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Herzblatt-Geschichten : Von Singles und Mingles

Das im Hintergrund – da sind gar keine Lichter. Das sind Goldtaler, die Andreas Gabalier regnen lässt. Bild: dpa

Die Tingle-Tangle-Tante Sylvie Meis schmeißt Haushalt und den Callcenter-Job, Charlène und Albert bringen die Kinder ins Bett und Andreas Gabalier zahlt die Rechnung. Herzblatt-Geschichten zeigt den Weg zum Familienglück.

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          Schön, dass Sie auch diese Woche Muße finden für diese kleine Kolumne, obwohl zur gleichen Zeit auf Schloss Elmau ganz große Politik gemacht wird. Dass es den G-7-Herrschaften wohl ergeht, dafür sorgt Gastgeber Dietmar Müller-Elmau, dem besonders die Amerikaner am Herzen liegen: „Wenn ich Amerika etwas vorwerfe, dann mangelndes Engagement in der Welt“, erzählt er Bunte. „Wo die Amerikaner sich zurückziehen, herrscht bald das Chaos. Deutschland hatte seine beste Zeit unter amerikanischer Besatzung.“

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Psst, Herr Müller-Elmau: Wenn das so ist, dann nehmen Sie sich den Obama bei Gelegenheit doch mal kurz zur Seite. Vielleicht können Sie ihn ja überreden, wieder bei uns einzumarschieren, auf dass unser Land zu neuer Blüte gelange.

          Den Amerikanern verdanken wir auch ein neues Wort, dem wir künftig häufiger begegnen dürften: „‚Mingle‘ – eine Mischung aus ‚Mixed‘ und ‚Single‘ – nennt man jemanden, der Sex und Freundschaft kombiniert“, lässt uns OK! wissen. „Trendforscher Peter Wippermann hat den Begriff aus der US-Marktforschung zu uns nach Deutschland geholt und erklärt: ‚Diese Menschen holen sich das Beste aus beiden Welten: Als Mingle können sie nämlich Individualität und Verbundenheit gleichermaßen haben.“

          Bei Anruf Verbrennung

          Was so ein Trendforscher kann, können wir schon lange, sogar ohne den Amis ihre Wörter zu klauen, und so möchten wir die Partnerschafts-Typologie nach Single und Mingle noch erweitern – und zwar um den Schlingle, der gleich mehrere Mingle-Beziehungen pflegt, sowie um jene Spezies, die bindungslos von Partner zu Partner zieht, den Tingle-Tangle.

          10-Stunden-Arbeitstag: Diese royalen Zwillinge wachen auf und schlafen ein nach den Regeln der Baby-Gewerkschaft.

          Mingle-Prototyp für OK! ist Sylvie Meis, die mal wieder einen Neuen an der Angle, äh, Angel hat, einen Schweizer mit Spitznamen Momo. Bei so einem Mingle-Dasein werden selbst lästige Pflichten zum Vergnügen, wie Die Aktuelle mit einem angeblichen „Schnappschuss“ demonstriert, den Sylvie online gestellt hat und der sie strahlend im Bademantel dabei zeigt, wie sie linker Hand mit dem Handy telefoniert und rechter Hand bügelt.

          Das, liebe Kinder, bitte auf keinen Fall nachmachen: Zum einen kann einhändiges Bügeln hässliche Falten verursachen, zum anderen hält man sich da versehentlich schon mal das falsche Gerät ans Ohr.

          Mr. Obama, we want the army back: G7-Hotelier Dietmar Müller-Elmau erinnert sich an die gute alte Besatzungszeit.

          Seit zwei Monaten offenbar sind Sylvie und Momo vereint, höchste Zeit also, sich – wie Freizeitspaß – weiter reichende Gedanken zu machen: „Sylvie Meis – Heimliche Hochzeit? Und ihr Sohn Damián bekommt ein Brüderchen“. Bei Facebook nämlich hatte Momo von Sylvie als „seiner Frau“ geschrieben. „Gab es etwa schon eine heimliche Hochzeit? Möglich“, kombiniert Freizeitspaß. „Sonst hätte der Schweizer von ‚meiner Freundin‘ geredet!“ Mit dem Brüderchen ist übrigens Momos Sohn Malcolm gemeint, zehn Jahre alt. Alles Gute zum Nachwuchs dann!

          „Neues Zwillings-Glück“ verkündet Das goldene Blatt für Charlène und Albert von Monaco, die indes nach den Geburten im Dezember nicht gleich nachlegen, sondern nur „täglich neues Zwillings-Glück“ erleben. Wie das aussieht, weiß das Blatt auch: „Denn für das royale Paar beginnt wohl jeder Morgen voll tiefempfundener Freude: wenn sie an den Wiegen ihrer Lieblinge stehen und sicherlich gerührt beobachten, wie die beiden Wonneproppen ihre Äuglein aufschlagen.“

          Logisch, Goldenes Blatt, wie das eben so abläuft mit Babys: Nach dem idyllischen Frühstück warten die ausgeruhten Eltern an der Wiege, bis die Kleinen pünktlich um neun die Augen öffnen. Abends um 19 Uhr schauen Mama und Papa dann zu, wie die Wonneproppen die Augen brav schließen.

          Gute Tat für F.A.S.-Mitarbeiter

          Weniger idyllisch geht es, der Aktuellen zufolge, im Dorf Tötensen zu, wo Dieter Bohlen lebt: „Er treibt seine Nachbarn in den Wahnsinn!“ Die Nachbarn, erklärt Die Aktuelle und druckt Fotos aus dem Ort, „müssen sich mit den Schaulustigen herumschlagen, die ständig mit Kameras bewaffnet ums Areal schleichen“. Aber schleichen dort außer den Aktuelle-Reportern noch andere Typen herum?

          Eine ewige Frage, die wir uns stellen, ist, warum es in den Medien vor Wahl-Berlinern so wimmelt, uns aber zum Beispiel noch nie der Begriff „Wahl-Tötenser“ begegnet ist. Immerhin gibt es, wie wir dank dem Neuen Blatt wissen, mit Stefanie Hertel eine „Wahl-Chiemgauerin“. Offen hingegen bleibt, ob der „in Übach-Palenberg (bei Aachen)“ lebende Schlagersänger Norman Langen, der uns im selben Heft begegnet, Wahl-Übach-Palenberger ist oder gezwungenermaßen dort wohnt.

          Sangeskollege Andreas Gabalier, gebürtiger sowie Wahl-Steirer, berichtet derweil OK!: „Was ich ganz gern im Supermarkt mache: einer Familie oder einer fremden Frau mit kleinen Kindern, die vor mir sind, den Einkauf zahlen. Dann stecke ich einfach meine EC-Karte in das Gerät und habe eine gute Tat vollbracht.“ Wir, die wir ebenfalls Familie haben, schauen seitdem immer, ob im Lidl bei uns um die Ecke irgendwo der Gabalier mit gezückter EC-Karte herumsteht – doch bislang haben wir Pech gehabt. Er darf uns aber gerne auch einfach einen Scheck schicken.

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