https://www.faz.net/-hxl-x8pu

Herzblatt-Geschichten : Passé ist passé

  • -Aktualisiert am

Nina Ruge: „Jenseits meines Erfahrungshorizontes” Bild: REUTERS

Nina Ruge lässt ihren journalistischen Spürsinn spielen. George Clooney trennt sich wegen „aufreizender Posen“ von seiner Freundin, Mika Häkkinen scheint genau das nicht zu stören. Und Franjo Pooth hat Mitleid. Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Unser absoluter Lieblingsstar ist ja Nina Ruge. Von Tag zu Tag verehren wir die Frau mehr, zudem ist sie unser großes journalistisches Vorbild. Kein anderer Kollege schreibt so kundig, so klug und gleichzeitig aber auch so nachdenklich, wie es die ehemalige Fernsehmoderatorin jede Woche in ihrer Kolumne mit dem etwas sperrigen Titel „Alles wird gut, wenn ...“ in Revue tut.

          Diesmal geht es um den Dalai Lama, „eine Person jenseits meines Erfahrungshorizonts“. Das klingt zunächst ein bisschen seltsam, denn Nina Ruge hat mit Seiner Heiligkeit ja durchaus auch diesseitige Erfahrungen gemacht, wie sie zu berichten weiß: „Unter anderem hatte ich vor vier Jahren die einzigartige Gelegenheit, den Dalai Lama 45 Minuten lang alles zu fragen, was ich wollte.“

          Da muss man erst mal drauf kommen!

          Jedoch was fragt man so einen Weisen vom Himalaja eine dreiviertel Stunde lang? Nina Ruge setzte damals instinktiv auf existentielle Themen („Was denken Sie darüber, dass immer mehr Paare bewusst kinderlos leben?“), und die Antwort des Orakels gab ihrem journalistischen Spürsinn einmal mehr recht: „,Hahahaha!' Der Dalai Lama wogte. Sein legendäres Vulkanlachen. Es bricht aus ihm heraus - und wir sind elektrisiert. ,Wofür seid ihr hier, auf der Welt? Hahahaha! Sag es mir! Ihr seid hier, um Kinder zu kriegen, wie jedes Tier auf der Welt? Ja! Deshalb seid ihr hier! Hahahaha!'“ Alle Achtung, da muss man erst mal drauf kommen! Unser Dank gilt Nina Ruge, die es eben wie keine andere versteht, heiligen Männern tiefe Einsichten zu entlocken. Hahahaha.

          Nicht mehr zusammen: Sarah Larson und George Clooney
          Nicht mehr zusammen: Sarah Larson und George Clooney : Bild: AP

          Genug gelacht, wir wechseln zu den ernsten Dingen des Lebens: George Clooney (47) ist wieder Single. „Der Hollywood-Star trennt sich von seiner schönen Kellnerin“, erfahren wir in Bild, ebenso wie den Grund für diese privaten Verwerfungen. Es sind nämlich Bilder aufgetaucht, die Clooneys Ex-Freundin Sarah Larson (29) „in aufreizenden Posen“ zeigen. Um genau zu sein: Sie kniet im Bikini am Strand und leckt an einer Zeitschrift. Okay, das wirkt auf den ersten Blick tatsächlich ein bisschen schräg, aber muss man sich deshalb gleich trennen?

          Häkkinen bleibt cool und Franjo Pooth hat Mitleid

          Wir raten Herrn Clooney in dieser Angelegenheit zu etwas mehr Gelassenheit und empfehlen ihm, sich ein Vorbild am Rennfahrer Mika Häkkinen zu nehmen. Der hat seine Frau Erja (45, zwei gemeinsame Kinder) für die rassige Marketa Kromotova (30, Körbchengröße 80 C) verlassen. Peinlicherweise sind neuerdings aber Fotos im Umlauf, die eine barbusige Frau Kromotova in Reiterpose auf dem Rücken eines halbnackten Mannes mit Halsband zeigen. Dass die Szene auch noch in einem Kölner Großbordell spielt, macht die Sache kaum weniger pikant, doch Häkkinen bleibt cool und seiner neuen Flamme treu: „Vergangenheit ist Vergangenheit. Sie ist eine sehr attraktive Frau“, lässt er seinen Sprecher in der Bild-Zeitung verlauten.

