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Herzblatt-Geschichten : Prinz Sämiger Fischtran

Harald Glööckler erkennt sich mit zunehmenden Alter selbst nicht mehr wieder. Und wir dachten, das würde an den zahlreichen Schöhnheits-OPs liegen.. Bild: dpa

Eine ereignisreiche Woche in der deutschen Regenbogenpresse: Franz Josef Wagner stammt von einem weit entfernten Planeten, Günther Klum entlarvt sich als ausbeuterischer Spargelbauer und eine Sitzbank rettet Merkels Ehe.

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          Haben Sie heut schon jemanden umarmt? Nein? Sie sollten es schleunigst tun, wissen wir dank des Bunte-Spezials „Warum uns Berührung glücklich macht“. Unsere Weltmeisterelf, berichtet Bunte, „lag sich zum Glück ständig in den Armen. Studien beweisen: Das Team, das sich häufiger umarmt, gewinnt.“ Logisch, liebe Schlaumeier von Bunte: Es umarmt sich ja immer, wer gerade ein Tor geschossen hat. Aber vielleicht probieren es in der neuen Saison notorische Loser-Teams mal aus, sich auch nach Fehlschüssen zu umarmen, den Bunte-Studien zufolge müssten sie dann ja gewinnen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Überhaupt ist es schön, wenn sich Männer romantisch zeigen – wie Franz Josef Wagner in seinem Bild-Brief an die Raumsonde Rosetta. Er blicke gern, schreibt er, „zum nächtlichen Himmel. Zigmilliarden Sterne soll es geben. Irgendwo da oben lebe ich.“ Wir hatten es geahnt, Wagner, dass Sie nicht hier bei uns auf der Erde leben. Mit den Sternen hat es auch Harald Glööckler. Vom Neuen Blatt nach Hochzeitsplänen mit seinem Partner befragt, entgegnet der Designer: „Die Hochzeit wird dann stattfinden, wenn die Sterne dafür richtig stehen. Wir sind jetzt seit 27 Jahren zusammen, uns drängt nichts.“ Das heißt, bislang haben die Sterne 27 Jahre lang falsch gestanden, dann wird es aber allmählich mal Zeit.

          Modelnde Spargelschälerin

          Zumal auch Glööckler nicht jünger wird: „Ab 40 geht’s los, dass Sie eine große Veränderung wahrnehmen, wenn Sie morgens in den Spiegel schauen. Teilweise erkenne ich mich selbst nicht mehr!“ Wobei es beim großflächig geschminkten und gesichtsoperierten Glööckler ja ein Wunder ist, dass er noch Teile von sich erkennt. Näher am Massengeschmack liegt Helene Fischer. Von ihr ist auch Aktuelle-Leserin Birgit E. aus Stuttgart begeistert: „Einfach super, diese Frau. Für Auge und Gehör ein Schmaus. Im nächsten Leben will ich auch so aussehen.“ Wir drücken dann bei der Reinkarnation die Daumen!

          Die „Bunte“ weiß: Gisele Bündchen entstammt einem eher zweifelhaften Gen-Pool

          Gutes Aussehen allein aber garantiert keine Karriere. Laut Gala hat ein weiteres Model Günther Klums Agentur den Rücken gekehrt. Klum, klagt Aminata Sanogo, „hat mich oft zu Veranstaltungen mitgenommen, die rein gar nichts mit Modeln zu tun haben. Ich musste mit ihm zum Spargelschälen gehen!“ Das junge Ding verkennt Klums fürsorglichen Gestus, schließlich sollten junge Frauen im schnelllebigen Mode-Business auch was Handfestes lernen. Doch die Show, an der sie teilnahm, hieß nun mal nicht „Germany’s Next Top Asparagus Peeler“.

          Supermodel Gisele Bündchen urlaubte derweil am Strand mit ihrer Mama Vânia Nonnenmacher, welche „vielleicht nicht ganz den Vorstellungen eines glamourösen Gen-Pools“ entspricht, wie Bunte uncharmant schreibt. Sie wirke „wie eine gemütliche Mischung aus Miss Marple und Queen Mum“. Ja, hätte sie aussehen sollen wie Sylvie Meis? Die planscht natürlich auch wieder im Meer, von Bunte abgebildet auf einer Seite, die Prominente „menschlich erwischt in ungewöhnlichen Momenten“ zeigt. Die Meis im Bikini am Strand, ungewöhnlich? „Sylvie Meis scheint irgendwie immer im Urlaub zu sein“, stellt Bunte selbst ganz richtig fest.

          Sämiger Fischtran und Bogensehne

          Überbeschäftigt scheint uns auch eine Königsfamilie wie die dänische nicht zu sein, die gerade Urlaub in Grönland macht. Das passt, denn die kleinen Zwillinge, weiß Bunte, „tragen bunte Inuit-Zweitnamen“. Josephine heißt demnach „Ivalo“ („Bogensehne“), doch den Vogel schießt Brüderchen Vincent ab. Er heißt mit Zweitnamen „Minik“, Bedeutung: „sämiger Fischtran“. Dass jener „zum Abdichten von Booten verwendet wird“, macht’s nicht besser.

          Ganz bodenständig, nämlich in Südtirol, urlaubt Angela Merkel, doch muss es laut der Aktuellen zu dramatischen Szenen gekommen sein. „Diese Bank rettete die Kanzler-Ehe!“, behauptet das Blatt. Gemeint ist nicht die EZB, sondern eine Sitzbank: „Einsames Wandern im Regen, Wortlosigkeit. Aber dann kam eine Bank. Endlich konnte sich das Paar aussprechen – in aller Ruhe.“ Tatsächlich zeigen Fotos, wie Merkel und ihr Gatte an einer Bank vorbeigehen. Dass sie sich draufsetzen, sieht man nicht, und es wäre auch echt dämlich gewesen: Bei dem Regen wären sie klatschnass geworden.

          Ein waschechter Mofti: Schauspieler Hans-Peter Korff

          Wer bei den Merkels die Hosen anhat, weiß keiner. Beim Schauspielerpaar Christiane Leuchtmann und Hans-Peter Korff sieht es so aus: „Hans-Peter ist ein Mofti – ein wenig Macho und etwas Softi“, erzählt Leuchtmann dem Goldenen Blatt. Wenn Korff Ansagen macht, dann ist es also par ordre du mofti.

          Weil auch wir ein Mofti sind, lesen wir gern Haushaltstipps wie jenen der Echo-der-Frau-Leserin Edeltraud P., Rostock: „Ich stelle gerne viele kleine Teelichter in hohen Glas-Gefäßen auf. Wenn ich die mit dem Feuerzeug oder mit Streichhölzern anzünde, verbrenne ich mir die Finger. Das hat mich auf die Idee gebracht, Spaghetti als Anzündhilfe zu benutzen. Das funktioniert ganz hervorragend.“ Ernsthaft? Als uns vorhin auf dem Heimweg vom Einkaufen jemand fragte, ob wir Feuer hätten, antworteten wir mit Ja – und holten unsere Packung Spaghetti raus. Funktioniert hat es überhaupt nicht.

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