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Herzblatt-Geschichten : Pietro Lombardi in einer Bücherei? Schwierig!

Haus in Trümmern, Ehe intakt: Miley Cyrus und Liam Hemsworth. Bild: Reuters

Von Promis, die einen Bild-Reporter bei sich einziehen lassen, und jenen, die sogar Marlon Brando die Tür vor der Nase zustoßen: Die Klatschpresse berichtet diese Woche aus den Wohn- und Schlafzimmern der Stars. Die Herzblatt-Geschichten.

          Manchmal haben wir den Eindruck, dass es bei anderen Menschen mitunter romantischer zugeht als bei uns. Nehmen wir die Schauspielerin Karin Thaler, verheiratet seit 1997, die dem Neuen Blatt über sich und ihren Mann mitteilt: „Wenn wir morgens im Bett die Augen aufmachen und uns sehen, haben wir beide sofort ein Lächeln im Gesicht.“ Rührend, oder? Aber auch etwas mysteriös: Heißt das, dass die beiden nach so langer Zweisamkeit inzwischen stets in derselben Sekunde aufwachen? Oder wird der eine früher wach und wartet dann mit erwartungsvollem Lächeln so lange, bis der andere auch endlich die Augen aufschlägt? Und verkrampft dabei nicht irgendwann die Gesichtsmuskulatur?

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Thalers Mann ist übrigens Musiker, und sie sagt: „Wäre ich mit einem Anwalt verheiratet, hätte ich vermutlich nicht so viel zu lachen.“ Ein Satz, der diskriminierend ist: In unserem Bekanntenkreis gibt es zahlreiche Damen, die mit Anwälten verheiratet sind und oft davon schwärmen, was für vergnügliche, humorvolle Zeitgenossen diese sind. Jedenfalls schreiben wir das jetzt hier so auf, weil wir keine Lust darauf haben, verklagt zu werden.

          Was wir eher nicht zum Lächeln finden würden: wenn uns morgens beim Aufwachen ein Schreiber der Bild–Zeitung ins Gesicht blicken würde. Die Prominenten-Berichterstattung des Blattes hat am Samstag nämlich eine neue Eskalationsstufe erreicht: „Der Mann, der mit ,Polonäse Blankenese‘ berühmt wurde, ließ einen Bild-Reporter in seinem Haus wohnen“, müssen wir über Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals lesen.

          „Der Haushalt ist nicht die Stärke des Sängers“, schreibt der Bild-Redaktuer, der eine Zeit lang bei Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals wohnte.

          Böhm, der von seiner Ehefrau getrennt lebt, hat schon bessere Tage gesehen, und dass nun eine Woche lang ein Bild-Mann im alten Kinderzimmer seines Sohnes hockte, macht alles sicher nur schlimmer. „Der Haushalt ist nicht die Stärke des Sängers“, lesen wir. „Die Wäsche wird immer mehr, die Kaffeemaschine kann er nicht bedienen. Deshalb gibt es Tee.“ Ja, hätte dann nicht der Bild-Mensch dem armen Böhm mal einen Kaffee kochen können? Oder verbietet das die journalistische Distanz? Für uns wäre ja der einzige Grund dafür, einen Bild-Autor bei uns daheim aufzunehmen, dass dann endlich mal jemand da wäre, der all die Pakete in Empfang nehmen könnte. Wobei die dann – schließlich handelt es sich um die Bild-Zeitung – sicher schon alle geöffnet wären.

          Mit einem zunächst eher ungebetenen Besucher sah sich einst Claudia Cardinale konfrontiert, als sie einen Film in New York drehte. „Plötzlich klopft es an meiner Garderobentür. Ich öffne und Brando steht vor mir“, erinnert sie sich in der Frau im Spiegel. „Er sagt: ,Ich bin auch Widder, so wie du. Deshalb sollten wir jetzt Liebe machen.‘“ In diesem Fall freilich lief der Schauspieler mit dem Kopf gegen die Wand: „Ich habe ,Nein‘ gesagt und die Tür zugemacht“, so Cardinale. „Mein nächster Gedanke war: ,Claudia, du bist ja so dumm!‘“ Offen bleibt, ob es zu einem späteren Zeitpunkt mal ein Widdersehen gab.

          Sieht sich nicht in einer Bibliothek: Pietro Lombardi

          Pietro Lombardi ist nicht Widder, sondern Zwilling, weshalb die Methode Brando für ihn nicht in Frage kommt; Die neue Frau attestiert ihm gar „Angst vor der Liebe“. Lombardi selbst sagt, seine Wunschvorstellung sei es ja, „dass ich mal in einer Bücherei bin. Ihr fliegen Bücher runter. Wir heben sie zusammen auf, schauen uns an und sind verliebt. Und dann heiraten wir.“ Lombardis süßer Traum zerplatzt aber schon an einer Kleinigkeit: „,Wird eher schwierig, dass ich in einer Bücherei bin‘, gesteht der 26-Jährige.“ Die Szenerie wiederum in einen Elektronikmarkt zu verlagern, wäre auch nicht ideal; wenn da was runterfällt, macht das großen Lärm und wird gleich ziemlich teuer.

          Dass aber nicht nur kleinere Missgeschicke, sondern auch echte Katastrophen die Menschen zusammenschweißen, demonstriert das frischgebackene Ehepaar Miley Cyrus und Liam Hemsworth, dessen Haus in Malibu jüngst den Waldbränden zum Opfer fiel, wie Gala schreibt: „,In den Trümmern haben wir eine neue Bindung zueinander gefunden‘, so Miley Cyrus in der ,Vanity Fair‘. Das eigene Heim in Schutt und Asche zu sehen, habe in den beiden den Wunsch geweckt, den nächsten Schritt zu gehen.“ Trotz dieser erbaulichen Geschichte möchten wir unserer Leserschaft dringend davon abraten, sich hieran ein Beispiel zu nehmen – und, um wieder etwas Schwung in die müde Beziehung zu bringen, das hübsche Eigenheim abzufackeln.

          Praktischere Lebenshilfe bietet da schon der Bunte-Artikel über die Schauspielerin Annika Ernst und ihre elf Jahre alte Tochter. Diese, erzählt Ernst, „ist ganz süß und achtet auf mich und drückt mir auch mal ein Buch in die Hand. Sie weiß, dass ich auch etwas Zeit für mich allein brauche, in der ich nicht quatsche. Ich rede im Job ja schon vor der Kamera so viel.“ Nun, auch wir kennen Menschen, die ganz ohne Kamera ausgesprochen gern und viel reden, und wir werden fortan versuchen, deren Monologe zu stoppen, indem wir ihnen ein Buch in die Hand drücken und sagen: „Hier, du brauchst auch etwas Zeit für dich allein.“ Können Sie ja auch mal ausprobieren, ob das funktioniert. Sollte es sich bei Ihrem Bekannten allerdings um Pietro Lombardi handeln, müssten Sie auf seine Rückfrage gefasst sein: „Und was kann ich damit machen?“

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