          Den Knaller der Woche allerdings hat seit langem endlich mal wieder die Bunte im Blatt: das erste Interview mit Franjo Pooth, seit dessen Geschäfte mit aufgemotzten MP3-Playern ein wenig in Schieflage geraten sind. Aufmerksame Leser erinnern sich: Der Ehemann der quäkigen Werbefee Verona, geborene Feldbusch, musste unlängst Insolvenz anmelden, seine Gläubiger warten zunehmend entnervt auf 27 Millionen Euro. Ob er denn nachts noch ruhig schlafen könne, wollten die Kollegen von Bunte wissen, doch da geht Herr Pooth gleich mal in die Offensive: „Mir zu unterstellen, dass ich kein Empfinden gegenüber meinen Gläubigern hätte, das ist eine Riesensauerei. Gerade die kleinen Gläubiger tun mir aufrichtig leid.“ Da werden sich die kleinen Gläubiger aber freuen, und die Großen sind offenbar eh selber schuld.

          Im Urlaub lauert die Gefahr

          Übrigens: Der Sommer ist da, aber freuen Sie sich jetzt bloß nicht zu früh! Denn gerade im Urlaub lauert die Gefahr an jeder Ecke. Falls Ihnen jedoch im tunesischen Ferienclub ein aufdringliches Männchen mit einer Goethe-Handpuppe über den Weg laufen sollte: Keine Angst, das ist bloß Matthias Matussek von Spiegel online, der als vermeintlicher Kulturreporter verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, junge belgische Touristinnen anzuquatschen.

          Von ganz anderem Kaliber ist da die allseits beliebte Grünen-Chefin Claudia Roth. Sie urlaubt derzeit in der Türkei, hat sich dort in ein fliederfarbenes Kleid gezwängt - und sich darin unglücklicherweise auch noch von Bunte an Bord eines Motorboots fotografieren lassen. Ob sie wirklich glaubt, sich mit solchen Aktionen ihre Wiederwahl beim Parteitag im November zu sichern, darüber wollen wir jetzt gar nicht philosophieren.

          Viel verstörender als die Aufnahmen fanden wir nämlich eine Beobachtung, die die Bunte-Reporterin machen musste, als sie mit Frau Roth in Bodrum unterwegs war: Polizisten winken ihr zu, Kellner zerfließen vor Freude über diesen hohen Gast, „die Türken verehren sie wie einen Superstar. Sogar um Autogrammkarten wird sie gebeten“. Liebe Claudia Roth: Haben Sie eigentlich schon mal daran gedacht, Ihre politische Karriere in der Türkei fortzusetzen? Unseren Segen hätten Sie jedenfalls.

          Weitere Themen

          „Spiderman“ erklimmt Frankfurter Wolkenkratzer Video-Seite öffnen

          Franzose Alain Robert : „Spiderman“ erklimmt Frankfurter Wolkenkratzer

          Die Golden Gate Bridge hat er schon erklettert, ebenso wie über hundert andere hohe Gebäude auf der ganzen Welt, sei es in Dubai, Havanna, Hongkong oder London. Stolze 166 Meter kletterte der Franzose Alain Robert nun in Frankfurt ungesichert in die Höhe.

          Rowdys sind die anderen

          Studie zum Sicherheitsgefühl : Rowdys sind die anderen

          Das Sicherheitsgefühl deutscher Verkehrsteilnehmer wächst – durch die Ausgangsbeschränkung fühlten sich die Menschen sicherer als zuvor. Sie schätzen ihr Fahrverhalten jedoch rücksichtsvoller ein, als andere Teilnehmer das beurteilen.

          Topmeldungen

          Spuren der Verwüstung: Ein Mann steht in einem zerstörten Mehrfamilienhaus in Tartar, Aserbaidschan.

          Rohstoffförderer Aserbaidschan : Der Krieg einer Öl-Macht

          Aserbaidschan liefert wichtige Rohstoffe nach Europa. Ein militärischer Konflikt mit Armenien könnte die Handelsbeziehungen nun gefährden. Die Türkei will das verhindern – aus eigenem Interesse.
          Zyprischer Präsident Nikos Anastasiadis (r.) mit EU-Ratspräsident Charles Michel

          Gasstreit im Mittelmeer : Alle schauen auf Zypern

          Die EU-Staaten suchen bei ihrem Sonderrat in Brüssel eine Haltung zur Türkei. Emmanuel Macron und Angela Merkel setzten vor dem Gipfel unterschiedliche Akzente.
          Osten als Superopfer, ewiger Schuldwesten? Feierlichkeiten am Brandenburger Tor am 3. Oktober 1990

          30 Jahre Deutsche Einheit : Die Flucht aus unserer Geschichte

          Die Gewaltmaschine der Ost-Diktatur wurde aus der öffentlichen Erinnerung verdrängt, aber auch die Westdeutschen haben ihre blinden Flecken. Ein Gastbeitrag über das ungleiche kollektive Gedächtnis der Deutschen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.