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Herzblatt-Geschichten : Paradiescreme in Gefahr!

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Männern wird immer vorgehalten, daß sie nur willenlos ihren Trieben nachgehen. Aber manche können auch ganz anders: Sie schämen sich und bereuen, und das gefällt uns. Neue Herzblatt-Geschichten.

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          Ach, uns Männern wird ja immer vorgehalten, wir dächten nur an das eine, seien willenlos unserem Fleischestrieb unterworfen. Gelegentlich mag das stimmen. Daß es aber auch ganz andere, sehr sensible und schuldeinsichtsfähige Männer gibt, wird aus dem Brief des Manfred Z. (66) aus Ulm an Das Neue Blatt deutlich. Er ist in seine Schwiegertochter (27) verliebt. Aber stellt er ihr nach? Versucht er, sie anzugrabschen? Von wegen. Voller Demut leidet er an seinem dunklen Drange und schreibt: "Obwohl sie bisher nichts gemerkt haben, schäme ich mich vor meiner Frau und meinem Sohn sehr!"

          Das gefällt uns. Wie in dieser Woche überhaupt einige Menschen klar zu belobigen sind. Beckenbauer, weil er seine Scheidung geräuschlos abwickelte. Freddy Quinn, weil er seine Steuertricks vor dem Gericht mit echten Tränen bereute. Und Wolfgang Rademann, weil der Fernsehproduzent in Frau im Spiegel wunderbar offen über Familienplanung spricht: "Ich sage immer: Kinder und Tiere nur im Film, aber nicht bei mir zu Hause."

          Neidisch auf Hugh Grant

          Was wir nie schön finden, sind Lästerworte, wie sie Renee Zellweger jetzt über den süßen Schauspieler Hugh Grant fand: "Hugh hat einen schlaffen Körper. Bei einer Ringkampf-Szene hatte ich den Eindruck, ich kämpfe mit meiner Großmutter." Andererseits hören viele Männer das natürlich gern, weil sie neidisch sind auf Hugh Grant.

          Nicht nur unhöflich, auch unglücklich

          Ja, der Neid, das ist schon eine ganz schlimme Sache. Am besten bekämpft man dieses destruktive Gefühl, indem man hinter die Kulissen des vermeintlichen Glücks schaut. So wie der Finanzmanager Florian Homm, der in Bunte erklärt, warum er nicht mehr Milliardär werden will. Er hat sich nämlich die wirklichen Milliardäre angeschaut: "Wenn sie nicht geschieden waren, lebten sie in miserablen Ehen. Die Kinder waren im Wohlstand verwahrlost. Sie waren nicht nur unhöflich, sie waren auch unglücklich."

          Was uns auf die deutsche Begum mit den sagenhaft aufgespritzten Lippen bringt. Auch sie wahnsinnig reich verheiratet, aber die Scheidung läuft. Bunte spekuliert auf vier Seiten über die Gründe, die vielleicht mal wieder ganz trivial sind: Der Aga Khan sei von der Hundeliebe seiner Gattin "etwas überfordert" gewesen, zumal sich die Tierchen auf kostbaren Teppichen erleichtert hätten.

          Toleranz in der Partnerschaft

          Wären wir der Aga Khan, würden wir über solche Hinterlassenschaften lächelnd mit einem großen Schritt der Toleranz hinwegschreiten. Denn Duldsamkeit ist in Ehen erste Partnerpflicht. Deshalb haben wir in Das Neue Blatt auch recht gern gelesen, wie gelassen Simone, die Frau des Schauspielers Heinz Hoenig, über die nebenehelichen Aktivitäten ihres Mannes urteilt: "Heinz hatte hie und da eine Freundin, er hatte auch vor kurzem eine Freundin, und ich nehme an, daß irgendwann die nächste kommen wird."

          Vorbildlich! Doch die Toleranz sollte nicht nur sexualiter, sondern auch in Weltanschauungsfragen gelebt werden. Der schon zitierte Fernsehproduzent Rademann ist ja mit der esoterikbedröhnten Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek liiert, aber will er sie verändern? Keineswegs: "Sie kann an ihre Engel glauben und sich Steine auf den Kopf legen, damit die Kopfschmerzen weggehen - ich nehme Aspirin." Das ist prima, auf diese Weise gedeiht ein Klima, das sicherlich auch vermeiden wird, was SusanneR. (42) in ihrem Brief an Echo der Frau beklagen muß: "Mein Mann nennt mich jetzt Mutti."

          Wir wissen nicht, wie Liza Minelli ihren Leibwächter genannt hat, wir können nur zitieren, was er in Neue Revue behauptet: "Sie zwang mich zum Sex." Und dafür will er jetzt 100 Millionen Dollar "Schmerzensgeld", wie demütigend. Wir persönlich würden uns nie zum Sex zwingen lassen, auch nicht von unserer Redaktionsassistentin aus Litauen, die übrigens Taja heißt, nicht Tanja, und gertenschlank, aber an den richtigen Stellen wundervoll gerundet ist. Wir beide gehen jetzt ganz harmlos in die Teeküche und löffeln gemeinsam genußvoll einen großen Becher Paradies Creme. Hmmm. Mit Bananen-Geschmack.

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