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Herzblatt-Geschichten : Nie und niemals

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Michel Friedman spricht über Facetten von Fehlbarkeiten, Elton John über surreale Momente und Hellmuth Karasek über schöne Frauenkörper. Am Ende sind es jedoch nur: falsche Vorstellungen. Neue Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Am Dienstag abend sahen wir uns die Sendung „Menschen bei Maischberger“ an. Dort benutzte Michel Friedman die Formulierung „nie und niemals“. Donnerwetter, dachten wir, schlichte Gemüter wie wir hätten es bei einem einzigen „nie“ belassen. Aber deshalb hält uns auch nie und niemals jemand für schlau, klug und intelligent.

          Dann sagte Michel Friedman noch: „Ich glaube, daß ich eine Facette von Fehlbarkeit gezeigt habe.“ Wieder so eine beeindruckende und imponierende Formulierung, über die wir kurz, vorübergehend und eine kleine Weile ins Grübeln, Nachdenken und Sinnieren verfielen.

          Facette von Fehlbarkeit

          Allerdings müssen wir jetzt anmerken, erwähnen und feststellen, daß auch du, Udo Jürgens, dir eine kleine Facette von Fehlbarkeit erlaubt hast. Klar, es ist nicht schön, wenn Bild Fotos von deiner Frau veröffentlicht, die sich von „Krawallpolitiker“ Roland Schill befummeln läßt.

          Aber daß ausgerechnet du, alter Schwerenöter, darob gleich in Panik verfällst, dich von deiner Tochter Jenny trösten läßt und in Bild mit den Worten zitiert wirst: „Jenny gibt mir derzeit den größten Halt. Wir telefonieren täglich miteinander“ - das finden wir schon deshalb ziemlich armselig, weil Das Neue Blatt ganz zu Recht über deine Frau schreibt: „Schließlich mußte sie jahrzehntelang Udos Affären ertragen.“

          Surrealer Moment

          Aber so sind die Männer. Wenn ihre Frauen das tun, was sie selbst sich dauernd herausnehmen, drehen sie regelmäßig durch. Wir kennen sogar einen Mann, der sich nicht mehr wusch, als seine Gattin zur Seite sprang. Seltsam, wie? Aber das finden wir am Leben ja auch immer so spannend, daß es Unerwartetes parat hält.

          Elton John ist auch so etwas Ulkiges passiert. „Das war auf Prinz Andrews Geburtstag auf Schloß Windsor. Wir haben alle zu ,Rock around the Clock' getanzt. Und da kam die Queen dazu und fragte, ob sie mittanzen dürfte - einer der surrealsten Momente meines Lebens.“

          Falsche Vorstellungen

          Aber vielleicht macht man sich über das Leben an den Höfen sowieso falsche Vorstellungen. Leopold III. von Belgien zum Beispiel war nach den Recherchen von Bild ein ausgesprochen rüpelhafter Monarch: „Bei Tisch rülpste er gern und laut, forderte andere zu Wettbewerben auf.“

          Dann hat noch der ehemalige „Sex-Star“ Dolly Buster (34) ein Ratgeberbuch über die Erotik geschrieben. Darin verurteilt die ganz klar unter den Atombusen-Sperrvertrag fallende Tschechin, wie die Sexperten von Das Goldene Blatt feststellen, den weitverbreiteten Rat an die Frauenwelt, „schwarze Reizwäsche, Strapse und so ein Zeug zu benutzen, um das Liebesleben wieder anzuheizen“.

          Schöne Frauenkörper

          Ganz unsere Meinung, verehrte Dolly Buster. Wenn Frauen in erkennbarer Absicht in Reizwäsche herumhopsen, macht uns das immer total nervös. Regelrecht allergisch reagieren wir allerdings auf fleischfarbene Mieder, das ist das Grauen. Übrigens sagt Dolly auf die Frage, ob man in Tschechien freier als bei uns über Sexuelles rede: „Ja. Überall und extrem freizügig.“

          Wir aber wollen jetzt nicht nach Tschechien blicken, sondern nach Berlin. Dort hat der Publizist Hellmuth Karasek (70) gerade ein neues Buch veröffentlicht und spricht uns in Bunte voll aus dem Herzen: „Ich bin nun nicht mehr der Jüngste, aber nichts ist schöner als die Vorstellung eines schönen Frauenkörpers.“

          „Isch bin top“

          Allerdings ist es ein wenig ungerecht, daß nur immer die Frauen so tolle Körper haben sollen. Für Männer scheint das nicht so wichtig zu sein, oder aber sie verstehen sich wie Reiner Calmund auf Autosuggestion. Der ehemalige Präsident von Bayer Leverkusen bringt sicherlich drei Zentner auf die Waage, sagt in Bunte aber fröhlich: „Na, isch bin ein flotter Kerl. Viele denken, isch bin ein dicker, häßlicher Klops, aber isch bin top.“

          Wir wollen das nicht kommentieren, wir haben genug zu tun, uns staunend mit der Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek zu befassen. Dauernd hatte sie Pech mit Männern: „Sie hatten immer andere Weiber, Freundinnen, Geliebte.“ Lag das vielleicht auch an ihr, fragt sich Neue Revue und liefert auch gleich die Antwort: In der Nähe ihrer Wohnung stehe eine alte Kastanie.

          Assistentin mit Anfaß-Sympathie

          Frau Kubitschek habe diesen Baum gefragt, wie er heiße. Er habe geantwortet: Abraham. „Seitdem spricht sie viel mit ihm und streichelt seine Rinde.“ Jetzt sagen Sie mal ehrlich, liebe Männer, möchten Sie eine Frau haben, die sich mit Bäumen unterhält? Wir auch nicht.

          Gottlob sorgen ja unsere wechselnden Redaktionsassistentinnen für eine gewisse Anfaß-Sympathie. Neuerdings läuft hier bei uns über die großzügigen Flure des fünften Stocks immer diese atemberaubende Tschechin über den Flur. Sie ist blond, hat das reizendste Lächeln und könnte mit den Worten Michel Friedmans als schön, superattraktiv und total hübsch bezeichnet werden. Allerdings redet sie dauernd, fortwährend und immer in der freizügigsten Weise über Sex. Doch psst. Gleich will sie vorbeischauen. Zu einer kleinen Strip-Visite. Schönen Sonntag!

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