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Herzblatt-Geschichten : Sänger unter Sex-Zwang

Jürgen Drews ist begeistert vom „gesunden Exhibitionismus” seiner Frau Ramona Bild: picture-alliance/ dpa

Sie können es nicht lassen: Julio Iglesias diagnostizierte bei sich eine Sex-Sucht, Bushido protzt mit 700 Liebschaften. Selbst die seriöse Hellen Mirren spricht von „Sexy Anhalt“. Und Jürgen Drews ist stolz auf Ramonas „gesunden Exhibitionismus“.

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          Unlängst haben wir an dieser Stelle darüber geklagt, dass uns in den Leserfotos mit Prominenten, die die Herzblätter Woche für Woche abdrucken, nur unbekannte Gesichter entgegenblicken. In dieser Woche ist das endlich anders - dank Manfred Radina aus Schweinfurt. Im Goldenen Blatt posiert Herr Radina in Bad Kissingen neben Mario Adorf, den er als „großartigen Schauspieler“ und „sympathischen Künstler“ lobt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Adorf darf sich geschmeichelt fühlen, sofern er nicht ins Echo der Frau schaut: Dort nämlich sehen wir schon wieder Manfred Radina, diesmal in Schweinfurt neben Walter Plathe, der sein „Lieblingsstar“ sei. Tja, Adorf, hätten Sie mal lieber den „Landarzt“ gespielt. Und Sie, Herr Radina, sollten sich vor dem nächsten Foto vielleicht mal was anderes anziehen als immer dasselbe blaukarierte Oberhemd.

          Ein (fast) waschechter Kennedy

          Lieblingsstar der Knallblätter ist nach wie vor Karl-Theodor zu Guttenberg, von der Frau im Spiegel zärtlich „Ka-Te“ genannt. „Ka-Te“ und seine Stephanié - den Akzent hatten wir bislang völlig übersehen - seien „unsere neuen Kennedys!“, frohlockt das Blatt auf seinem Titel, was die Frage aufwirft, wer denn unsere alten waren. „Nur zwei Jahre dauerte seine Amtszeit, bevor er in Dallas auf offener Straße ermordet wurde“, schreibt die Chefredakteurin über Kennedy, „sein Mythos lebt bis heute weiter.“

          Guttenberg und seine Frau Stephanié stünden den Kennedys in Punkto Eleganz um nichts nach, behauptet „Frau im Spiegel”
          Guttenberg und seine Frau Stephanié stünden den Kennedys in Punkto Eleganz um nichts nach, behauptet „Frau im Spiegel” : Bild: picture-alliance/ dpa

          Unser Verteidigungsminister - dem man gern eine längere Amtszeit, vor allem aber ein längeres Leben wünschen darf - und seine Gattin seien wie die Kennedys „als Paar ein Blickfang“, „eine Einheit in Mimik und Gestik“, mit Sinn für Mode, Familie und Kontakten bis nach Hollywood. Sogar Rückenprobleme wie das Vorbild hat Guttenberg schon, kann sich aber, anders als Kennedy, von Dr. Müller-Wohlfahrt behandeln lassen.

          Über weitere mögliche Parallelen, etwa Affären mit Filmstars, Mafiakontakte und Tablettensucht, schweigt Frau im Spiegel sich aus. Die Bunte unterschlägt zwar Stephaniés accent aigu, weiß aber, dass die Guttenbergs in Davos bei einem Skirennen je den zweiten Platz belegten; selbst ein Guttenberg, der schon den Friedensnobelpreis und den Auslands-Oscar gewonnen, Atlantis entdeckt und den iPad erfunden hat, liegt also nicht immer vorne.

          Übertrumpft hat er aber Rainer Brüderle, und zwar in dessen ureigener Disziplin: dem Feiern. Zwanzig deutsche „Topbosse“, weiß Bunte, scharte Guttenberg in Davos zum Frühstück um sich. Der arme Brüderle, in dem niemand einen neuen Kennedy, sondern nur den alten Brüderle sieht, war eingeschnappt: „Ich lade doch auch keine Generäle ein.“

          „Eigentlich bin ich ja ganz nett“

          An dieser Stelle ein Glückwunsch an Oliver Pocher, der Vater einer Tochter geworden ist. „Wir haben beschlossen, trotz des Größen- und Altersunterschieds bis an unser Lebensende zusammenzubleiben“, hat Pocher erklärt und damit wie üblich einen Witz gemacht: So viel größer als seine Tochter ist er nun wirklich nicht.

          Kaum näher an der Wahrheit dürfte Claudia Effenberg mit ihrem neuen Buch liegen, bei dem schon der von Bunte überlieferte Titel gegendarstellungswürdig scheint: „Eigentlich bin ich ja ganz nett“.

          [...]

          Ramona Drews zeigt „gesunden Exhibitionismus“

          Und bevor noch einer über Oettingers Englisch spottet: Das Deutsch der Engländer ist auch nicht besser. So spricht die Schauspielerin Helen Mirren statt von Sachsen-Anhalt, wo sie einen Film drehte, von „Sexy Anhalt“, berichtet Bunte. Liebe Frau Mirren: Arm, aber sexy, das ist Berlin. Sachsen-Anhalt ist nur arm.

          Und wenn Sie von „Sexy Anhalt“ sprechen, dann haben Sie womöglich den Adoptionsadeligen Prinz Frederic am Hals, der das bestimmt auf sich bezieht. Er strebt jetzt das Gouverneursamt von Kalifornien an, was natürlich reine Eigen-PR ist und hier nicht einmal erwähnt werden soll.

          Schon König von Mallorca ist Jürgen Drews, der seiner Frau Ramona im Goldenen Blatt ein schönes Kompliment macht: Er lobt ihren „gesunden Exhibitionismus“.

          Schmutzig beflügelt

          Exhibitionismus bescheinigt sich auch die Schauspielerin Antje Mönning, bekannt als Nonne aus der Serie „Um Himmels Willen“ und bald zu sehen im Film „Engel mit schmutzigen Flügeln“. Ihr sei es wichtig gewesen, erzählt sie der Frau im Spiegel, „dass die Orgasmen echt sind. Die Geschichte soll glaubwürdig sein und man sieht es einfach, wenn Szenen gestellt sind.“

          Ein paar Seiten weiter hinten stellt dasselbe Blatt das traurige Phänomen der Sexsucht vor. „Zu Beginn meiner Karriere konnte ich nicht singen, wenn ich nicht vor dem Konzert mit einer Frau schlief“, erinnert sich Julio Iglesias.

          Dabei hat es andere Männer viel härter getroffen, etwa Iglesias' jungen Kollegen Bushido: Er hat nach eigener Schätzung schon mit 700 Frauen geschlafen - und singen kann er noch immer nicht.

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