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Herzblatt-Geschichten : Nimm die Zunge aus der Backe

Kriegt sie das Visum? Meghan Markle und Prinz Harry. Bild: dpa

„Is that really True?“ - Ja, es ist True. Khloé Kardashians frischgeborenes Töchterchen hört nämlich auf eben diesen Namen. Auch William und Kate sollen schon im Babyglück schweben. Nicht ganz so rosig läuft es momentan jedoch bei Williams Bruder Harry und dessen Hochzeitsvorbereitungen.

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          Khloé Kardashian hat die Erwartungen nicht enttäuscht. Kardashians Familie ist ja berühmt dafür, ihrem Nachwuchs ausgefallene Namen zu geben, von North, Saint und Chicago West (Kim Kardashians Kinder) bis zu Kylie Jenners Tochter Stormi Webster. Nun hat auch Khloé ein Töchterchen geboren, und sein Vorname lautet: True. In Zeiten der Fake News freut man sich ja über alles, was wahr ist, und wir ahnen schon, was die künftigen Klassenkameraden des Kindes einander zurufen werden: „Is that really True?“ Und weil true nicht nur wahr, sondern auch treu bedeutet, wird die junge Dame einst jedem ihrer Lebenspartner, ohne mit der Wimper zu zucken, versichern können: „I will always be True to you.“

          Jörg Thomann
          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Um das dritte Kind von Herzogin Catherine ist in der Regenbogenpresse das übliche Wettrennen um die früheste Vollzugsmeldung entbrannt – wie stets völlig unabhängig davon, ob eine Geburt erfolgt ist oder nicht. „Zum Schluss ging alles ganz schnell – Prinzessin Kate – Wieder im Baby-Glück“, liest man auf der Titelseite der Frau aktuell vom 16. April – und angesichts der Tatsache, dass just dieses Blatt schon am 29. Januar behauptet hatte: „Frühwehen! Prinzessin Kate – Sie ist schon in der Klinik“, muss man im Grunde konstatieren, dass zum Schluss alles extrem langsam ging. Das Cover der Freizeitwoche vom 18. April präsentiert der Leserschaft sogar ein Foto des eigentlich noch ungeborenen Kindes; „Kate & William – Baby-Glück – Ihr süßer Nachwuchs wirbelt alles durcheinander“. Dabei zeigt die Aufnahme, die aus dem Jahr 2013 stammt, den Erstgeborenen George. Aber die kleinen Dinger sehen mit ihren haarlosen Köpfchen ja eh alle gleich aus.

          Vorliebe für ungewöhnliche Vornamen: Khloe Kardashian nannte ihre Tochter „True“.
          Vorliebe für ungewöhnliche Vornamen: Khloe Kardashian nannte ihre Tochter „True“. : Bild: USA Today Sports

          Mit den Windsors tauschen möchten wir im Moment nicht: Neben dem Nachwuchs gilt es, Uromas Zweiundneunzigsten zu feiern, und zudem sind es, wie Bunte weiß, „nur noch 4 Wochen bis zur Hochzeit des Jahres“. Die zu Teilen offenbar leicht fragwürdige Familie der Braut wird nicht komplett vertreten sein, Meghan Markles Halbbruder etwa ist nicht eingeladen und beklagt sich in der britischen Presse: „Sie hat ihre Wurzeln und ihre Familie eindeutig vergessen.“ Wir bezweifeln freilich, dass er aus purer Vergesslichkeit keine Einladung erhielt. Kommen hingegen wird Meghans Vater. „Papa Markle bereitet sich vor“, berichtet Bunte und schreibt: „Im Baumarkt von Rosarito, Mexiko, besorgte Meghans Vater ein WC.“ Mal abgesehen davon, dass wir uns schön bedanken würden, wenn die halbe Welt uns beim Klokauf zuschaute:  Was, Bunte, hat besagte Anschaffung mit der Vorbereitung auf eine Hochzeit zu tun? Will Markle vorsorgen, falls die Royals mal bei ihm in Mexiko vorbeischauen? Oder versucht er mitzuhalten mit Bräutigamvater Charles, der hartnäckigen Gerüchten zufolge stets mit eigenem Toilettensitz um die Welt reist?

          Meghan selbst musste laut Bunte „letzte Woche noch dringend nach Chicago, um letzte Formalitäten für ihr Visum zu erledigen.“ Erst nach der Hochzeit wird sie britische Staatsbürgerin. Das wäre natürlich ein Ding, wenn am 19.Mai Prinz Harry, 3000 Gäste und Milliarden Fernsehzuschauer vergeblich auf die Braut warten, weil die kein Visum bekommen hat.

          Zum Glück aus der gleichen Epoche: Birgit Schrowange und ihr Freund Frank Spothelfer
          Zum Glück aus der gleichen Epoche: Birgit Schrowange und ihr Freund Frank Spothelfer : Bild: dpa

          Ebenfalls seine Hochzeit plant ein „Bauer sucht Frau“-Paar, das aber noch ein paar Hindernisse zu überwinden hat. „Hast du dich bei Benny schon gut eingelebt?“, will Das neue Blatt von Nadine wissen, und diese antwortet: „Ja, auch wenn viele meiner Sachen noch im Schweinestall stehen.“ Wenn Nadine Pech hat, wird sie noch am Tag der Hochzeit ihr Brautkleid im Schweinestall überziehen müssen, bevor es dann zur Trauung rübergeht in den Kuhstall.

          Der „Let’s Dance“-Kandidat Thomas Hermanns liefert sich mit dem Neuen Blatt den dadaistischen Dialog der Woche: „Ich soll die Zunge aus der Backe nehmen, das sagt meine Mama immer.“ – „Wieso?“ – „Weil ich manchmal im Stress einfach die Zunge in die Backe nehme.“ Das hätte von uns aus gern noch weitergehen können: „Und was sagt Ihre Mutter dazu?“ – „Dass ich die Zunge aus der Backe nehmen soll.“ – „Wieso?“ Usw.

          Über ihre Mutter, das Model Jessica Stockmann, erzählt die 18 Jahre alte Nisha in der Gala: „Mama war immer die coolste Mutter von allen. Alle meine Freunde lieben sie. Sie kam auch immer mit, wenn wir ausgegangen sind. Manchmal wollten sich meine Freunde gar nicht mehr mit mir treffen, wenn Mama nicht dabei war.“ Ernsthafte Gedanken würden wir uns an Nishas Stelle machen, wenn sich der eine oder andere Freund nur noch mit ihrer Mutter treffen wollte. Andererseits ist es zu begrüßen, dass Paare, bei denen sie älter ist als er, längst nicht mehr ungewöhnlich sind. Birgit Schrowange, 60, hat einen acht Jahre jüngeren Freund und sagt Frau im Spiegel: „Das Alter ist bei uns kein Thema. Wir sind ja in der gleichen Epoche aufgewachsen.“ Etwas anderes wäre es in der Tat, wenn Schrowange nicht der Moderne, sondern etwa der Frührenaissance entstammte, aber so betagt ist sie dann doch nicht.

          Deutlich jünger als ihr Freund wiederum ist Anna-Carina Woitschack, die das Herz von Stefan Mross einst mit Hilfe einer Marionette gewann, laut Bild „ein kleines Ebenbild von Mross (20 cm, 7 kg)! Wert: 2000 Euro. Doch die ist jetzt plötzlich verschwunden.“ Sollten Sie, liebe Leser, also eine hölzerne Figur sehen, die komische Töne von sich gibt und gut 1,80 Meter groß ist: Das ist dann keine Mross-Marionette, sondern der echte.

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