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Herzblatt-Geschichten : Sach bloß, verheiratet!

Bild: F.A.Z.

Welche Bilanz zieht Uschi Glas ein Jahr nach der Hochzeit? Wer will seine Ex mit Joschka Fischer sehen? Und wer ist von einer bürgerlichen Dschungelschlampe wie verzaubert? Antworten liefern die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Es muß aber auch mal Schluß sein. Immer nur auf die schlimmen Dinge achten im Leben, bei den Menschen stets bloß die dunkelsten Motive vermuten, für den schnellen zynischen Spruch die eigene Seele verkaufen: Es reicht. Da haben die „Volksmusikkönige“ Stefanie Hertel, 27, und Stefan Mross, 30, also heimlich geheiratet in Florida, und auf den Hochzeitsfotos, die nun - nicht mehr ganz so heimlich - in den bunten Blättern auftauchen, sehen die beiden aus wie Menschen, die von einer fremden Macht unter ein gewaltiges Bügelbrett gezwungen wurden: Nicht ein Knick, nicht eine Falte. - Na und, du Journalist? Wenn sie doch glücklich sind.

          Bertram Eisenhauer

          Verantwortlich für das Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zwölf Jahre, so weiß das Fachblatt 7 Tage weiter zu berichten, hätten Hertel und Mross gebraucht, um „sich offiziell zueinander zu bekennen“. Immerhin gibt es da ja schon das Töchterchen Johanna, 5. Doch auch wenn die Künstler im „Musikantenstadl“ und auf dem „Musikantendampfer“ dem unvoreingenommenen Betrachter vorkommen, als habe man sie circa 1823 im Oberösterreichischen eingefangen, schockgefroren und erst unmittelbar vor ihrem Auftritt wieder aufgetaut: Die Zeiten, in denen eine solch ausgedehnte Wartefrist vor der Eheschließung als anstößig empfunden wurde, sind vorbei - und Gott sei Dank, mein Liaba, wie der selige Karl Moik jetzt vielleicht dröhnen würde. (Selig, weil er den „Stadl“ abgegeben hat, nicht weil er - na, Sie wissen schon. Er abschiedstourt gerade.)

          „Spätes Glück“ hin, „vollkommene Liebe“ her

          Und zwölf Jahre, ja, wenn man so will, ebenfalls zwölf Jahre haben Sandra „Menschen bei“ Maischberger und ihr Partner Jan Kerhart ins Land gehen lassen, bis sie sich offiziell zueinander bekannten. Verheiratet waren sie die ganze Zeit, nur halt unter Ausschluß der Öffentlichkeit, wie die im fünften Monat schwangere Moderatorin eben der Bunten gestand. Die Trauzeugen „und die Mütter“ waren die einzigen, die Bescheid wußten. So vermieden die klandestinen Eheleute elegant ein Risiko, das Schauspielerin Uschi Glas, 62, und Dieter Hermann, 54, nur ein paar Seiten weiter eingehen: Schon ein Jahr nach der Hochzeit coram publico „Bilanz zu ziehen“ - wenn das mal nicht mindestens elf Jahre zu früh ist, „spätes Glück“ hin, „vollkommene Liebe“ her.

          Andererseits sind einem Maischberger und Glas doch lieber als jene Leute, die offiziell und lange genug verheiratet sind, sich aber aufführen, als seien sie es nicht. Vielleicht müssen die dann ähnlich Buße tun wie Udo Jürgens, 72, dessen jüngst Geschiedene Corinna, 46, in Rio ausgerechnet den (um das Mindeste zu sagen) umstrittenen ehemaligen Hamburger Senator Ronald Schill getroffen haben soll. Wen sie besuche, sei die „Privatangelegenheit“ seiner Ex, sagt Jürgens nun leicht hilflos in Echo der Frau, dementiert aber auch nicht einen anderen Stoßseufzer: „Ausgerechnet der Schill. Wenn es wenigstens Joschka Fischer wäre.“

          „Verzaubert“ von der bürgerlichen Dschungel-Diva

          Solche Demütigung ist für Schauspielerin Mariella Ahrens, 37, noch in weiter Ferne; sie bereitet sich dieser Tage, ihrerseits im vierten Monat schwanger, auf die Hochzeit vor mit Patrick Graf von Faber-Castell, 41, dem Sproß der Bleistift-Dynastie. Wie diese beiden sich fanden, illustriert aufs wunderbarste den Spruch, den hilflose Mütter ihren Kindern zum Trost bei Katastrophen sagen: Man weiß nie, wozu es gut ist.

          Als Graf Patrick seine Zukünftige nämlich zum ersten Mal sah, laut Revue vor zwei Jahren in einem Edelrestaurant, stand diese gerade als Teilnehmerin der RTL-Show „Ich bin ein Star, hol mich hier raus!“ in den Schlagzeilen. „Wie verzaubert“ sei der Graf gewesen von der bürgerlichen Dschungel-Diva. Das Märchen - mit den Männern hat es Ahrens „nie leicht gehabt“ - konnte beginnen; das Ende: „Jetzt wird sie Gräfin.“

          „Eigentlich bin ich doch nur ein Friseur“

          Ob Inke Barysch schließlich, Diplomsoziologin und Geistheilerin aus Bad Honnef, verheiratet ist oder nicht - schwer zu sagen. Echo der Frau porträtiert sie in der Rubrik „Menschen und ihre Schicksale“; ein Mann wird nicht erwähnt. Er hätte im Leben von Barysch, 67, die sich „Seismoril“ nennt, vermutlich auch keinen Platz. Arbeitet sie doch zusammen mit ihrem Schutzengel „Seismoran“, dessen Anwesenheit sie „an der Bewegung meiner Unterlippe“ erkennt; er hilft „Seismoril“, in ihrer Praxis die „unerlösten Seelen“ von Verstorbenen zu befreien, die sich an noch Lebende klammern und diese - Sie verstehen schon, oder?

          Nun, bevor wir zum Ende all der Herrlichkeiten kommen, noch ein Wort zu Udo Walz. Im Interview mit Revue gibt er sich - man weiß nicht so recht, ob er scherzt - „stolz, mit James Bond verglichen zu werden“. Man nenne ihn auch „The most sexiest man of the world“, sagt er - übersetzt etwa: „den am meisten meistbegehrten Mann der Welt“. Die Deutschen, so meldeten die Demoskopen vergangene Woche, haben was gegen Anglizismen. Besser wäre, sie hätten was gegen falsches Englisch. Und, äh, Herr Walz, im Interview sagen Sie so perückig bescheiden: „Eigentlich bin ich doch nur ein Friseur.“ Falls die New York Times wieder mal anklopfen sollte bei Ihnen, auf englisch heißt das: „I'm just a Figaro.“

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