständig wirkende Gattin fähig?! Ja, es sind bange Fragen, Susanne Klatten, die den deutschen Ehemann in diesen Tagen zutiefst verunsichern, und du, Susanne Klatten, wir sagen es ungern, trägst Schuld daran.

          Noch immer in der Warteschleife: Prinz Charles

          Andererseits ist deine Begeisterung für diesen Schweizer natürlich auch verständlich, denn Bunte zitiert seine Vermieterin: „Auf der Post, beim Bäcker oder auf der Bank - alle Damen waren hin und weg von ihm.“ Und dann streut er ins Gespräch „gern italienische und französische Wörter ein, um erotischer zu wirken“. Super Trick, très bien, bravissimo, Sarkozy, Tiramisu, den merken wir uns.

          Kalter Schweiß auf des alten Herrn Stirn: „Ich will nicht mehr, das ist mir alles zu viel.”

          Doch wir haben ja ganz andere Sorgen. Zum einen ist da Prinz Charles. Er wird an diesem Freitag sechzig. In einem Alter also, in dem andere Männer kurz vor der Rente stehen, sich auf ihre vierzigjährige ADAC-Mitgliedschaft oder den ersten Infarkt vorbereiten, da steckt Charles noch immer in der Warteschleife, es muss furchtbar sein. Den zweiten Grund, uns Sorgen zu machen, liefert die Politik. Zum einen wird, lernen wir aus Bunte, Straßburg in den Sitzungsphasen des Europäischen Parlaments zu Strapsburg, da fallen Scharen von leichten Damen in die Stadt ein.

          Auf einen Dreier mit Gottlieb Wendehals

          Damit nicht genug: FDP-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin beschreibt das frivole Treiben schonungslos: „Diese Sitzungstage sind wie Ausflüge ins Landschulheim - nach dem Motto: Hier kennt mich keiner, hier kann ich machen, was ich will.“ Schlimm, oder? Aber auch im Bayerischen Landtag sind die Zustände verbesserungsfähig. Das wissen wir von Claudia Jung (69). Die ist eigentlich Schlagersängerin, zog jetzt aber als Abgeordnete der Freien Wähler ins Maximilianeum ein und ist entsetzt: „Kindern bringt man bei, dass sie andere ausreden lassen und respektvoll miteinander umgehen sollen. Und dort gehen gerade die, die das immer propagieren, mit einem derart schlechten Beispiel voran, dass einem die Ohren schlackern.“

          Erinnern Sie sich übrigens an Werner Böhm (67), der als Gottlieb Wendehals mit der Polonaise Blankenese jedes Schützenfestzelt in einen Hexenkessel verwandelte? Ebenjener Herr machte diese Woche in Bild von sich reden, weil zwei Damen, Mutter (44) und Tochter (21), behaupteten, sie hätten mit der Stimmungskanone abwechselnd eine Affäre. Bild saß mal wieder auf der Bettkante und konnte berichten: „Die Dreierbeziehung ist bereits so innig, dass die Tochter ihrer Mutter sogar beim Liebesspiel mit Werner Böhm zuschauen durfte.“ Die Tochter gab außerdem recht offen zu Protokoll: „Wir lieben ihn beide sehr - obwohl er ständig besoffen ist.“

          Koffein lässt den Busen schrumpfen

          Na, das ist prima, und jedenfalls insgesamt doch schöner als der Umstand, dass Boris Beckers Verlobung mit Sandy Meyer-Wölden nur 83 Tage hielt. Nun riefe eine solch instabile Seelenstatik wie die Boris Beckers, der das Versprechen einer lebenslangen Ehe nach 83 Tagen in den Wind schreibt, ja nach einer Bunte-Psychoanalyse, aber das Blatt hatte wohl einen zu frühen Redaktionsschluss. Es konnte aber immerhin noch neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse mitteilen: „Koffein lässt den Busen schrumpfen“, weshalb wir unserer neuen goldigen Redaktionsassistentin Natascha sofort herrisch jeden Kaffeegenuss untersagten.

          Natascha kommt aus einem Moskauer Vorort, hat eine sehr erfreuliche Oberweite, schwärmt aber leider für Udo Jürgens (74). Doch da haben wir ihr vorgelesen, dass Udo, wie Das Neue Blatt enthüllt, praktisch fix und fertig ist, nahezu anstaltsreif. Auf der Bühne sei er lustig, danach aber stehe ihm kalter Schweiß auf der Stirn: „Ich will nicht mehr, das ist mir alles zu viel.“ In solchen Augenblicken sei der alte Herr (74) „plötzlich geistesabwesend. Zittrig. Dann wirkt er furchtbar zerbrechlich. Fast hilflos.“ Wie bitte? Wie es uns wieder gelungen ist, eine so hübsche junge Dame wie Natascha zu verpflichten? Wir flochten einfach italienische und französische Wörter in unsere Konversation, Natascha folgte uns sofort in ein Standardzimmer.

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